Unter dem Motto "Together for a better internet" stellt der Safer Internet Day am 10. Februar auch heuer wieder digitale Sicherheit von Kindern und Jugendlichen sowie den Umgang mit deren Bildschirmzeit in den Mittelpunkt. Wie zentral die Bewusstseinsbildung für dieses Thema ist, zeigen aktuelle Auswertungen aus anonymisierten Onboarding-Daten der österreichischen Kinderschutz-App Ohana von rund 20.000 Eltern. Demnach verbringen rund sechs von zehn Kindern (60%) täglich drei Stunden oder mehr an Smartphone, Tablet oder Konsole – bei jedem dritten Kind sind es sogar über fünf Stunden. Lediglich rund zehn Prozent nutzen ihre Geräte weniger als eine Stunde pro Tag, was zeigt, dass hohe Bildschirmzeiten längst zur Norm geworden sind.
Bildschirmzeit als Konfliktpotenzial in der Familie
Doch wie sollen Eltern mit derart hohen Bildschirmzeiten umgehen? In vielen Familien sind hier Konflikte vorprogrammiert: So berichten über 80 Prozent der Eltern von Widerstand, Diskussionen oder Verhandlungen, wenn sie ihre Kinder dazu auffordern, ihr Gerät wegzulegen. Nur knapp zwei von zehn Kindern (19%) kommen solchen Forderungen sofort widerstandslos nach. Auch Wutanfälle, das schlichte Ignorieren von Aufforderungen oder heimliches Weiterspielen haben 45 Prozent der Eltern bereits erlebt.
Aber nicht nur hohe Bildschirmzeiten, sondern auch die konsumierten Inhalte an sich lösen bei vielen Eltern Unsicherheiten aus. "Nur 14 Prozent der Eltern sind sich sicher, dass ihr Kind online noch nichts Ungeeignetes gesehen hat. Rund 25 Prozent gehen davon aus, dass ihr Kind bereits mit schädlichen Inhalten konfrontiert war, und insgesamt konnten 85 Prozent der Befragten nicht ausschließen, dass ihr Kind bereits entsprechende Erfahrungen gemacht hat. Mehr als 60 Prozent geben an, nicht genau zu wissen, was ihr Kind im Internet gesehen hat", fasst Christian Orgler, Gründer und Geschäftsführer von Ohana, die Ergebnisse zusammen.
Klare Rahmenbedingungen statt totaler Kontrolle
Totale Kontrolle im digitalen Raum sei jedoch der falsche Ansatz, betont Stefanie Parth, Expertin für Cyberpsychologie. Viel wichtiger seien verlässliche Rahmenbedingungen: "Klare, altersgerechte Regeln und transparente Strukturen stärken die Selbstregulation und können problematischer Nutzung sowie Suchtentwicklungen frühzeitig vorbeugen. Das Internet wartet nicht – Kinder machen digitale Erfahrungen, lange bevor Eltern beginnen, sich mit Schutzlösungen zu beschäftigen", so die Expertin.
Übermäßige Kontrolle oder gar Verbote seien insofern nicht zielführend, da Social Media und Co. den digitalen Alltag von Kindern und Jugendlichen nunmal maßgeblich prägen, und soziale Netzwerke, Messenger-Dienste oder auch Online-Spiele nicht nur zur alltäglichen Freizeitgestaltung dienen, sondern auch einen Anknüpfpunkt zu Freund:innen, Klassenkamerad:innen oder Gleichaltrigen schaffen. So nutzen laut aktuellen Studien rund neun von zehn österreichische Jugendliche täglich mindestens einen Social-Media- oder Messenger-Dienst, und verbringen rund 80 Minuten täglich mit Online-Gaming. Besonders beliebte Plattformen sind dabei WhatsApp, YouTube, Snapchat, TikTok und Instagram (LEADERSNET berichtete).
Digitale Unterstützung für Eltern
Um Eltern den Umgang mit diesem sensiblen Thema zu erleichtern, wurde 2022 mit Ohana eine App für digitalen Kinderschutz auf den Markt gebracht (LEADERSNET berichtete). Diese wurde in Österreich DSGVO-konform entwickelt, versteht sich als digitaler Begleiter von Familien und wächst mit dem Alter der Kinder mit. Dabei verknüpft die App technische Schutzfunktionen mit wissenschaftlich fundierten Ansätzen aus der Cyberpsychologie und soll Eltern dabei unterstützten, die Bildschirmzeiten zeitlich und app-spezifisch zu strukturieren, Inhalte altersgerecht zu filtern und Gespräche über die digitale Welt konstruktiv zu begleiten. Im Mittelpunkt steht dabei der KI-gestützte "Smart App Check", der Apps bewertet und Eltern dabei hilft, informierte Entscheidungen zu treffen. "Was uns besonders macht, ist die Kombination aus digitaler Grundbildung, umfassendem Webschutz, nachvollziehbaren Nutzungsstatistiken und Vergleichen mit Gleichaltrigen. Wir geben Eltern Orientierung, respektieren die Privatsphäre der Kinder und machen Regeln nachvollziehbar statt willkürlich. Ziel ist ein gesunder Umgang mit Smartphone und Co für die ganze Familie", so Orgler abschließend.
www.saferinternet.at
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