Nach RTR-Evaluierung
VÖP und VRM drängen auf Verlängerung der Digitalförderung

Nach der positiven Evaluierung durch die RTR sprechen sich nun sowohl die Privatsender als auch die Regionalmedien Österreichs für eine rasche Fortführung und Anpassung des Fonds für digitale Transformation aus.

Aus der Evaluierung des Fonds zur Förderung der digitalen Transformation (FDT) durch die RTR (Rundfunk und Telekom Regulierungs GmbH) geht hervor, dass die Förderung die digitale Weiterentwicklung privater Medienunternehmen wesentlich unterstützt und in einem herausfordernden Marktumfeld Stabilität geschaffen hat. Angesichts steigenden Transformationsdrucks – insbesondere durch Künstliche Intelligenz – fordern nun sowohl der Verband Österreichischer Privatsender (VÖP) als auch der Verband der Regionalmedien Österreichs (VRM) eine Fortführung und Anpassung des Fonds.

Digitaler Umbau noch nicht abgeschlossen

Laut Evaluierung wurden durch den FDT nachhaltige Investitionen in digitale Technologien, neue Formate und innovative Verbreitungswege angestoßen. In einem von tiefgreifendem Strukturwandel geprägten Umfeld habe sich der Fonds als zentraler Stabilitätsanker erwiesen. Gleichzeitig zeigt die Analyse, dass der digitale Umbau des heimischen Medienmarktes noch nicht abgeschlossen ist. Vor allem die Fortschritte im Bereich der KI verschärfen den Transformationsdruck auf Medienhäuser deutlich. Ohne gezielte Investitionen drohen strukturelle Wettbewerbsnachteile für österreichische Anbieter im Wettbewerb mit globalen Plattformen.

"Der Digitaltransformationsfonds wirkt"

Um Qualität, Unabhängigkeit und Innovationskraft langfristig zu sichern, brauche es weitere entschlossene Schritte, betont der VÖP.

"Die Studie zeigt klar: Der Digitaltransformationsfonds wirkt. Er hat Investitionen ermöglicht, Innovationen angestoßen und Beschäftigung gesichert. Angesichts der technologischen Umbrüche, insbesondere durch KI, sollte dieser Weg konsequent fortgesetzt werden", sagt VÖP-Präsident Christian Stögmüller und fügt hinzu: "Österreichische Medienunternehmen müssen ihre digitalen Angebote weiter ausbauen, um im intensiven Wettbewerb mit globalen Plattformen bestehen zu können."

Eine Fortführung der Förderung sei daher sinnvoll und notwendig. Der Verband spricht sich klar dafür aus, die Notifizierung des Fonds rasch zu verlängern und seine Dotierung abzusichern, um Wettbewerbsfähigkeit, Meinungsvielfalt und langfristige Arbeitsplätze zu sichern.

VRM fordert Anpassung der Förderbedingungen

Auch der VRM sieht die Evaluierung als Bestätigung der Wirksamkeit des Fonds. "Auch für unsere Mitglieder war der Fonds eine wichtige Möglichkeit, die digitale Transformation zu begleiten", erklärt VRM-Geschäftsführer Friedrich Dungl. Das für 2027 noch vorhandene Fördervolumen von 134 Millionen Euro werde jedoch für eine nachhaltige Transformation nicht ausreichen. Besonders regionale Inhalte seien ohne Unterstützung gefährdet. Deshalb schlägt der VRM vor, den Empfehlungen der Studienautoren zu folgen und die Förderbedingungen anzupassen: Das Mindest-Investitionsvolumen von 300.000 Euro für ein Projekt sollte gesenkt, die Förderhöhe degressiv nach Projektgröße gestaltet und die Einreichung von Gemeinschaftsprojekten erleichtert werden – etwa indem auch Interessenverbände wie der VRM Anträge für ihre Mitglieder einreichen können.

Zugleich verweist der VRM auf die wirtschaftliche Hebelwirkung des Fonds: "Der Fonds hatte einen wichtigen Impact für die Wirtschaft auch außerhalb der Medienbranche", betont Dungl. Bei einer durchschnittlichen Förderquote von 30 Prozent haben Medienunternehmen rund 70 Prozent der Projektkosten aus Eigenmitteln finanziert. 134 Millionen Euro Förderung lösten so Investitionen von knapp 450 Millionen Euro aus.

Gemeinsames Signal der Branche

Mit der Unterstützung von VÖP und VRM melden sich zwei zentrale Branchenvertretungen geschlossen zu Wort. Demnach sei der digitale Transformationsprozess noch nicht abgeschlossen und beschleunige sich weiter. Eine rasche Verlängerung und gezielte Weiterentwicklung des Fonds gilt aus Sicht der privaten Rundfunk- und Regionalmedien als entscheidende Voraussetzung, um Wettbewerbsfähigkeit, Beschäftigung und Medienvielfalt in Österreich langfristig zu sichern.

www.voep.at

www.vrm.at

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