Nach Blackout in Berlin
Wie sicher ist das österreichische Stromnetz?

| Tobias Seifried 
| 08.01.2026

Sabotageakte, die in Teilen Berlins zu einem Blackout führten, rücken die Sicherheit kritischer Infrastruktur erneut in den Fokus. Expert:innen verweisen auf die hohe Resilienz des heimischen Stromnetzes, warnen jedoch vor neuen Bedrohungslagen.

Die jüngsten Sabotageakte auf das Stromnetz in Berlin, die zu tagelangen Stromausfällen in tausenden Haushalten und Unternehmen führten (LEADERSNET berichtete), haben die Diskussion über die Sicherheit kritischer Infrastruktur auch hierzulande neu entfacht. Vor diesem Hintergrund verweist Oesterreichs Energie auf die hohe Widerstandsfähigkeit des österreichischen Stromnetzes, betont jedoch zugleich den kontinuierlichen Investitionsbedarf.

Netz für vollständige Sicherheit zu groß

Zwar gelte das heimische Netz als eines der sichersten weltweit, doch könne bei einer Infrastruktur mit mehr als 270.000 Kilometern Leitungslänge niemals vollständige Sicherheit garantiert werden, erklärt Barbara Schmidt, Generalsekretärin von Oesterreichs Energie. Für einen großflächigen Stromausfall seien neben erheblicher krimineller Energie auch spezielles Fachwissen notwendig; punktuelle Beschädigungen reichten dafür in der Regel nicht aus.

Ein zentraler Stabilitätsfaktor ist das sogenannte "n-1-Prinzip": Fällt eine Komponente aus, übernehmen andere Netzteile deren Funktion. Bereits in der Planung werde darauf geachtet, dass möglichst jede:r Verbraucher:in aus mehreren Richtungen versorgt werden könne, so Schmidt.

Zuständigkeiten klar geregelt

In Österreich sind die Zuständigkeiten für den Netzschutz klar geregelt. Während die Austrian Power Grid (APG) das überregionale Übertragungsnetz verantwortet, sichern regionale Verteilnetzbetreiber:innen ihre Anlagen. Besonders sensible Bereiche wie Umspannwerke werden rund um die Uhr überwacht; Zutrittskontrollen, technische Sicherungen und die Einbindung von Einsatzkräften sollen Sabotage erschweren.

Ferner erfolgt eine laufende Abstimmung mit Behörden und dem Bundesheer. Sicherheitskonzepte werden im Rahmen gesetzlicher Vorgaben regelmäßig überprüft und an neue Bedrohungsszenarien angepasst (LEADERSNET berichtete).

Schutz ist kein statischer Zustand

Die heimische Elektrizitätswirtschaft investiert jährlich Milliardenbeträge in Netzinfrastruktur, darunter auch in physische und digitale Sicherheit. Dennoch sei Schutz kein statischer Zustand, betont Schmidt: Nicht jede Anlage könne permanent bewacht werden, gezielte professionelle Angriffe ließen sich daher nie vollständig ausschließen.

Um das hohe Niveau der Versorgungssicherheit langfristig zu sichern, fordert Oesterreichs Energie einen regulatorischen Rahmen, der den steigenden Sicherheitsanforderungen Rechnung trägt. Versorgungssicherheit sei das Ergebnis kontinuierlicher Arbeit und entsprechender Investitionen, so Schmidt.

www.oesterreichsenergie.at

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