"Ich finde, dass wir uns jede Menge von Hunden abschauen können"

Der "Hundeprofi" Martin Rütter erzählt LEADERSNET, wie die Zusammenarbeit mit dem "Hunde-Runtastic" Tractive entstanden ist, warum es nie eine schlechte Idee ist, einen Hund im Büro zu haben und was er sich von Hunden in der Erziehung seiner Kinder abgeschaut hat.

Sein Spitzname ist der "Hundeprofi" und er ist der wohl bekannteste Hundetrainer im deutschsprachigen Raum: Martin Rütter. Der gebürtige Duisburger ist regelmäßig in seiner eigenen TV-Show auf dem Privatsender Vox zu sehen, hat zahlreiche Bücher zum Thema Hunde veröffentlicht und sorgt auch mit seinen Bühnenprogrammen für volle Häuser.

Seit kurzem ist der 50-Jährige Testimonial des Start-ups Tractive, das einen GPS-Tracker für Hunde und Katzen entwickelt hat. LEADERSNET hat sich mit dem "Hundeprofi" über seine Zusammenarbeit mit Tractive, die ausgebüxte Hündin seiner Tochter, wie sich seine Arbeit seit Ausbruch der Corona-Pandemie verändert hat und was es zu beachten gilt, wenn man seinen Hund mit ins Büro nehmen möchte, unterhalten.  

LEADERSNET: Wie sind Sie auf Tractive aufmerksam geworden?

Rütter: Nach dem Ausbüxen von Luna, der Hündin meiner Tochter. Wir wohnen ja etwas ländlicher und Luna läuft bei uns auf dem Grundstück in der Regel immer frei herum und schnüffelt überall. Das ist für uns ganz normal. Und sie ist wirklich ein sehr gut erzogener Hund. Ein Ruf und sie ist sofort da. An dem Tag, als sie ausbüxte, war es aber so, dass sie von Passanten gesehen und gelockt wurde. Und man muss dazu sagen, dass Luna ein sehr dem Menschen zugewandter Hund ist. Mit dieser kleinen Gruppe an Menschen ist Luna dann ein Stück mitgegangen. Und dann kamen Leute dazu, die sich erkundigt haben, zu wem der Hund denn gehöre. Worauf als Antwort "Ja, wissen wir nicht" kam. Daraufhin wurde Luna von der "zweiten Gruppe" bei unserem örtlichen Tierarzt abgegeben. Wir haben damals mit fünf Leuten zweieinhalb Stunden nach ihr gesucht. Das waren die längsten zweieinhalb Stunden meines Lebens. Daraufhin habe ich mir vorgenommen, den besten GPS Tracker auf dem Markt zu recherchieren. So kam ich auf Tractive.

LEADERSNET: Wie hat Tractive Sie zur Zusammenarbeit überredet?

Rütter: Das war nicht nötig. Dieses Erlebnis mit Luna war überzeugend genug. Glauben Sie mir, wenn man mit einem zwölfjährigen Mädchen an der Landstraße vorbeilatscht und denkt: "Oh Gott, hoffentlich liegt der Hund jetzt nicht hier", dann hat man ein echtes Problem in der Familie.

LEADERSNET: Wie viele andere Produkte haben Sie getestet, bevor Sie auf Tractive gestoßen sind und warum hat Sie Tractive mehr überzeugt als andere Produkte?

Rütter: Ich habe aus diesem Bereich eine ganze Reihe von Produkten recherchiert, mit dem Ergebnis, dass Tractive einfach das Top-Produkt auf dem Markt ist. Hier war letztendlich das Gesamtpaket überzeugend. Beeindruckt hat mich aber auch die Benutzerfreundlichkeit. Für mich ist ganz besonders toll, dass der Tracker wirklich sehr einfach zu bedienen ist. Ich habe ja den Ruf, technisch nicht sehr bewandert zu sein. Aber selbst ich kann den bedienen und deshalb glaube ich, dass den jeder bedienen kann.

LEADERSNET: Wie wird die Zusammenarbeit zwischen Ihnen und Tractive konkret aussehen?

Rütter: Wir wollen verstärkt das Thema Sicherheit in den Fokus rücken und den Tracker – auch unter diesem Aspekt – gemeinsam weiterentwickeln.

LEADERSNET: Welche Maßnahmen sollte jemand, dessen Hund das Weite gesucht hat, ergreifen, um seinen Liebling so schnell wie möglich wiederzufinden, wenn er kein Tractive-User ist?

Rütter: Man sollte so schnell wie möglich Polizei und Feuerwehr Bescheid geben und außerdem das örtliche Tierheim, den nächstgelegenen Tierarzt – wie in unserem Fall – und auch Nachbarn und Freunde informieren.

LEADERSNET: Was sind die Vorteile, wenn in einem Büro oder am Arbeitsplatz Hunde erlaubt sind?

Rütter: Da gibt es eine ganze Menge, denn ein entspannter, menschenfreundlicher und gut erzogener Mitarbeiterhund im Unternehmen, kann manchmal wahre Wunder bewirken. Und das nicht nur als umschmeicheltes Maskottchen, sondern im Hinblick auf das Betriebsklima. Ein Aspekt ist die interne Firmenkommunikation – ein Hund kann hierbei helfen, Brücken zu überwinden. Abteilungen, die sonst nichts bis wenig miteinander zu tun haben, geraten über den Hund in einen intensiveren Austausch und die Kommunikation untereinander wird dadurch gefördert. Häufig wird auch in der Mittagspause über die Arbeit gesprochen. Und wer sich aktiv mit dem Hund beschäftigt, mit ihm einen kurzen Spaziergang unternimmt, der erfährt echte Entspannung. Außerdem belegen Studien, dass Hundehalter konzentrierter arbeiten, wenn sie ihr Tier am Arbeitsplatz dabeihaben.

