Global M&A Industry Trends 2026
So revolutioniert KI den Transaktionsmarkt

| Redaktion 
| 05.02.2026

Während die Zahl der Abschlüsse verhalten bleibt, sorgen wenige großvolumige Deals für steigende Gesamtwerte. Künstliche Intelligenz prägt dabei nicht nur strategische Entscheidungen, sondern verändert auch Prozesse und Prioritäten.

Der weltweite Markt für Fusionen und Übernahmen (M&A) tritt 2026 in eine neue Phase ein. Statt einer klassischen konjunkturellen Erholung prägen strukturelle Veränderungen das Geschehen. Massive Investitionen in Künstliche Intelligenz sowie die Rückkehr großvolumiger Transaktionen verändern die Kräfteverhältnisse im globalen M&A-Umfeld. Das geht aus dem aktuellen Global M&A Industry Trends 2026 Outlook von PwC hervor.

Obwohl die Anzahl der Transaktionen insgesamt gedämpft bleibt, steigt der Gesamtwert der abgeschlossenen Deals deutlich an. Ausschlaggebend dafür ist eine wachsende Zahl sogenannter Megadeals mit einem Volumen von mehr als fünf Milliarden US-Dollar.

KI-förmiger Markt begünstigt große Käufer:innen

Diese Entwicklung verstärkt die Polarisierung des Marktes. Gut kapitalisierte Käufer:innen, häufig technologiegetrieben und mit Sitz in den USA, profitieren überproportional von den aktuellen Rahmenbedingungen. Gleichzeitig bleibt ein breites Segment kleinerer und mittelgroßer Transaktionen zurück. Unsicherheiten bei Unternehmensbewertungen, ein anspruchsvolles Finanzierungsumfeld sowie offene Fragen zur strategischen Bedeutung von KI bremsen viele potenzielle Deals.

Der M&A-Markt entwickelt sich damit zunehmend K-förmig: Während ein Teil der Akteur:innen seine Marktposition weiter ausbaut, geraten andere Segmente ins Hintertreffen.

KI prägt Strategie und Umsetzung von Transaktionen

Künstliche Intelligenz sei dabei längst mehr als ein einzelnes Investitionsthema. Sie beeinflusse die strategische Logik von Übernahmen ebenso wie deren operative Umsetzung. Beschleunigte Transaktionsprozesse, datenintensivere Due-Diligence-Prüfungen und steigende Anforderungen an Transparenz würden somit die Grundlagen der M&A-Praxis verändern.

Gleichzeitig binde der aktuelle globale Investitionszyklus im KI-Bereich erhebliche finanzielle Ressourcen. Kurzfristig könne dies die M&A-Aktivität dämpfen. Mittel- bis langfristig werde dieser Investitionsschub jedoch als Auslöser neuer Transaktionsdynamiken gesehen, wenn Unternehmen gezielt Akquisitionen nutzen, um Transformation zu beschleunigen oder technologische Fähigkeiten zuzukaufen.

"Jenseits des klassischen Spannungsfelds zwischen organischem und anorganischem Wachstum stehen Führungsteams heute vor der Frage, wie konsequent sie in KI investieren. Das erfordert kritische Portfolioprüfungen und führt zunehmend zu Desinvestitionen nicht-strategischer Vermögenswerte", sagt Gregor Zach, Partner und M&A Leader bei PwC Österreich.

Österreichischer Markt von Großdeals getragen

Auch in Österreich zeigt sich laut dem Experten ein differenziertes Bild. Im Jahr 2025 ist die Zahl der M&A-Transaktionen um rund neun Prozent gesunken und liegt damit wieder auf dem Niveau der Vorjahre. Gleichzeitig haben mehrere großvolumige Auslandsakquisitionen österreichischer Unternehmen den Markt gestützt. Dazu zählen unter anderem zwei Transaktionen mit einem Volumen von jeweils über fünf Milliarden US-Dollar in der Petrochemie sowie im Finanzdienstleistungssektor.

"In Österreich ist die M&A-Dynamik weniger von KI und Tech-Innovationen getrieben. Vielmehr stehen Konsolidierungs- und Kostendruck in einem herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld im Vordergrund – daher sehen wir zunehmend auch Transaktionen im Zuge von Restrukturierungen und Insolvenzen", so Gerald Eibisberger, Partner und Deals Leader bei PwC Österreich.

Ausblick auf 2026

Für das Jahr 2026 erwarten die Studienautoren einen selektiven, aber chancenreichen M&A-Markt. Erfolgreich agieren sollen vor allem Unternehmen mit klarer strategischer Ausrichtung, stabilem Kapitalzugang und der Fähigkeit, neue Technologien auch in den Transaktionsprozess zu integrieren. Abwartendes Verhalten werde demnach zunehmend zum Risiko, gefragt seien entschlossene Entscheidungen in einem Marktumfeld, das durch wachsende Ungleichgewichte geprägt ist.

Weitere Informationen zur Studie finden Sie hier

www.pwc.at

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