"Best of Austria"
Winzer und Köche verraten, was beim Wiener Opernball aufgetischt wird

Der "Ball der Bälle" steht vor der Tür und heißt in Kürze mehr als 5.000 Besucher:innen willkommen. Nun geben die Betreiber:innen der Weingüter und die Küchenchef:innen Einblicke in das kulinarische Aufgebot, das heuer unter dem Motto "Best of Austria" steht. 

Am 12. Februar richten sich alle Augen wieder auf die Wiener Volksoper, wenn das Highlight der Ballsaison, der Wiener Opernball, ansteht. Über 5.000 nationale und internationale Gäste werden im Rahmen der Prestigeveranstaltung in den historischen Gemäuern erwartet – darunter zahlreiche Celebrities sowie ranghohe Vertreter:innen aus Politik, Wirtschaft, Kunst und Kultur. Denn nicht umsonst gilt die Veranstaltung als der "Ball der Bälle".

Hohes Ansehen, hohe Kosten

Da der Wiener Opernball über die Landesgrenzen hinaus Ruhm genießt, ist es weniger verwunderlich, dass Besucher:innen für Speis und Trank den einen oder anderen Euro mehr zahlen müssen. Neben dem Ticket, das heuer mit 15 Euro mehr berechnet wird und dementsprechend 410 Euro kostet, schlagen auch die Preise für Essen und Trinken zu Buche. So kostet beispielsweise ein Paar Würstel 18 Euro – und damit nochmals zwei Euro mehr als 2025 - und ein 0,33-Liter-Bier 15,50 Euro (LEADERSNET berichtete). 

Doch wer steckt eigentlich hinter der Verpflegung der Opernball-Gäste? Die Auswahl über Winzer:innen und Köch:innen getroffen hat der Direktor der Wiener Volksoper Bogdan Roščić gemeinsam mit einem Führungstrio. Zusammen haben sie dem "Ball der Bälle" neuen Drive gegeben und sich für das Motto "Best of Austria" entschieden. Dementsprechend zeigt sich beim Wiener Opernball die kulinarische Vielfalt des Landes.

Winzer:innen geben Einblicke

Für die prunkvolle Weinbegleitung zeichnet sich unter anderem das Weingut Kerschbaum aus Horitschon im Burgenland verantwortlich. Sie dürfen mit zwei Weinen beim "Ball der Bälle" mittanzen: ihre Cuvée Opera und Impresario. Die Cuvée besteht aus 60 Prozent Blaufränkisch und 40 Prozent Merlot. Ihr Auftritt ist stark, der Abgang bleibt somit in Erinnerung – kraftvoll, aber nicht zu laut. Der Impresario weiß ist ebenfalls eine Spitzencuvée und beeindruckt mit dunklen Beeren, Nuancen von Edelholz sowie einem Duft nach Herzkirschen. Betrieben wird das Weingut von Michael und Stephanie Kerschbaum, die heuer erstmals live beim Highlight der rot-weiß-roten Ballsaison dabei sind. "Der Wiener Opernball steht für Grandezza, Präzision und Emotion – genau wie diese beiden Weine. Die Cuvée Impresario gibt in der Oper den Ton an: kraftvoll, strukturiert und mit Tiefe. Opera wiederum tanzt ausdrucksstark, aber immer harmonisch und gefühlvoll über die Tanzfläche. Zwei Weine, die wie gemacht sind für einen Abend voller Glamour, klassischer Musik und unvergesslicher Momente", so Michael Kerschbaum. Ebenfalls Teil des Weinangebots sind die Rebensäfte des Weinguts Mayer am Pfarrplatz, das mit dem Wiener Gemischten Satz DAC vertreten sein wird, bei dem der Grüne Veltliner und der Riesling den Ton angeben. Für die Rebensäfte am Nussberg wachsen verschiedene Sorten in derselben Rebzeile. Sie werden gemeinsam geerntet und vinifiziert. Die Sortenvielfalt sorgt dabei für komplexe Aromen. Die Weine sind zudem gepaart mit den österreichischen Rebsorten Rotgipfler und Zierfandler und ergeben so einen harmonischen, aromatischen Weißwein. 

