Im Jänner 2022 befragte Marketagent gemeinsam mit DocLX 2.500 Jugendliche im Alter zwischen 14 und 24 Jahren über ihren aktuellen Gemütszustand. Und die Ergebnisse sind nicht gerade erfreulich, denn die Corona-Pandemie setzt der Jugend offenbar zu und trübt ihre Stimmung.
Mehrheit ohne Verständnis für Impfverweigerer
Der neunte "Jugend Trend Monitor" beinhaltet vergleichende Zahlen mit dem Jahr 2020 und zeigt, dass sich die Qualität der Ausbildung während der zwei Pandemiejahre weiter verschlechtert hat und sich mentale Folgen manifestieren. Junge Österreicher:innen fühlen sich demnach mit ihren Sorgen alleine gelassen und stellen der Politik ein schlechtes Zeugnis aus, wenn es um die Interessen ihrer Generation geht. Junge Frauen leiden wesentlich stärker unter den Einschränkungen und sind vom veränderten Alltag stärker belastet. Junge Menschen wünschen sich Reisen, Nachgastronomie und gemeinsame Erlebnisse mit Freunden, um Sorgen zu vergessen und frischen Lebensmut zu schöpfen. Die deutliche Mehrheit hat kein Verständnis für Impfverweigerer.
"Das Verständnis der jungen Menschen für die Einschränkungen und die Impfverweigerer hat ein Ende. Sie haben zwei Jahre lang zurückgesteckt und in ihren wichtigsten Jahren viel eingebüßt. Solidarität ist keine Einbahnstraße. Jetzt muss die Jugend endlich an der Reihe sein!", konstatiert DocLX-Chef Alexander Knechtsberger. "Jetzt braucht es Lösungen für junge Menschen! Sie haben sich den Respekt der Gesellschaft für ihre Entbehrungen verdient!"
"Noch blicken die jungen Menschen mehrheitlich positiv in die Zukunft. Viele fragen sich jedoch, ob es eine Rückkehr in die gewohnte Normalität geben wird. Probleme an den Schulen und Universitäten gesellen sich zu Zukunftsängsten, die durch wirtschaftliche und politische Instabilität geschürt werden. Die Einschränkungen schlagen schwer auf das Gemüt und nehmen Österreichs Jugend den Raum für ihre soziale Entwicklung", fasst Marketagent-Geschäftsführer Thomas Schwabl zusammen.

Covid-19 stört das Liebesleben
Mehr als zwei Drittel sehen negative Auswirkungen durch die Pandemie auf ihre mentale Gesundheit, persönliche Lebenszufriedenheit und den Kontakt mit Freunden. Auch Amor hat es in Zeiten von Lockdowns und Verordnungschaos nicht immer leicht: 46 Prozent geben an, dass die Pandemie auch ihr Liebesleben verschlechtert hat. Über 40 Prozent erkennen Folgen für ihre körperliche Gesundheit und die Lebenszufriedenheit ihrer Eltern. Junge Frauen nehmen die Folgen des Virus deutlich stärker wahr und leiden signifikant stärker unter den Einschränkungen im Alltag.
Junge Österreicher:innen können der Pandemie in Teilbereichen auch etwas Gutes abgewinnen. Immerhin 22,7 Prozent sehen positive Auswirkungen auf ihre körperliche Gesundheit und haben vermutlich mehr Sport getrieben. 20,7 Prozent hat Covid-19 die rosarote Brille aufgesetzt: Ihr Liebesleben hat sich positiv entwickelt. 18,6 Prozent meinen auch, dass ihre Eltern zufriedener sind. Junge Männer nehmen die Folgen des Lebens im Pandemiealltag wesentlich optimistischer wahr.
Längere Bildschirmzeit und Wunsch nach Freiheit
Während 84 Prozent ihren Tagesablauf vor der Pandemie als geregelt empfanden, tun dies mittlerweile nur mehr 55,5 Prozent. Deutlich mehr Zeit verbringen die jungen Österreicher:innen vor den Smartphone- und Computerbildschirmen (85,6 Prozent), vor dem Fernseher (73,5 Prozent) und in virtuellen Treffen mit Freunden via Video-Chat (44,5 Prozent). 45,7 Prozent helfen mehr im Haushalt mit, 34,5 Prozent treiben mehr Sport und 32,3 Prozent investieren mehr Zeit in das Lernen. Auch für Körperpflege (28,6 Prozent) und Hobbys (28,2 Prozent) wird mehr Zeit aufgewendet.
