Am 11. Februar ging in Wien die "Meet Austria" über die Bühne. Der Standortkongress brachte im Schloss Schönbrunn mehr als 440 internationale Unternehmensvertreter:innen mit politischen und wirtschaftlichen Entscheidungsträger:innen zusammen. Im Zentrum der Veranstaltung standen die Neuausrichtung der Austrian Business Agency (ABA) sowie Zukunftsperspektiven für den Wirtschaftsstandort Österreich.
Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer betonte die Bedeutung des Kongresses als Plattform für internationale Vernetzung und Standortpositionierung. "Mit der 'Meet Austria', dem größten Standortkongress Österreichs, bringen wir über 440 CEOs und internationale Unternehmensvertreter:innen mit österreichischen Stakeholdern zusammen", sagte Hattmannsdorfer. Die Bundesregierung verstehe sich dabei als aktive Partnerin der Unternehmen. Zugleich markiere die Veranstaltung den Startpunkt für die strategische Neuausrichtung der ABA, mit dem Ziel, weitere internationale Investitionen nach Österreich zu holen.
Großinvestition in Oberösterreich
Ein zentrales Signal kam vom Medizintechnikunternehmen GE HealthCare, das beabsichtigt, seinen oberösterreichischen Standort in Zipf weiterzuentwickeln. Der Standort fungiert bereits als globales Headquarter für Women’s Health Ultrasound und vereint Forschung, Entwicklung und Produktion hochpräziser Ultraschalltechnologien. Mehr als 400 Mitarbeitende aus über 20 Nationen sind dort beschäftigt, rund ein Drittel davon im Bereich Forschung und Entwicklung. Durch die geplanten Maßnahmen, die unter anderem den Ausbau von Produktions- und Logistikkapazitäten sowie Investitionen in Automatisierung, Digitalisierung und Industrie-4.0-Lösungen umfassen, sollen 45 neue Jobs entstehen.
Gerald Seifriedsberger, Managing Director von GE HealthCare Austria, bezeichnete Zipf als zentralen Standort für Forschung, Entwicklung und Produktion im Bereich Frauengesundheit. Seit 25 Jahren würden dort Technologien entwickelt, die weltweit eingesetzt werden. Angesichts steigender Anforderungen im Gesundheitswesen sei eine enge Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Politik und Gesundheitseinrichtungen entscheidend, um die Versorgung von Patient:innen nachhaltig zu verbessern, so Seifriedsberger.
Standortagentur richtet sich neu aus
Die ABA präsentierte im Rahmen des Kongresses ihre Bilanz für 2025. Demnach wurden 26.736 Beratungen durchgeführt; betreute Unternehmen planen Investitionen in Höhe von rund 900 Millionen Euro und die Schaffung von mehr als 2.700 Arbeitsplätzen. Zudem verzeichnete die Agentur laut eigenen Angaben 21.000 Beratungen zum Thema Leben und Arbeiten in Österreich sowie knapp 4.000 Beratungen zur Rot-Weiß-Rot-Karte. Der Anteil an Start-ups und Forschungsprojekten sei erneut gestiegen.
Mit ihrer Neuausrichtung möchte sich die österreichische Standortagentur künftig verstärkt als Kompetenzzentrum für internationale Ansiedlungs- und Investitionsvorhaben sowie für die Anwerbung internationaler Fach- und Spitzenkräfte positionieren. Der Fokus liege auf zielgerichtetem Standortmarketing in Schlüsseltechnologien, dem Ausbau von Fachkräftehubs – insbesondere für IT, Technik, Energie, Mobility und Life Sciences – sowie auf der Weiterentwicklung digitaler Services.
ABA-Geschäftsführer René Tritscher erklärte, die aktuelle Dynamik unterstreiche die Bedeutung eines modernen, international ausgerichteten Standortmarketings. Die ABA begleite Unternehmen entlang des gesamten Investitionsprozesses und setze künftig noch stärker auf Schlüsseltechnologien, internationale Fachkräfte und digitale Angebote, um Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung langfristig zu sichern.
Österreich nach vorne bringen
Eingebettet sind diese Maßnahmen in die Industriestrategie 2035 (LEADERSNET berichtete), die den Rahmen für die Weiterentwicklung des Produktions- und Industriestandorts bildet. Ziel der Strategie ist es, Österreich wieder unter die zehn wettbewerbsfähigsten Volkswirtschaften weltweit zu führen und technologische Souveränität sowie wirtschaftliche Resilienz zu stärken. Beim letzten Ministerrat (11. Februar) wurden weitere Maßnahmen in Bezug auf Sicherheitsexprote und UVP-Verfahren vorgestellt, um die Industriestrategie auf Schiene zu bringen (LEADERSNET berichtete).
Fotos vom Kongress sehen Sie in der Galerie.
www.aba.gv.at
www.meet-austria.at
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