Zahlreiche Online-Shops betroffen
E-Commerce-Betrug bleibt auf hohem Niveau und verursacht große Schäden

| Redaktion 
| 27.01.2026

Eine aktuelle Umfrage des Handelsverbands Österreich und von Crif zeigt, dass viele Händler:innen steigende Risiken sehen und teils hohe Schäden melden. Zugleich setzen immer mehr Betriebe auf Präventionsmaßnahmen zur Erkennung betrügerischer Aktivitäten.

In Österreich melden rund 64 Prozent der befragten Online-Shops, dass sie bereits mit Betrug oder Betrugsversuchen zu tun hatten. Bei näherer Betrachtung der vergangenen zwölf Monate berichten 46 Prozent der E-Commerce-Unternehmen von weiter gestiegenen Betrugsrisiken, während für 42 Prozent das Niveau der Betrugsfälle konstant hoch blieb. Nur zwölf Prozent verzeichnen einen Rückgang bei Betrugsfällen im Vergleich zum Vorjahr. Die Ergebnisse basieren auf der Umfrage "Betrug im E-Commerce" des Handelsverbands Österreich und von Crif, an der 99 heimische Online-Shops teilnahmen (Siehe Infobox).

Häufige Arten von Betrug

Laut Studie ist das am häufigsten gemeldete Betrugsmuster mit 51 Prozent das Abstreiten des Warenerhalts, also das Leugnen, die Ware erhalten zu haben. Weitere oft genannte Formen sind die Angabe verfälschter Namens- oder Adressdaten (49 %) und Identitätsbetrug (43 %), bei dem sich Käufer:innen als andere reale Personen ausgeben. 42 Prozent der Shops berichten von gestohlenen Zahlungsdaten, und 32 Prozent nennen Eingehungsbetrug, also bewusste Bestellungen ohne Absicht zur Zahlung. Seltener treten das Abstreiten der Bestellung (21 %), vollständig falsche Identitäten (19 %), Account-Takeover-Angriffe (17 %) oder die Nutzung fiktiver Zahlungsdaten (13 %) auf.

Sicherheitsinvestitionen und Prävention

Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbands, betont die Bedeutung von Schutzmaßnahmen: "Fast zwei Drittel der Online-Shops in Österreich waren bereits von Betrug im Netz betroffen. Das Risiko kann also gar nicht hoch genug eingestuft werden. Investitionen in die Sicherheit sind daher nicht zu teuer. Teuer kann es werden, wenn man nicht investiert." 

"Online-Shops sollten besonders aufmerksam sein, Identitäts- und Zahlungskontrollen verstärken und ihre Betrugspräventionsstrategien überprüfen, um das Umsatzpotenzial nicht durch Verluste zu gefährden. Betrugsprävention ist heute wichtiger denn je: Wer einen Online-Shop betreibt, muss in vielen Fällen damit rechnen, Opfer von Betrug zu werden", ergänzt Anca Eisner-Schwarz, Geschäftsführerin von Crif Österreich. 

Finanzielle Auswirkungen für Händler:innen

Die wirtschaftliche Belastung durch Betrug variiert stark. Für 62 Prozent der teilnehmenden Shops summieren sich die jährlichen Verluste auf weniger als 5.000 Euro. Weitere 22 Prozent sehen Schäden zwischen 5.000 und 10.000 Euro. Sechs Prozent berichten von Verlusten zwischen 10.000 und 50.000 Euro. Auffällig ist, dass rund zehn Prozent der befragten Händler:innen Schäden von bis zu 100.000 Euro pro Jahr melden, was zeigt, dass Betrug im E-Commerce für einzelne Unternehmen existenzielle Folgen haben kann.

Maßnahmen zur Betrugserkennung

Etwa die Hälfte der österreichischen Online-Shops nutzt bereits dedizierte Verfahren, um Betrug zu erkennen. 17 Prozent planen entsprechende Schritte, und 61 Prozent kombinieren manuelle und automatisierte Methoden zur Betrugserkennung. 24 Prozent setzen ausschließlich auf manuelle Prozesse, während 15 Prozent vollständig automatisierte Lösungen nutzen. Handelsverband-Geschäftsführer Will empfiehlt als zusätzliche Orientierung für Konsument:innen vertrauenswürdige Sicherheits-Gütesiegel wie das Trustmark Austria, um seriöse Anbieter:innen auf einen Blick zu erkennen.

www.crif.at

www.handelsverband.at

Über die Studie "Betrug im E-Commerce"

Ziel der Umfrage ist es, aktuelle Entwicklungen und Erfahrungen im Bereich Online-Betrug zu erfassen und der Branche wertvolle Erkenntnisse für die Prävention bereitzustellen.

An der Umfrage nahmen 99 Händler:innen aus ganz Österreich teil. Die Umfrage lief vom 28. November 2025 bis zum 7. Jänner 2026.

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Über die Studie "Betrug im E-Commerce"

Ziel der Umfrage ist es, aktuelle Entwicklungen und Erfahrungen im Bereich Online-Betrug zu erfassen und der Branche wertvolle Erkenntnisse für die Prävention bereitzustellen.

An der Umfrage nahmen 99 Händler:innen aus ganz Österreich teil. Die Umfrage lief vom 28. November 2025 bis zum 7. Jänner 2026.

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