Wie sich Reichtum neu verteilt
Mittelschicht-Millionäre als Treiber des globalen Vermögensbooms

| Tobias Seifried 
| 29.01.2026

Laut PwC steigt das investierbare Vermögen bis 2030 auf 482 Billionen US-Dollar – getragen vor allem von der gehobenen Mittelschicht. Gleichzeitig geraten Asset Manager:innen trotz steigender Volumina zunehmend unter Profitabilitätsdruck.

Wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten "Global Asset & Wealth Management Report 2025" von PwC hervorgeht, wird das weltweit investierbare Vermögen bis 2030 auf 482 Billionen US-Dollar anwachsen. Rund zwei Drittel dieses Zuwachses gehen dem Beratungsunternehmen zufolge auf strukturelle und demografische Verschiebungen zurück – insbesondere auf das Wachstum der sogenannten Mass Affluents. Für die Studie wurden 300 Vermögensverwalter:innen und institutionelle Investor:innen aus 19 Ländern befragt.

Profitabilität im Sinkflug

Parallel dazu dürfte auch das weltweit verwaltete Vermögen (Assets under Management, AuM) wachsen. PwC prognostiziert bis 2030 ein Volumen von 200 Billionen US-Dollar, was einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 6,2 Prozent entspricht. Trotz steigender Vermögenswerte stehen Asset Manager:innen jedoch zunehmend unter wirtschaftlichem Druck. 89 Prozent der Befragten berichten von sinkender Profitabilität. Der Gewinn pro verwaltetem Asset sei seit 2018 um 19 Prozent zurückgegangen und werde sich bis 2030 voraussichtlich um weitere neun Prozent reduzieren.

Als wesentlicher Wachstumstreiber gelten Private Markets. Veranlagungen in Private Equity, Infrastruktur und Immobilien sollen bis 2030 Erlöse von 432 Milliarden US-Dollar generieren und damit mehr als die Hälfte der globalen Einnahmen der Asset-Management-Branche ausmachen. Zusätzlich gewinnen digitale Vermögenswerte an Bedeutung. Tokenisierte Fonds verzeichnen laut Bericht ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 41 Prozent und sollen von rund 90 im Jahr 2024 auf 715 Milliarden US-Dollar im Jahr 2030 anwachsen.

Druck von Investorenseite steigt

Gleichzeitig steigt der Druck von Investorenseite. Sechs von zehn institutionellen Anleger:innen geben an, ihre Vermögensverwalter:innen aufgrund hoher Gebühren wahrscheinlich zu wechseln. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, investieren Asset Manager:innen verstärkt in Technologie, Personal und Kooperationen. Rund 50 Prozent setzen auf strategische Partnerschaften mit Wealth Manager:innen und FinTechs, um technologiegestützte Ökosysteme aufzubauen.

Thomas Steinbauer, Asset & Wealth Management Leader bei PwC Österreich, erklärt: "Künstliche Intelligenz verändert nicht nur die Technologie, sondern das Geschäftsmodell selbst." Entscheidend sei nicht mehr die Größe der verwalteten Assets, sondern die Fähigkeit, sich rasch neu zu erfinden und personalisierte Lösungen für neue Anleger:innengenerationen zu entwickeln, so Steinbauer.

Besonders dynamisch entwickelt sich das Segment der Mass Affluents – Personen mit einem Vermögen zwischen 100.000 und einer Million US-Dollar. Diese Gruppe wachse laut PwC jährlich um 5,7 Prozent und trage maßgeblich zum globalen Vermögensanstieg bei. Auch die Zahl der High Net Worth Individuals mit einem Vermögen von mindestens einer Million US-Dollar nehme mit rund 6,5 Prozent pro Jahr weiter zu.

Branchentrends

Die strategischen Prioritäten der Branche sind damit klar umrissen: 50 Prozent der Asset Manager:innen sehen Partnerschaften als wichtigsten Zukunftstreiber, noch vor Tokenisierung und digitalen Assets. Zugleich geben 69 Prozent der institutionellen Investor:innen an, bevorzugt mit jenen Anbieter:innen zusammenzuarbeiten, die konsequent auf Technologie und Künstliche Intelligenz setzen.

Für den heimischen Markt seien die kommenden Jahre richtungsweisend, betont Steinbauer. Wer nicht in KI-gestützte Betriebsmodelle, Private-Markets-Kompetenz und Kooperationen investiere, werde im internationalen Wettbewerb an Bedeutung verlieren.

www.pwc.at

Über die Studie

Für den Global Asset & Wealth Management Report 2025 von PwC wurden 300 globale Vermögensverwalter:innen, Distributor:innen und institutionelle Investoren aus 19 Ländern zwischen August und September 2025 befragt. Die Teilnehmenden decken laut PwC ein breites Spektrum an AuM-Größen ab – mehr als die Hälfte verwaltet demnach über 50 Milliarden US-Dollar.

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Über die Studie

Für den Global Asset & Wealth Management Report 2025 von PwC wurden 300 globale Vermögensverwalter:innen, Distributor:innen und institutionelle Investoren aus 19 Ländern zwischen August und September 2025 befragt. Die Teilnehmenden decken laut PwC ein breites Spektrum an AuM-Größen ab – mehr als die Hälfte verwaltet demnach über 50 Milliarden US-Dollar.

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