Wurstproduzent legte im Vorjahr leicht zu
Wiesbauer behauptet sich in schwierigem Marktumfeld

| Wolfgang Zechner 
| 27.01.2026

Das Wiener Traditionsunternehmen Wiesbauer blickt auf ein herausforderndes Geschäftsjahr zurück. Trotz anhaltend schwieriger Rahmenbedingungen erzielte der Fleisch- und Wurstspezialist einen Gruppenumsatz von 272 Millionen Euro.

Der größte Umsatzanteil entfällt weiterhin auf den Wiener Stammbetrieb, die Wiesbauer Österreichische Wurstspezialitäten GmbH. Mit einem Umsatz von 120 Millionen Euro nach 118 Millionen Euro im Vorjahr sowie einem Absatz von 12.500 Tonnen wurde das Niveau des Jahres 2024 leicht gesteigert. Auch das Deutschlandgeschäft entwickelte sich stabil, der Exportanteil der Gruppe liegt mittlerweile bei über 53 Prozent.

Zuwächse in den Tochterunternehmen

Positive Impulse kamen 2025 aus mehreren Beteiligungen. Der Salzburger Betrieb Senninger steigerte seinen Umsatz um eine Million Euro auf 17 Millionen Euro, Wiesbauer Dunahús in Ungarn erzielte ebenfalls ein Plus von einer Million Euro und kam auf 23 Millionen Euro Umsatz. Besonders deutlich fiel das Wachstum bei der Gastro-Range Wiesbauer Gourmet aus. Der Umsatz stieg von 81 auf 112 Millionen Euro. Treiber dieser Entwicklung waren die Übernahmen der Firma Kabinger in Payerbach im Jahr 2024 sowie des Wiener Traditionsbetriebs Trünkel im Jahr 2025. Beide Unternehmen wurden erfolgreich in die Holding integriert und tragen mit 13 beziehungsweise zehn Millionen Euro zum Umsatz bei.

Stabilität trotz hoher Kosten

Vorstandsvorsitzender Thomas Schmiedbauer zeigt sich angesichts der Rahmenbedingungen zufrieden. "Mit der Entwicklung muss man sich angesichts der aktuellen Wirtschaftssituation zufrieden geben. Ich bin sehr stolz, dass wir trotz der vorherrschenden Rahmenbedingungen und der anhaltend hohen Kosten die Unternehmensgruppe positiv weiterentwickeln konnten", so Schmiedbauer. Die Fleisch- und Wurstbranche steht in Österreich seit Jahren schwer unter Druck. Hersteller klagen über stark gestiegene Personal-, Energie- und Rohstoffkosten bei fehlenden Preiserhöhungen durch den Lebensmittelhandel. 

Ausblick und Investitionen

Für 2026 rechnet Wiesbauer nicht mit einer spürbaren Entspannung des Marktumfelds. "Auch 2026 wird voraussichtlich ein sehr schwieriges Jahr für unsere Branche", erwartet Schmiedbauer. Gleichzeitig bleibt der Vorstand vorsichtig optimistisch und verweist auf geplante Investitionen. Am Standort Wien sind umfangreiche Investitionen in Automatisierung, KI und Robotik vorgesehen, um Produktions- und Absatzmengen zu steigern und gleichzeitig die Mitarbeiteranzahl konstant zu halten. Insgesamt beschäftigt die Gruppe 935 Mitarbeiter:innen, davon rund 500 in Wien.

Zusätzlich wird der Ausbau der Photovoltaikanlage vorangetrieben, um die Energieeffizienz weiter zu verbessern. Das Investitionsvolumen für 2026 beläuft sich auf rund sieben Millionen Euro. Produktseitig setzt Wiesbauer weiterhin auf Innovationen, allerdings mit klarer Priorisierung. "Neue Ideen haben wir genug. Aber wir müssen einen Schritt nach dem anderen setzen", sagt Schmiedbauer. Entscheidend bleibe letztlich die Produktqualität: "Wenn Produkte und Geschmack passen, brauchen wir uns um den Umsatz keine Sorgen zu machen." 

www.wiesbauer.at

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