Ein Jahr lang hat Gault&Millau an ihrem neuen Guide 2026 gearbeitet, der einen Überblick über die besten Gastronom:innen und Restaurants des Landes bietet. Nun, nach Fertigstellung des genussvollen Überblickswerkes, wurde dieser im feierlichen Rahmen im Andaz Vienna präsentiert. Zugleich diente die Veranstaltung dazu, herausragende Leistungen in der Gastronomie zu würdigen und die Verantwortlichen vor den Vorhang zu holen. Bei der Veranstaltung dabei waren zahlreiche Spitzenköch:innen des Landes, aber auch Medienvertreter:innen und Funktionär:innen der Wirtschaftskammer Wien.
Letztere war unter anderem durch Martina Haslinger-Spitzer, Fachgruppenobmann-Stv. Gastronomie der Wirtschaftskammer Wien vertreten. Sie erklärt, dass die Wiener Wirtshäuser eine lange Tradition haben: "Die Wiener Wirtshäuser sind ein großer Bestandteil in der städtischen Kultur. Es ist ein Zusammenkommen von verschiedenen Arten und Weisen, der Gastlichkeit, des Vergnügens, der Kulinarik – also im Wirtshaus kommen die Leute zusammen. Und das gehört ganz einfach erhalten und unterstützt und daher hat sich die Wiener Wirtschaftskammer entschlossen, gerade diesen Punkt jetzt auf die Wiener Wirtshauskultur zu setzen und hier auch ein wenig zu investieren, damit die Wiener Wirtshäuser sichtbar werden – weil sie erhaltenswert sind. Weil sie Arbeitsplätze schaffen und einfach ein wichtiger Bestandteil sind und zu Wien dazugehören."
Kulinarische Abräumer:innen
"Es geht ständig bergauf. Es gibt eigentlich immer mehr Hauben. Heuer haben wir einen neuen Fünfhauber", so Karl Hohenlohe, Herausgeber Gault&Millau, der die Verleihung der fünften Haube als persönliches Highlight des Tages beschreibt. "Ich kenne diese Person schon sehr, sehr lange. Und wir waren lange im Gespräch, sollen wir oder sollen wir nicht. Und letztendlich ist es uns gelungen, und ich glaube, diese Person wird sich sehr freuen." Die begehrte Auszeichnung ging schließlich an Thomas Dorfer, Küchenchef vom Landhaus Bacher. Er erreichte 19 Punkte. Schon 2009 hat er als Koch des Jahres von sich überzeugen können. Nun, 16 Jahre später, sind er und sein Team in der Runde der 5-Hauben-Betriebe angekommen.
Den Titel "Koch des Jahres" darf sich dafür heuer Vitus Winkler auf die Fahnen schreiben, der auf den Tellern all das verarbeitet, was ihn tagtäglich umgibt – ganz gleich, ob Wiese, Wälder oder Berge. Mit dieser Haltung hebt er sich von anderen Köch:innen ab und macht sich des Preises verdient.
Erstmals wird im Guide "Female Power" beleuchtet. Nachdem die vergangenen Jahre gezeigt hatten, dass Frauen in der hiesigen Gastronomie nicht minder leistungsstark sind, wird Theresia Palmetzhofer vom Gasthaus zur Palme im Mostviertel mit der vierten Haube geehrt. Lisa Morent vom Tiroler "s'Moret" erhielt dafür den Titel als "Newcomerin des Jahres" und Julia Knoll vom Bruderherz Fine Dine im Tiroler Fiss wurde zur "Patissière des Jahres" ernannt. Gloria Conti vom Ikarus im Hangar-7-Salzburg ging zudem mit dem "Service Award des Jahres" nach Hause.
"Die Preise haben einen großen Stellwert. Und das freut. Ich will mich jetzt nicht selbst loben, aber ich glaube, wenn man den Titel Koch des Jahres oder den Wein des Jahres oder Sommelier des Jahres bekommt, dann hat das schon eine gewisse Strahlkraft. Und wenn man das zu nutzen versteht, dann kann sich das natürlich auch wirtschaftlich positiv auswirken auf einen Betrieb. Und gerade in Zeiten wie diesen, glaube ich, kann das jede:r sehr gut brauchen", so Martina Hohenlohe, Herausgeberin Gault&Millau.
