Stadtbelebung
Graz soll mit Surfwelle in der Mur bis 2040 unter die Top-10-Städte Europas

| Gerhard Krispl / LEADERSNET-ART Herausgeber 
| 24.02.2026

Wirtschaftskammer, Minister Hattmannsdorfer und Hotelier Marko präsentierten mutige Vision: die Mur als urbaner Erlebnisraum für Städtetouristen.

Die Grazer Wirtschaft schlägt Alarm – und präsentiert gleichzeitig eine Vision, die aufhorchen lässt. Während die Tourismusdaten rückläufig sind und internationale Hotelketten ihre Doppelzimmer um 65 Euro verschleudern, weil die Frequenzen in der Innenstadt eingebrochen sind, zeigt sich ein paradoxes Bild: Der Städtetourismus boomt europaweit, nur Graz profitiert nicht davon.

Ein ambitioniertes Ziel mit klarer Botschaft
Jetzt holen Wirtschaftskammer-Obmann Bernhard Bauer, Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer und Formel-1-Legende Helmut Marko zum Gegenschlag aus. Ihr Ziel: "Graz soll bis 2040 auf der Bucket-List europäischer Städtetouristen unter den Top 10 stehen." Die Kampagne läuft unter dem Motto "Mehr Besucher. Mehr Wirtschaft. Mehr Graz." Das klingt ambitioniert – besonders für eine Stadt, die aktuell mit Leerständen im Handel und negativen Auswirkungen der Automobilkrise kämpft. Doch die Initiatoren sind überzeugt: Graz hat alle Voraussetzungen, nur fehlt der Mut zur Umsetzung.

WKO Graz
Besonders die Gruppe der unter 25-Jährigen würde die City meiden, warnt Bauer – "ein düsteres Bild, das Zukunftspessimismus nähre." ©FotoAgathonKoren

Die Mur als ungenutzter Schatz
Das Herzstück der Vision ist so simpel wie genial: Die Mur soll vom ungenutzten Fluss zum pulsierenden urbanen Erlebnisraum werden. Marko und Bauer verweisen auf erfolgreiche Beispiele wie Ljubljana, Maribor, Salzburg und Wien, die ihre Flüsse längst als Anziehungspunkte mit Gastronomie nutzen.

Die Wirtschaftskammer präsentiert eine durch KI bearbeitete Visualisierung, die zeigt, wie eine Surfwelle mitten in der Mur aussehen könnte – umgeben von belebten Promenaden, Pop-Up-Gastronomie und Eventflächen. "Es braucht die rasche Umsetzung der Surfwelle an der Mur um rund 1,8 Millionen Euro zur Gratisnutzung, damit es wieder einen Leuchtturm gebe, der Menschen ins Zentrum lockt", fordert Bauer.

WKO Graz
Die Wirtschaftskammer kann sich auf breite Unterstützung berufen: 75 Prozent der Grazer Unternehmerinnen undUnternehmer sehen großes Potenzial in der Mur-Vision. ©Kratzer&Partner ZT (durch KI bearbeitet)

Von Großevents bis Champions League
Doch die Vision geht weit über eine Surfwelle hinaus. Bauer fordert eine Rückbesinnung auf Großevents: "Die aktuelle Winterolympiade, da hat Graz diskutiert, ob wir sie veranstalten. Der Song Contest wäre eine Riesenchance für Graz gewesen." Auch die spätere Gastgartensperrstunde um Mitternacht und der Bau eines Champions-League-tauglichen Stadions stehen auf der Agenda.

Minister Hattmannsdorfer unterstützt die Initiative mit konkreten Maßnahmen: Paketabgaben für internationale Online-Handelsgiganten, Novellen der Gewerbeordnung und Erleichterungen bei der Betriebsübergabe. Sein Appell an die Stadtpolitik ist eindeutig: "Das Rathaus muss die Hausaufgaben machen – es geht um Erreichbarkeit der Stadt, Parkplätze, aber auch die Lebensqualität."

Graz steht an einem Scheideweg. Das UNESCO-Weltkulturerbe allein reicht nicht mehr aus. Die Stadt braucht ein frisches Image als junge, moderne, innovative Metropole – urban, lebensfroh, hip. Die Mur könnte genau der USP sein, der Graz von anderen Städten abhebt.
Ob die Vision Realität wird, hängt jetzt von Politik und Verwaltung ab. Die Wirtschaft hat ihre Hausaufgaben gemacht – jetzt ist das Rathaus am Zug.

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Herausgeber von LEADERSNET-ART ist Gerhard Krispl.

 

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