Fotos und Video vom APG-Pressegespräch
"Wir stellen sicher, dass in Österreich die Lichter anbleiben"

Nach dem landesweiten Stromausfall in Spanien gab es eine kritische Systemanalyse, deren Ergebnisse nun präsentiert wurden. LEADERSNET.tv fragte beim Energieminister und beim APG-Vorstandssprecher nach, welche energiepolitischen Schlussfolgerungen für Österreich gezogen wurden und wie sich das heimische Stromnetz bestmöglich gegen einen Blackout absichern lässt.

Ein großflächiger Stromausfall auf der Iberischen Halbinsel Ende April 2025 hat europaweit Fragen zur Versorgungssicherheit aufgeworfen. Die internationale Expertenkommission, die das Ereignis untersuchte, legte jetzt ihren Zwischenbericht vor. Im Rahmen eines Pressegesprächs am 3. Oktober analysierten Wirtschafts- und Energieminister Wolfgang Hattmannsdorfer und Gerhard Christiner, Vorstandssprecher der Austrian Power Grid (APG), die Ergebnisse und zogen energiepolitische Schlussfolgerungen für Österreich. Als unabhängiger Übertragungsnetzbetreiber verantwortet die APG hierzulande die sichere Stromversorgung.

Ursachenanalyse

Laut dem Bericht führte ein "Ursachenbündel" zum Blackout: überholte Netzanschlussbedingungen, unzureichende Spannungsregelung durch Erzeugungsanlagen und eine reduzierte Sicherheitsreserve im Netz. Auch unklare Zuständigkeiten zwischen den Akteuren hätten die Situation verschärft.

"In Spanien hat man über Jahre hinweg Netzanschlussbedingungen für Kraftwerke nicht aktualisiert. Diese waren beziehungsweise sind nicht auf die aktuelle Dynamik und Volatilität einer größtenteils erneuerbaren Erzeugungswelt ausgerichtet", erklärte Christiner. Zudem habe es zu viele Interpretationsspielräume in den Regularien gegeben, etwa beim Einsatz konventioneller Kraftwerke zur Spannungshaltung.

"In Österreich sind wir aufgrund unserer modernen Netzanschlussbedingungen sowie durch die umgesetzte automatische Spannungsregelung der im Übertragungsnetz angeschlossenen Donaukraftwerke bestmöglich aufgestellt", so der APG-Vorstandssprecher weiter. Das Beispiel Spanien zeige, "dass eine versorgungssichere Energiewende nur dann gelingen kann, wenn alle Akteur:innen des Stromsystems nach klaren, vorausschauenden Regeln handeln und der Netzausbau zeitgerecht und koordiniert erfolgt".

Österreich zieht Lehren

Für Hattmannsdorfer ist der Zwischenbericht ein deutliches Signal: "Versorgungssicherheit ist das A und O unserer Energiepolitik. Die kritische Systemanalyse der APG zeigt, dass wir gut aufgestellt sind – sie zeigt aber auch am Beispiel Spanien, was passiert, wenn man Modernisierung verschleppt."

Österreich zeige hingegen, "was passiert, wenn man handelt", betonte der Minister. "Mit der geplanten Energiemarktreform machen wir unser Netz krisenfest und zukunftssicher. Wir nutzen die Erkenntnisse des Berichts, um gezielt nachzuschärfen – etwa beim Elektrizitätswirtschaftsgesetz." Versorgungssicherheit sei "das Fundament für den Wirtschaftsstandort und eine erfolgreiche Energiewende", sie müsse "Hand in Hand gehen mit Klimaschutz und leistbaren Preisen".

Aus der Analyse ergeben sich drei zentrale Handlungsfelder für die heimische Energiepolitik (siehe Infobox).

Europas Energiesystem unter Druck

Der spanische Blackout zeigte, wie schnell fehlende oder veraltete Regelungen in komplexen Energiesystemen zu Problemen führen können. Um ähnliche Vorfälle zu vermeiden, brauche es europaweit höchste technische Standards, so die APG. Dazu zählen einheitliche Planungsgrundlagen, klare Regularien und ausreichende Systemreserven.

Investitionen in Spannungshaltung und Blindleistungsmanagement seien ebenso notwendig wie der rechtzeitige Netzausbau. Nur so könne die Versorgungssicherheit in einer zunehmend erneuerbaren Energiewelt gewährleistet bleiben.

"Ein Blackout ist kein Naturgesetz", sagte Hattmannsdorfer abschließend. "Mit klaren Regeln, starken Netzen und moderner Infrastruktur stellen wir sicher, dass in Österreich die Lichter anbleiben."

Video-Interview

Was Gerhard Christiner zur kritischen Systemanalyse und den daraus abgeleiteten Schlussfolgerungen für Österreich noch gesagt hat, sehen Sie im LEADERSNET.tv-Video.

Eindrücke von der Pressekonferenz können Sie sich in unserer Galerie machen.

www.apg.at

www.bmwet.gv.at

Sollten Sie das Video nicht abspielen können, klicken Sie bitte hier!

Drei Schwerpunkte für mehr Stabilität

Aus der Analyse ergeben sich drei zentrale Handlungsfelder für die heimische Energiepolitik:

  1. Bessere Gesamtsystemplanung: Engere Koordination zwischen Übertragungs- und Verteilernetzen sowie verpflichtende Datenflüsse sollen die Versorgungssicherheit erhöhen.

  2. Gezielter Netzausbau: Netzkapazitäten sollen transparent ausgewiesen und Engpässe durch abgestimmte Kapazitätsplanung vermieden werden. Neue PV- und Windanlagen müssen steuerbar sein.

  3. Netzdienliches Verhalten fördern: Dynamische Tarife, systemdienliche Speicher und leistungsorientierte Netzentgelte sollen Lastspitzen vermeiden und Stabilität erhöhen.

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Drei Schwerpunkte für mehr Stabilität

Aus der Analyse ergeben sich drei zentrale Handlungsfelder für die heimische Energiepolitik:

  1. Bessere Gesamtsystemplanung: Engere Koordination zwischen Übertragungs- und Verteilernetzen sowie verpflichtende Datenflüsse sollen die Versorgungssicherheit erhöhen.

  2. Gezielter Netzausbau: Netzkapazitäten sollen transparent ausgewiesen und Engpässe durch abgestimmte Kapazitätsplanung vermieden werden. Neue PV- und Windanlagen müssen steuerbar sein.

  3. Netzdienliches Verhalten fördern: Dynamische Tarife, systemdienliche Speicher und leistungsorientierte Netzentgelte sollen Lastspitzen vermeiden und Stabilität erhöhen.

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