Alle Sieger:innen auf einen Blick finden Sie in der Infobox.
Überblick über die Hauben
Die Anzahl der Spitzenbetriebe in Österreich ist auch in diesem Jahr weiter gestiegen. "Wir machen das wirklich lang – 21 Jahre. Und ehrlich gesagt, mache ich das nach wie vor besonders gerne, weil die Branche im Ganzen so angenehm und nett ist", erklärt Karl Hohenlohe. "Sie ziehen alle an einem Strang. Sie helfen sich zum Großteil untereinander. Und da ist immer ein Aufbruch, da ist ständig etwas los, es gibt immer etwas Neues. Ich finde, das ist eine herrliche Branche, deswegen mache ich das auch gerne. Und freue mich auch. Es geht ständig bergauf." Die heurige Hauben-Verteilung sah dementsprechend aus:
- 5 Hauben: 9
- 4 Hauben: 82
- 3 Hauben: 161
- 2 Hauben: 277
- 1 Haube: 251
Weitere Auszeichnungen
Weiters präsentierte das Genussmagazin die 38. Ausgabe seines Weinguides, welcher eine Neuerung birgt. Statt des bisherigen 20-Punkte-Schemas kommt nun ein national sowie international etabliertes 100-Punkte-System zum Einsatz. Unter der Leitung von Daniela Dejnega brachten René Antrag, Hermann Botolen, Gerhard Elze, Darrel Joseph, Erik Klein, René Kollegger, Ivana Kuspita, Walter Kutscher, Alexander Lupersböck, Jan-Hendrik Maier, Manuela Prieth, Luzia Schrampf, Marlene Sturmaier und Christian Zach ihr Fachwissen ein und kamen dabei zum folgenden Ergebnis:
- Sommelier des Jahres: René Kollegger
- Wein des Jahres: Prieler Blaufränkisch Ried Goldberg 2022 (Leithaberg, Burgenland)
- Alternativer Wein des Jahres: Jaunegg, Jardin d’herbes 2023 (Südsteiermark)
- Newcomer des Jahres: Weingut Löffler-Winklhofer (Eisenberg, Burgenland)
- Sekt des Jahres: Malat Blanc de Blancs Große Reserve 2016 (Kremstal, Niederösterreich)
- Weinkarte des Jahres: Alpenstern Damüls
- Österreich-Weinkarte des Jahres: Restaurant Eckel
Zudem verlieh Gault&Millau bereits zum zweiten Mal gemeinsam mit der Verbund AG die "Future Awards" an neun Betriebe in Österreich. Ausgezeichnet werden dabei all jene Tourismus-, Gastronomie- und Beherbergungsbetriebe, die sich in besonderer Weise für Umwelt- und Klimaschutz engagieren. Diese gingen an:
- Future Award Wien: Boutiquehotel Stadthalle
- Future Award Burgenland: Gut Oggau
- Future Award Kärnten: mo.wi
- Future Award Niederösterreich: Naturhotel Steinschalerhof
- Future Award Oberösterreich: Köglerhof
- Future Award Salzburg: VOI.bio
- Future Award Steiermark: Gerüchteküche
- Future Award Tirol: Biohotel Stillebach
- Future Award Vorarlberg: Oswalda Hus
Im Video
LEADERSNET.tv holte neben Karl und Martina Hohenlohe (Herausgeber:in Gault&Millau) sowie Martina Haslinger-Spitzer (Fachgruppenobmann-Stv. Gastronomie, Wirtschaftskammer Wien) auch Alexander Laskowsky (Wiener Wirtshaus des Jahres 2026, Gelbmanns Gaststube), Astrid Steharnig-Staudinger (CEO Österreich Werbung) und Barbara Prilisauer (Fachgruppenobmann-Stv. Gastronomie, Wirtschaftskammer Wien) vor die Kamera.
Einen Eindruck von der Veranstaltung können Sie sich zudem mittels Galerie verschaffen.
www.gaultmillau.at
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