Tankstelle, Café und Lebensmittelgeschäft
Nahversorger "Yes" legt Millionenpleite hin

Der Betreiber von Tankstelle, Café und Lebensmittelgeschäft dürfte die immensen Umbaukosten unterschätzt haben.

Die Rath GmbH mit Sitz im steirischen Großpesendorf hat am Mittwoch, dem 28. Jänner, einen Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung eingebracht. Laut Alpenländischem Kreditorenverband (AKV) sei mit einer zeitnahen Verfahrenseröffnung zu rechnen. Das Unternehmen ist Betreiber einer Tankstelle sowie eines Cafés und eines Lebensmittelhandels, jeweils unter der Marke "yes", womit man als Nahversorger sowie gesellschaftlicher Treffpunkt der Region fungieren. Gegründet wurde die Schuldnerin im Jahr 2006, als Gesellschafter:innen agieren Maria Rath (Prokuristin) und Josef Rath (Geschäftsführer). Im Unternehmen beschäftigt sind aktuell 23 Dienstnehmer:innen.

Die Ursachen

Als Hauptgründe für die wirtschaftliche Schieflage werden mehrere Faktoren genannt. Konkret habe die Covid-19-Pandemie ab März 2020 trotz des Mischbetriebs zu erheblichen Umsatzrückgängen geführt, wobei das Unternehmen aufgrund der weiterhin möglichen Betriebstätigkeit keine Corona-Förderungen oder Unterstützungsleistungen in Anspruch nehmen konnte. Auf Basis kurzfristig positiver Prognosen sei anschließend eine umfassende Modernisierung beschlossen worden, deren Umbaukosten statt der ursprünglich kalkulierten rund 1,76 Millionen Euro auf etwa 2,5 Millionen Euro gestiegen seien, während erwartete Förderungen nur in deutlich geringerem Ausmaß lukriert werden konnten. Zusätzlich hätten stark gestiegene Zinsbelastungen die Finanzierung massiv verteuert, sodass trotz Personalabbau und weiterer Einsparungsmaßnahmen die laufenden Verbindlichkeiten letztlich nicht mehr gedeckt werden konnten.

Insgesamt werden die Passiva mit rund 3,99 Millionen Euro beziffert, wobei der Großteil auf Bankverbindlichkeiten entfällt. Dem stehen Aktiva zu Buchwerten von 5,11 Millionen Euro gegenüber. Die Schuldnerin verfügt zwar über Liegenschaften, allerdings ist davon auszugehen, dass diese erheblich pfandrechtlich belastet sind.

Fortführung geplant

Eine Fortführung des Unternehmens ist vorgesehen. Den Gläubiger:innen wird zunächst ein Sanierungsplan im Ausmaß der gesetzlichen Mindestquote angeboten, konkret 20 Prozent zahlbar innerhalb von zwei Jahren. Die dafür notwendigen Mittel sollen durch die Weiterführung des laufenden Betriebs erwirtschaftet werden. Forderungsanmeldungen können ab sofort über den AKV angemeldet werden.

www.akv.at

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