Zoff um Skimarke Van Deer
Marcel Hirscher erhält im Logo-Streit mit der FIS eine einstweilige Verfügung

| Tobias Seifried 
| 02.02.2026

Nach jahrelanger Auseinandersetzung um die Markenkennzeichnung seiner Skimarke Van Deer hat der Rekord-Weltcupsieger vor dem OGH einen Erfolg eingefahren. Ab sofort muss das strittige Symbol nicht mehr abgeklebt werden.

Nach einem mehrjährigen Rechtsstreit zwischen dem internationalen Skiverband FIS und der Skimarke Van Deer-Red Bull Sports von Marcel Hirscher hat der österreichische Oberste Gerichtshof (OGH) eine einstweilige Verfügung zugunsten des Rekord-Weltcupsiegers erlassen. Künftig darf das strittige Markenzeichen auf Rennski bei FIS-Bewerben sichtbar verwendet werden. Eine Verpflichtung zum Abkleben des roten Logos, das laut FIS zu sehr an den Stier des Red-Bull-Markenzeichens erinnert, besteht damit vorerst nicht mehr.

Konkret handelt es sich um eine einstweilige Verfügung, die jedoch sofort wirksam ist. Die Entscheidung stützt sich laut Medienberichten auf EU-Recht, womit sie über den alpinen Skisport hinaus Bedeutung entfalten könnte.

Jahrelange Auseinandersetzung

Der Konflikt reicht mehrere Jahre zurück (LEADERSNET berichtete). Die FIS hatte beanstandet, dass das Van-Deer-Logo aufgrund seiner Gestaltung gegen verbandsinterne Werberichtlinien verstoße. In der Folge mussten Athlet:innen, die mit Van-Deer-Ski an den Start gingen, das Markenzeichen bei Weltcup-Rennen zeitweise unkenntlich machen. Für die noch junge Skimarke bedeutete das eine massive Einschränkung der medialen Sichtbarkeit.

2023 präsentierte Van Deer infolge der Auseinandersetzung ein adaptiertes Logo, um die Teilnahme an FIS-Rennen weiterhin zu ermöglichen. Parallel dazu leitete das Unternehmen rechtliche Schritte ein, um die grundsätzliche Zulässigkeit seiner Markenkennzeichnung klären zu lassen.

Mit der aktuellen Entscheidung, über die zuerst die Presse berichtet hat, erhält Van Deer nun Rückenwind: Die pauschale Untersagung des Logos durch die FIS wurde als unzulässig bewertet. Damit wird die Position des Unternehmens gestärkt und zugleich ein Signal in Richtung der Grenzen verbandsinterner Reglementierung gegenüber markenrechtlich geschützten Kennzeichen gesetzt.

Wirtschaftliche Auswirkungen

Für Marcel Hirscher ist die Entscheidung nicht nur ein juristischer Erfolg, sondern auch ein wichtiger wirtschaftlicher Meilenstein. Sichtbarkeit im internationalen Ski-Zirkus gilt als zentraler Faktor für Markenaufbau, Absatzentwicklung und Partnergewinnung. Entsprechend groß ist die Bedeutung des Urteils für die weitere Expansion der Skimarke.

Der Richterspruch fällt in eine Phase, in der Hirscher und sein Team die industrielle Basis von Van Deer weiter ausbauen. Im November 2025 wurde in Scheffau im Salzburger Tennengebirge das neue Headquarter inklusive eigener Skifabrik eröffnet (LEADERSNET berichtete) – ein klares Bekenntnis zu langfristigem Wachstum, vertikaler Integration und internationaler Skalierung.

Fotos vom Rundgang im neuen Van Deer-Headquarter sehen Sie in der Galerie.

www.vandeer-redbull-sports.com

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