Fast alle Befragten (92,8 Prozent) wünschen sich sehnlich eine Rückkehr in die Normalität. 86,3 Prozent sind überzeugt, dass die wahren Folgen der jahrelangen Virus-Präsenz erst in einiger Zeit in vollem Ausmaß sichtbar sein werden. 84,4 Prozent wissen, dass die Bewältigung der Pandemie nur gemeinsam geht, wenn alle an einem Strang ziehen. Immerhin 82,5 Prozent haben sich mit den Einschränkungen in ihrem Leben weitgehend arrangiert und versuchen, das Beste daraus zu machen. 81 Prozent hadern damit, ob das Leben nach der Pandemie jenem vor dem Ausbruch des Virus gleichen wird. Knapp drei Viertel (74,1 Prozent) fühlen sich durch die Pandemie ihrer Jugend beraubt und sind wütend (73,3 Prozent), dass sie diese nicht wie Gleichaltrige unter normalen Umständen erleben können. Drei Viertel sind deprimiert, dass ihnen durch die Einschränkungen viele Erlebnisse entgehen.

Pandemie-Alltag schlägt sich auf das Gemüt
Die Emotionen junger Menschen sind seit Ausbruch der Pandemie überwiegend von Langeweile (64,9 Prozent), Stress (63 Prozent), Überforderung (62,5 Prozent), Gefühlen der Einsamkeit (59,9 Prozent), Hoffnungslosigkeit (58 Prozent), Depression (56,7 Prozent) und Wut (52,5 Prozent) geprägt. Die Hälfte der jungen Österreicher:innen machen sich vermehrt Gedanken über Krankheit und Sterblichkeit. 20 Prozent hegten schon einmal suizidale Gedanken. Negative Emotionen sind bei jungen Frauen wesentlich stärker ausgeprägt.
Sorgen bereiten den Jugendlichen vor allem ihre Zukunftspläne (60,6 Prozent), ihre berufliche Zukunft (55,1 Prozent) und die Gesundheit ihrer Familienmitglieder (50,3 Prozent). Knapp der Hälfte bereiten die politische Lage in Österreich (47,1 Prozent), ihre Ausbildung (45 Prozent) und die wirtschaftliche Lage (41,6 Prozent) Sorgenfalten. Zukunftsängste sind bei der jüngeren Aktivgruppe der 14- bis 19-Jährigen wesentlich stärker ausgeprägt als bei den 20- bis 24-Jährigen.
Über ihre Gefühlslage sprechen Jugendliche am liebsten mit Freunden (60,1 Prozent), ihrer Mutter (43,1 Prozent) und ihrem Vater (25,2 Prozent) sowie den Geschwistern (22 Prozent). Nur 5,3 Prozent tauschen sich über persönliche Emotionen mit Psychiatern oder Psychologen aus. 40,2 Prozent würden sich jedoch Hilfe bei mentalen oder körperlichen Beschwerden wünschen
Trotz aller Belastungen blicken mehr als die Hälfte (55,3 Prozent) der jungen Österreicher:innen optimistisch in die Zukunft.
Weitere Ergebnisse
Darüber hinaus zeigt der Jugend Trend Monitor 2022 unter anderem, dass die Pandemie die Bildungsproblematik weiter verschärft hat, dass Erreichtes im Kollektiv zu feiern, für junge Menschen immer bedeutsamer wird, dass 90 Prozent der jungen Österreicher sind erleichtert, dass es eine Impfung gegen das Virus gibt und dass es in der Nachtgastronomie endlich eine Perspektive geben muss.
"Österreichs Jugend hat sich mit den Einschränkungen der letzten zwei Pandemiejahre zwar arrangiert und deutlich zurückgesteckt, scheint aber mittlerweile die Perspektive verloren zu haben und unter Zukunftsängsten zu leiden. Gemeinsame Erlebnisse, Reisen, Ausgehen, Freundschaften und verlässliche Rahmenbedingungen werden dringend benötigt, um wieder Mut zu schöpfen und durch ein gestärktes Wir-Gefühl zurück zum Optimismus zu finden", fast Knechtsberger abschließend zusammen. (red)
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