Medienexperte Markus Posset will Chef der SPÖ Niederösterreich werden

Im Gespräch mit LEADERSNET verrät er seine Pläne, um ein baldiges Ende der "Muppetshow" herbeizuführen. Das Team der SPÖ würde dem umtriebigen Manager "gerne eine Gastmitgliedschaft anbieten". 

Einst Geschäftsführer der Mediengruppe Österreich, dann Managing Director der Verlagsgruppe News und beim SPÖ-nahen Echo-Medienhaus tätig, dazu Autor, Lektor, Netzwerker und Investor sowie Honorarkonsul der Republik Albanien in Österreich: Jetzt strebt Markus Posset auch noch eine Polit-Karriere an.

Er will einen kompletten strategischen Führungswechsel bei der SPÖ in Niederösterreich herbeiführen. "Mit der SPÖ Niederösterreich und deren Proponenten verhält es sich so ähnlich wie mit dem Magen, man darf ihn nicht mehr zumuten als er tatsächlich verträgt", so Posset zu LEADERSNET. "Es gibt viele SPÖ Funktionäre, welche die aktuelle SPÖ Niederösterreich mit Franz Schnabl nicht mehr wählen und unterstützen werden." Eine Alternative wäre eine eigene Liste mit modernem Wahlprogramm, welche für junge Menschen genauso interessant ist, wie auch für die bestehenden Kernwähler der SPÖ.

"Würden Sie als junge Wählerin einen unbekannten Kandidaten im Pensionsantrittsalter mit 0,1 Prozent Bekanntheit in Niederösterreich und ohne wirkliches Programm wählen? Wahrscheinlich nicht", so Posset weiter. Die SPÖ Niederösterreich befinde sich ihm zufolge noch immer im "Dornröschenschlaf". "Die beiden Prinzessinnen Kocevar und Seltenheim tragen ihres dazu bei, dass die SPÖ NÖ sich bald hinter Kleinparteien einreihen wird", meint Posset.

Salon fähig machen

Um die "SPÖ NÖ wieder attraktiv und salonfähig zu machen", hat Posset schon eine Strategie in petto: "Zuerst einmal darf die Suppe in der SPÖ NÖ nicht zum dritten Mal aufgekocht werden. Die Strategie ist ganz einfach: Erstens zuhören. Die Menschen verlieren in Zeiten wie diesen immer mehr den Mut – man kann sich einfach vieles nicht mehr leisten. Zweitens erneuern. Wir brauchen frischen Wind, neue, kluge Köpfe, junge Menschen, die was weiterbringen wollen. Und drittens gestalten. Es gibt so viel zu tun in diesem Land. Was fehlt, ist die Handschrift einer modernen, zukunftsfähigen Partei, die sich um die Anliegen der Menschen kümmert", so der Medienmanager.

Ante portas

Viele aktive SPÖ NÖ Funktionäre, Bürgermeister, junge Niederösterreicher:innen, Medien, Parteistrategen und Prominente möchten laut Posset das Vorhaben zu 100 Prozent unterstützen. "Entweder es gibt ein baldiges Ende der 'Muppetshow' oder es wird eine neue Liste in Niederösterreich als Alternative antreten. Hierfür wird bereits ein Konzept mit Parteistrategen erarbeitet, Unterstützer und Kandidaten stehen bereits ante portas", so Posset.

Er hätte bereits einige gute informelle Gespräche mit anderen Parteispitzen und mit SPÖ Funktionären in NÖ geführt. "Persönlich schätze ich Landeshauptfrau Mag. Mikl-Leitner als starke, innovative und erfolgreiche Politikerin. Wie hat schon Richard Weizsäcker gesagt: “Ich habe immer mehr vom Brückenbauen als vom Gräbenziehen gehalten", sagt Posset.

Ein Satireprojekt?

"Es freut uns sehr, dass Du zurück zur SPÖ NÖ kommen möchtest. Du bist schon einmal ein Stück des Weges mit uns gegangen. Ehrlich gesagt, sind wir uns nicht nur aus diesem Grund nicht sicher, wie ernst Du Dein neuerliches Engagement bei uns meinst. Oder ob Du ein Satireprojekt gestartet hast oder – was im Spiegel der innenpolitischen Entwicklungen der vergangenen Jahre nicht ausgeschlossen werden kann – hier die 'dunkle Seite der Macht' am Werk ist", kommentiert das Team der SPÖ Niederösterreich in einem Mail an Markus Posset, das LEADERSNET vorliegt.

Natürlich sei man als SPÖ vor allem den Mitgliedern und jenen, die es werden wollen, verpflichtet: Deshalb würde man Posset gerne eine Gastmitgliedschaft anbieten. Diese laufe ein Jahr. In dieser Zeit haben beide Seiten die Möglichkeit, sich besser kennenzulernen, etwaige Missverständnisse auszuräumen und eine neue Vertrauensbasis aufzubauen. "Die Bezirksorganisation in Deinem Lebensumfeld freut sich auf Deine aktive Mitarbeit und ist bereit, mit Dir zu besprechen, welche Möglichkeiten Du konkret hast, Dich in der niederösterreichischen Sozialdemokratie einzubringen und zu engagieren", lautet es weiter.

Wie Insider behaupten, würde die SPÖ Posset diese Gastmitgliedschaft für ein Jahr anbieten, obwohl er bereits 20 Jahre aktives SPÖ Mitglied war. Somit könnte Posset nicht als Spitzenkandidat antreten, wäre demnach der Plan der SPÖ NÖ Führungstruppe. "War Pamela Rendi Wagner auch nur Gastmitglied, bevor Sie Ministerin wurde?", stellt Posset dazu in den Raum.   (red)

noe.spoe.at

Kommentar schreiben

* Pflichtfelder.

leadersnet.TV