Für Übergang von Theorie zur Praxis
AUA trainiert Piloten ab sofort mit VR-Brillen

Um den Wechsel vom Theorieblock in die praktische Trainingsphase zu vereinfachen, lässt die AUA angehende A320-Pilot:innen nun verschiedene Flugszenarien in Virtual Reality üben. 

Virtual Reality (VR) wird in der Aus- und Weiterbildung verschiedenster Branchen zunehmend eingesetzt, um Abläufe in einer kontrollierten Umgebung zu üben. Auch in sicherheitskritischen Bereichen gilt VR vielerorts als Ergänzung zu klassischen Trainingsformaten. Seit einigen Wochen setzt nun auch die Austrian Airlines (AUA) bei der Ausbildung ihrer Pilot:innen auf VR-Brillen, die verschiedene Flugszenarien für die Airbus-A320-Flotte simulieren.

Jahrelange Entwicklungs- und Testphase

Entstanden ist die Idee als Gemeinschaftsprojekt von Airbus, Lufthansa Aviation Training (LAT) und Austrian Airlines, die bereits seit Ende 2022 fortlaufende Testings und Weiterentwicklungen der Brille durchführen. Dabei optimierte ein Kernteam aus Expert:innen von LAT, AUA und weiteren Lufthansa Group-Airlines gemeinsam mit einer Testgruppe aus 20 Pilot:innen – größtenteils aus den eigenen Reihen der AUA – den Content und das Handling der Brillen und fokussierte dabei vor allem auf inhaltliche, technische sowie behördliche Aufwertung und Machbarkeit. Ende 2025 ist nun die vollständige Integration in das Trainingsprogramm erfolgt. 

"Mit den VR-Brillen der neuesten Generation haben wir ein starkes Tool an der Hand, das den Kolleg:innen für ihre Karriere am Airbus A320 eine ideale Trainings- und Lernergänzung bietet", zeigt sich Michael Kircher, Head of Training bei Austrian Airlines, begeistert.

Übergang von Theorie zur Praxis

Bevor die Pilot:innen die Brillen des Modells "Meta Quest 3" aber verwenden dürfen, müssen sie ein umfangreiches, abgestimmtes Self-Study-Lessons-Programm (SSL) absolvieren. "Knapp eine Woche vor dem eigentlichen Training mit den VR-Brillen geht es mit dem SSL los. Mit den in Summe dann folgenden dreimal je 180 Minuten Virtual Training Zeit erzielen wir ein intensives, ganzheitliches Lernerlebnis – zumal auch immer zwei Trainees gleichzeitig an den Start gehen", erklärt Kircher.

Die VR-Brille kommt also in der Anfangsphase des Airbus-A320-Type-Ratings – sprich der Zusatzqualifikation für Pilot:innen zum Fliegen dieses konkreten Flugzeugtyps – zum Einsatz und unterstützt den Übergang vom Theorie- in den Praxisteil, indem ausgewählte Flugphasen gezielt trainiert werden. Kircher sieht großes Weiterentwicklungspotenzial vor allem darin, dass künftig neben der laufenden Optimierung auch "Non-Normal Ops" (also Ausnahmesituationen, die vom normalen Flugbetrieb abweichen) sowie weitere Anwendungsfälle – bis zu zusätzlichen Flugzeugtypen – in das virtuelle Trainingsprogramm integriert werden können.

Bereits jetzt "spürbare Mehrwerte" erzielt

"Mit der Integration der VR-Technologie haben wir fachlich wie regulatorisch echtes Neuland betreten. Jetzt, da VR erfolgreich im Einsatz ist, freue ich mich darauf, dieses leistungsstarke Trainingstool, um spannende Features weiter auszubauen", meint Christoph Kraus, Leiter Theorieausbildung und VR-Teamleader Austrian Airlines.

Und Pia Born, Projektleiterin LAT / LH Group, Lufthansa Aviation Training, fügt hinzu: "Die Einführung von Virtual Reality im Pilotentraining ist für LAT ein sehr anspruchsvoller und final erfolgreicher Prozess. Gemeinsam mit Airbus und dank des großen Engagements von Austrian Airlines haben wir Virtual Reality Anwendungen in ein neues, autodidaktisches Trainingskonzept der Lufthansa Group integriert und bereits spürbare Mehrwerte erzielt." Nach dem Roll-out in Wien und weiteren Standorten konzentriere man sich nun auf Stabilität, Crew-Zufriedenheit und kontinuierliche Weiterentwicklung – bis hin zur Nutzung für weitere Flugzeugmuster, kündigt die Projektleiterin an. "Wir sind überzeugt, dass VR und XR-Technologien künftig ein zentraler Bestandteil der Aus- und Weiterbildung sein werden."

www.austrian.com

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