Die Vienna Insurance Group (VIG) hat am Donnerstag die vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 präsentiert. Dabei zeigte sich, dass der Versicherungskonzern ein deutlich verbessertes Ergebnis erzielte und erstmals die Marke von einer Milliarde Euro beim Vorsteuergewinn überschritten hat. Das Prämienvolumen stieg demnach auf 16,3 Milliarden Euro, das Ergebnis vor Steuern erhöhte sich auf rund 1,16 Milliarden Euro – ein Plus von 31,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Der Vorstand will den Aktionär:innen für das Geschäftsjahr 2025 eine Dividendenerhöhung um zwölf Prozent auf 1,73 Euro je Aktie vorschlagen.
Hartwig Löger, Generaldirektor und Vorstandsvorsitzender der VIG, erklärte: "Die VIG erzielte 2025 ein herausragendes Konzernergebnis, welches wieder aus dem starken Wachstum und der hohen Profitabilität aller Länder resultiert." Auf Basis der soliden Kapitalausstattung und der Ergebnisentwicklung wolle der Vorstand eine höhere Dividende vorschlagen. Zugleich betonte er, dass die geplante Übernahme der Nürnberger Versicherung das Ergebnis künftig zusätzlich stärken und die Diversifikation der Gruppe weiter ausbauen könne.
Wachstum in mehreren Märkten
Das Prämienvolumen erhöhte sich im Jahr 2025 laut eigenen Angaben um 7,1 Prozent auf 16,3 Milliarden Euro. Besonders dynamisch entwickelten sich laut Unternehmen die Märkte in Polen mit einem Plus von 10,7 Prozent sowie in der erweiterten CEE-Region mit 9,2 Prozent. Auch in der Tschechischen Republik und in Österreich wurden Zuwächse verzeichnet.
Innerhalb der einzelnen Sparten legte die Krankenversicherung mit 11,4 Prozent am stärksten zu, gefolgt von der Lebensversicherung mit 8,9 Prozent und der Kfz-Haftpflichtversicherung mit 7,6 Prozent.
Auch die versicherungstechnischen Erträge wuchsen deutlich und stiegen um 8,7 Prozent auf rund 13,2 Milliarden Euro. Treiber waren ebenfalls mehrere Sparten, wobei die Krankenversicherung mit einem Plus von 15,5 Prozent die stärkste Dynamik zeigte.
Deutlicher Ergebnissprung
Der Vorsteuergewinn erhöhte sich um 31,7 Prozent auf 1,16 Milliarden Euro. Wesentliche Beiträge kamen laut Unternehmen aus den Märkten Polen, der erweiterten CEE-Region, der Tschechischen Republik sowie Österreich.
Beim Nettoergebnis nach Steuern und Minderheiten gab es ein Plus von 33,3 Prozent auf 834,9 Millionen Euro. Das Ergebnis je Aktie erhöhte sich auf 6,46 Euro. Der operative Return on Equity lag bei 18,7 Prozent.
Parallel dazu verbesserten sich auch zentrale Effizienzkennzahlen. Die Netto-Combined Ratio – ein wichtiger Indikator für die Profitabilität im Versicherungsgeschäft – sank auf 90,1 Prozent nach 93,4 Prozent im Jahr zuvor. Neben verbesserten Kosten- und Schadenquoten trug dazu auch das Ausbleiben größerer Unwetterschäden bei.
Solide Kapitalbasis
Die Kapitalanlagen der Gruppe beliefen sich zum Jahresende auf rund 38 Milliarden Euro. Die vorläufige Solvenzquote lag bei 296 Prozent und damit weiterhin deutlich über den regulatorischen Anforderungen. Damit verfüge die Gruppe über eine unverändert starke Kapitalisierung.
Größte Transaktion der Unternehmensgeschichte
Ein zusätzlicher Wachstumsschritt könnte durch die geplante Übernahme der Nürnberger Beteiligungs-AG erfolgen. Die VIG hatte im Oktober 2025 ein Angebot zum Erwerb von bis zu 100 Prozent der Anteile veröffentlicht.
Nach Angaben des Unternehmens habe sich der Konzern bereits rund 99,2 Prozent des Grundkapitals und der Stimmrechte gesichert. Der Abschluss der Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt regulatorischer Genehmigungen und wird für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet.
Neue Strategie bis 2028
Mit der neuen Gruppenstrategie "evolve28" hat sich die VIG zudem ehrgeizige Ziele für die kommenden Jahre gesetzt. Bis 2028 sollen die verrechneten Prämien auf mindestens 20 Milliarden Euro steigen, während das Ergebnis vor Steuern mindestens 1,5 Milliarden Euro erreichen soll.
Darüber hinaus strebt die Gruppe eine Combined Ratio von höchstens 91 Prozent sowie einen operativen Return on Equity von mindestens 17 Prozent an. Die Solvenzquote soll langfristig in einer Bandbreite von 150 bis 200 Prozent liegen.
Positiver Ausblick für 2026
Auch für das laufende Geschäftsjahr zeigt sich das Management optimistisch. Die Ratingagentur Standard & Poor's bestätigte zuletzt das Rating der VIG mit "A+" und hob den Ausblick von stabil auf positiv an.
Liane Hirner, Finanz- und Risikovorständin der VIG, erklärte, die Gruppe sei weiterhin gut auf volatile geopolitische und makroökonomische Rahmenbedingungen vorbereitet. Vor dem Hintergrund der hohen Resilienz und Diversifikation strebe das Management für 2026 – ohne Berücksichtigung der geplanten Nürnberger-Übernahme – ein Ergebnis vor Steuern zwischen 1,25 und 1,3 Milliarden Euro an.
Die endgültigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 will die VIG mit der Veröffentlichung ihres Geschäftsberichts Ende April 2026 präsentieren.
www.group.vig
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