Die grün-weiße Fahne hält auch das Weingut Sattlerhof mit dem Sauvignon Blanc Gamlitz hoch. Der Wein verfügt über eine knackige Säure und belebende Aromatik. Er wächst auf kristallinem Quarzgestein auf einem prähistorischen Korallenriff und eigne sich als charmanter Begleiter zu vielen Speisen. Serviert wird er beim Opernball von den Senior-Chef:innen Willi und Maria SattlerBernhard Ott, der auch als "Mr. Grüner Veltliner" bekannt ist, zählt ebenfalls zu den vertretenen Winzer:innen. Sein Wein stammt aus der Ried Rosenberg und verkörpert geradezu prototypisch jene Stilistik, die man international mit dem österreichischen Weißwein in Verbindung bringt. An der Bar wird es zudem seinen Statement-Wein "Der Ott" geben. "Ganz wir, ganz ich. Pur und ungestüm", so der Winzer. Einen Platz beim Opernball findet auch das Weingut Hirtzberger aus der Wachau, das von Franz Hirtzberger jun. geführt wird. Das Mikroklima zwischen den pannonischen Strömungen im Donautal und den kühlen Fallwinden aus dem Waldviertel sorgt für Weine, die von Reife und Vollmundigkeit sowie von kühlen Aromen geprägt sind. Für den Riesling Steinterrassen Federspiel bewirtschaftet das Weingut verschiedene Terrassenweingärten rund im Spitz. Der Hochrain Riesling Smaragd kommt wiederum von der gleichnamigen Lage und ist noch komplexer. Das Weingut Moric von Winzer Roland Velich sorgt zudem für Rotweingenuss und rundet damit das Weinsortiment des Opernballs ab. Der Burgenländer hat für seinen "Blaufränkisch Lutzmannsburg Alte Reben" bei James Suckling die Höchstnote von 100 Punkten bekommen. In Ungarn hat sich der Winzer zudem einer weiteren Traditionssorte verschrieben, dem Furmint. 

Einen sprudelnden Auftritt hat dafür das Schloss Gobelsburg, dafür sorgte Gastronomin Birgit Reitbauer. Das Kamptaler Weingut vinifiziert ausschließlich nach der "Méthode Traditionelle". In den Logen und an den Bars werden somit die Sekte Brut Reserve, Blanc de Blanc und Brut Rosé ausgeschenkt. Zehn bis zwölf Monate werden die Grundweine in den kühlen Kellern gereift, bevor sie für die zweite Gärung in Flaschen gefüllt werden. Dort liegen sie dann nochmals drei Jahre auf der Hefe, ehe sie händisch abgerüttelt und degorgiert werden. Und mitten zwischen Sekt und Weinen lässt sich schließlich auch Wiens größte Privatbrauerei finden, nämlich die Ottakringer Brauerei

Ein Ausblick auf die Teller

Die beim Wiener Opernball angebotenen Speisen stammen ebenfalls von namhaften Köch:innen. Das Essen mit dem wohl außergewöhnlichsten Namen serviert dabei das Steirereck mit dem "Hausschwein im Ballkleid". Spitzenkoch Heinz Reitbauer (LEADERSNET berichtete u.a. hier) schneidert dafür aus rotem Paprika eine festliche Robe für das Schweinegericht. Zudem reicht das Steirereck-Team "Bittersüßen Luxus", dabei handelt es sich um verschiedene Bittersalate mit Kerbelwurzel, Wintertrüffel und Waldmeister. 

Haubenkoch Josef Floh gilt als radikal nachhaltiger Küchenprofi. So weigert er sich, in Großmärkten einzukaufen und verzichtet unter dem Motto "Radius 66" auf Produkte, die weit anreisen müssten. Beim "Ball der Bälle" tischt er Krautrouladen mit "Chilimanscharo" auf – so der Titel seiner selbst kreierten Chilipaste. Wer es weniger scharf mag, kann auf eingelegten Königsspargel mit geflämmtem Fisch und Safran zurückgreifen. 

Ebenfalls für die Kulinarik verantwortlich zeichnet sich auch Spitzenkoch Thomas Dorfer, der erst kürzlich bei Gault & Millau mit fünf Hauben ausgezeichnet wurde (LEADERSNET berichtete). Der gebürtige Kärntner führt das Lokal Landhaus Bacher. Für den Opernball hat er eine Speise entworfen, die seiner Heimat ebenso Tribut zollen soll wie dem Opernambiente: Imperiale Kärntner Nudeln. Diese sind angereichert mit brauner Butter, Perigord Trüffel und gepickeltem Rahmbummerlsalat. Alternativ gibt es bei Dorfer mariniertes Wintergemüse mit einer Tapenade von Dörrfrüchten und Nüssen und dazu Petersilienmarmelade. 

Green Event 

Der Wiener Opernball wurde heuer auch als Green Event nach den Kriterien des Österreichischen Umweltzeichens ausgezeichnet. Das Zertifikat bestätigt, dass die Traditionsveranstaltung die umfassenden Kriterien der Österreichischen Umweltzeichen-Richtlinie für Green Events erfüllt. Zudem wird das nachhaltige Engagement damit transparent und nachvollziehbar dokumentiert.

Ein besonderer Fokus lag auf dem Catering: Rund 80 Prozent der angebotenen Speisen, darunter auch die traditionellen Opernballwürstel, stammen aus biologischer und regionaler Herkunft. Mit der Green-Event-Zertifizierung zeigt der Wiener Opernball, dass Nachhaltigkeit und Tradition einander nicht ausschließen, sondern vielmehr, dass ein Abend von internationaler Strahlkraft auch ökologisch verantwortlich organisiert werden kann.

www.opernball.at

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