Globaler Social Resilience Index
Österreich bleibt in Krisenzeiten ein Hort der Stabilität

| Tobias Seifried 
| 26.03.2026

In Zeiten globaler wirtschaftlicher Unsicherheiten und geopolitischer Spannungen festigt unsere Republik laut "Global Social Resilience Index" ihren Spitzenplatz unter den Top 10. Die Studie zeigt, wie gut Staaten in der Lage sind, soziale, politische und ökonomische Schocks abzufedern.

Die strukturelle Widerstandsfähigkeit gegenüber sozialen, politischen und wirtschaftlichen Erschütterungen hat sich weltweit zum dritten Mal in Folge leicht verbessert. Wie der aktuelle Social Resilience Index (SRI) der Allianz zeigt, stieg der globale Durchschnittswert im Jahr 2025 auf 47,9 Punkte. Während vor allem asiatische Volkswirtschaften durch stabilere Währungen und gestärkte Institutionen zulegten, bleibt die Kluft zu den führenden Industrienationen bestehen. An der Spitze des Rankings aus 171 Ländern finden sich erneut Finnland, Dänemark und Island.

Österreichs Institutionen als Stabilitätsanker

Österreich bestätigt im internationalen Vergleich laut der Studie seine Rolle als Hort der Stabilität. Mit 78,7 Punkten belegt das Land erneut den siebten Rang und bleibt damit weit über dem globalen Mittelmaß. Trotz eines minimalen Rückgangs von 0,2 Punkten sieht die Analyse die soziale und institutionelle Belastbarkeit auf einem strukturell unverändert hohen Niveau.

Besonders hervorgehoben wird die Qualität der staatlichen Strukturen. Die Effektivität der Verwaltung, eine ausgeprägte Rechtsstaatlichkeit sowie eine geringe Korruptionswahrnehmung fungieren als Puffer gegen gesellschaftliche Spannungen. Zudem erweisen sich die sozialen Sicherungssysteme – von der Gesundheitsversorgung bis zur Altersvorsorge – als entscheidende Faktoren, um externe Schocks wie etwa Energiepreissteigerungen abzufedern. Während Europa aufgrund der Importabhängigkeit grundsätzlich stärker exponiert sei als die USA, biete die österreichische Sozialstaatsarchitektur einen verlässlichen Schutzschirm.

Allianz Österreich-CEO Daniel Matić betont die Relevanz dieser Ergebnisse: "Die Ergebnisse des Social Resilience Index zeigen klar, wie zentral starke Institutionen, soziale Kohäsion und verlässliche Governance für stabile Gesellschaften sind. Österreich gehört mit Platz sieben weiterhin zu den widerstandsfähigsten Ländern weltweit – ein Standortvorteil, der in Zeiten geopolitischer Unsicherheit kaum hoch genug bewertet werden kann." Gleichzeitig mahnt Matić, dass Resilienz keine Selbstverständlichkeit darstelle und führt weiter aus, dass man gezielt in den gesellschaftlichen Zusammenhalt, Bildung, Digitalisierung sowie die Transformation des Wirtschaftsstandorts investieren müsse, um auch künftig stabil zu bleiben.

Gefahr durch die "Middle-Resilience Trap"

Ein zentrales Ergebnis der Studie ist die Identifikation der sogenannten "Middle-Resilience Trap". Diese beschreibt Staaten, deren Resilienzwerte zwischen 65 und 70 Punkten stagnieren. In diesem Bereich drohen verstärkt politische Polarisierung und Reformstau. Betroffen sind hiervon namhafte Nationen wie Italien, Japan oder die USA. Laut Allianz Research fanden zwischen 2020 und 2025 rund 70 Prozent aller weltweiten Streiks und Unruhen in dieser Ländergruppe statt.

Obwohl die wirtschaftlichen Kennzahlen dieser Staaten oft noch solide erscheinen, erodiere das Vertrauen in die staatliche Handlungsfähigkeit zusehends. Österreich hingegen liegt mit seinem Wert von fast 79 Punkten deutlich oberhalb dieser kritischen Zone. Dank einer belastbaren öffentlichen Einnahmenbasis und fiskalischer Spielräume bleibe die Fähigkeit der Republik erhalten, in Krisenphasen aktiv steuernd und stabilisierend einzugreifen.

www.allianz.at

Zur Studie 

Der Allianz Social Resilience Index (SRI) bewertet die strukturelle Widerstandsfähigkeit von 171 Ländern anhand von zwölf wirtschaftlichen, sozialen, institutionellen und externen Indikatoren. Er soll zeigen, wie gut Staaten in der Lage sind, soziale, politische und ökonomische Schocks abzufedern und langfristige Stabilität zu sichern.

Die jährlich veröffentlichte Studie diene Wirtschaft, Politik und Investoren als Frühindikator für gesellschaftliche Spannungen und potenzielle Risikoentwicklungen, so die Allianz.

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Der Allianz Social Resilience Index (SRI) bewertet die strukturelle Widerstandsfähigkeit von 171 Ländern anhand von zwölf wirtschaftlichen, sozialen, institutionellen und externen Indikatoren. Er soll zeigen, wie gut Staaten in der Lage sind, soziale, politische und ökonomische Schocks abzufedern und langfristige Stabilität zu sichern.

Die jährlich veröffentlichte Studie diene Wirtschaft, Politik und Investoren als Frühindikator für gesellschaftliche Spannungen und potenzielle Risikoentwicklungen, so die Allianz.

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