LEADERSNET: Was sind die Nachteile?

Rütter: Wirkliche Nachteile sehe ich nicht. Aber sagen wir es so: Es müssen natürlich alle Mitarbeiter mit der Anwesenheit des Hundes im Büro einverstanden sein. Da nicht alle Menschen Hunde mögen, einige vielleicht sogar Angst haben, muss hier gewährleistet sein, dass der Hund keine Belastung für einen der Mitarbeiter ist. Denn selbst gepflegte und gut erzogene Hunde haben nun einmal einen Eigengeruch, verlieren Haare und können ab und an auch einmal Bellen.

© Tractive
© Klaus Grittner

LEADERSNET: Was ist zu tun, wenn das Zusammenleben von Hund und Hund bzw. Hund und Mensch am Arbeitsplatz nicht reibungslos funktioniert?

Rütter: Das ist natürlich sehr individuell und lässt sich deswegen aus der Ferne nur schwer beantworten. In jeder guten Hundeschule kann man sich aber auch dahingehend beraten lassen.

LEADERSNET: Auf was sollte man bei der Wahl eines Hundetrainers achten?

Rütter: Am wichtigsten ist mit Sicherheit folgendes: Der Hundetrainer sollte sowohl dem Menschen als auch dem Hund sowie allen anderen Tieren gegenüber Respekt und Geduld aufbringen. Wenn Sie sich einer Hundeschule nähern, bei der Sie schon von weitem die Hundetrainer auf dem Platz brüllen hören, können Sie getrost direkt wieder kehrt machen. Zudem kann man nicht alle Hunde nach dem gleichen Schema erziehen, jeder Hund ist individuell und hat seine ganz speziellen Bedürfnisse. Der Trainer sollte daher ein genau auf Sie und Ihren Hund abgestimmtes Trainingsprogramm erstellen. Und schließlich gibt es noch einen wichtigen Punkt, den Sie von einem guten Hundetrainer erwarten können: Ehrlichkeit! Denn nicht immer ist es möglich, alle Probleme, die ein Mensch mit seinem Hund hat, vollständig zu lösen.

LEADERSNET: Hunde sind sehr soziale Tiere und darauf ausgerichtet mit Menschen zu kooperieren. Kann man sich davon etwas für die Zusammenarbeit zwischen den Mitarbeitern bzw. zwischen den Mitarbeitern und den Führungskräften in Unternehmen abschauen?

Rütter: Ich finde ganz allgemein, dass wir uns jede Menge von Hunden abschauen können. Ich habe fünf Kinder und hatte mich schon vorher sehr intensiv mit Hunden beschäftigt. Das hat mir geholfen zu sehen, dass 95 Prozent der Maßregelungen von Hund zu Hund ignorierendes Verhalten ist. Also du siehst, dass eine Mutter genervt von ihren Welpen ist und die steht auf und geht. Die fährt da nicht dreimal am Tag voll drüber. Und wir Menschen glauben sehr schnell, dass wir eine Konfrontation suchen müssen. Hunde können Sachen gut aushalten. Ich habe einige Videos, wie erwachsene Hunde im Sand liegen und dösen und Welpen rennen bellend drumherum. Das ist glaube ich auch der Grund, warum ich sehr gut die Pubertät meiner Kinder aushalten kann. Ich finde das wahnsinnig cool, wenn die jetzt flügge werden. Der Große, der ist eh schon ausgezogen und reist durch die Welt. Aber der Kleine, wenn du dem sagst, dass er mal den Müll runterbringen soll und er sagt: "Chill mal, Papa", dann tangiert mich das emotional nicht. Ich fühle mich dann nicht persönlich angegriffen, weil ich weiß, dass es vorbeigeht und wenn ich jetzt einen Streit anfange, gibt es nur Verlierer. Und Hunde können Sachen gut aussitzen.

LEADERSNET: Wie hat sich Ihre Arbeit als Hundetrainer seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie verändert?

Rütter: Also sowohl ich, als auch mein Netzwerk der Martin Rütter DOGS Hundeschulen, machen das Beste aus dieser Zeit. In den Phasen, in denen ein persönliches Training nicht möglich ist, werden alternativ Onlinekurse oder telefonische Beratungseinheiten angeboten. Denn die Nachfrage ist aktuell wirklich hoch – so hoch, wie selten zuvor. Meine Coaches und ich erleben aktuell einen großen Run. Und es freut mich natürlich zu sehen, dass die Leute auch Lust haben auf das Training. Lust haben, sich mit ihren Hunden zu beschäftigen. Das ist eine schöne Entwicklung.

www.tractive.com

www.martinruetter.com

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Über Martin Rütter

Martin Rütter der wohl bekannteste Hundetrainer im deutschsprachigen Raum. Er hat DOGS (Dog Orientated Guiding System = am Hund orientiertes Führungssystem) entwickelt, eine Trainingsphilosophie zur "individuellen und
partnerschaftlichen Ausbildung von Mensch und Hund". Er verfügt über ein Hundeschulen-Netzwerk mit über 120 Standorten und fast 200 ausgebildeten DOGS-Coaches.

Bis heute hat er über 6.500 Mensch-Hund-Teams im Training betreut. Mit seinen TV-Sendungen zieht der "Hundeprofi" regelmäßig ein Millionen-Publikum vor die Bildschirme, seine Live-Shows haben bereits rund zwei Millionen Zuschauer besucht, der Bestseller-Autor hat über eine Million Bücher und über eine halbe Million DVDs verkauft. Er ist darüber hinaus als tierpsychologischer Berater sowie gefragter Gastreferent an Universitäten und Fachhochschulen aktiv.

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