Die österreichische Bundesregierung, Lufthansa und Austrian Airlines (AUA) haben sich auf Eckpunkte für ein Corona-Hilfspaket in der Höhe von 600 Millionen Euro für die Austrian Airlines verständigt. Die finanzielle Hilfe soll unterstützen, das Wiener Luftfahrt-Drehkreuz mit seiner Anbindung nach Zentral- und Osteuropa (CEE) und der Langstrecke langfristig abzusichern.
7.000 Mitarbeiter schultern 300 Millionen Euro Krisenbeitrag
150 Millionen Euro werden von der Republik Österreich zur Abdeckung von Schäden infolge der COVID-19 Krise bereitgestellt. Im Gegenzug erhält die Regierung "langfristige, verbindlich abgesicherte Standortzusagen, die an strenge ökologische Auflagen gebunden sind", teilt Austrian in einer Aussendung mit. Weitere 150 Millionen sollen als Eigenkapitalzuschuss von Lufthansa kommen.
Die restlichen 300 Millionen Euro werden in Form von Krediten, rückzahlbar bis 2026, von einem Bankenkonsortium – bestehend aus Erste Group, Raiffeisenbank International, BAWAG und eventuell weiteren Banken – zur Verfügung gestellt werden, wobei die Erste Group auch als Koordinator tätig ist. Das gesamte Finanzierungspaket ist abhängig von der Staatshilfe für Lufthansa in Deutschland, der Zustimmung aller Gremien und der Genehmigung der EU Kommission.
Ein weiterer sehr wesentlicher Teil der Corona-Hilfe kommt von den Mitarbeitern der Fluglinie: Die knapp 7.000 Mitarbeiter schultern kumuliert etwa 300 Millionen Euro Krisenbeitrag, indem sie unter anderem auf Gehalt verzichten. In neuen Vereinbarungen mit Geschäftspartnern und Lieferanten konnte das Auftragsvolumen um mehr als 150 Millionen Euro reduziert werden.
Kurzstreckenflüge sollen auf die Bahn verlagert werden
Die Standortauflagen zielen unter anderem darauf ab, dass die AUA sich in Folge der COVID-19 Krise neu positioniert und so ausreichend Mittel erwirtschaftet, um den Kredit zurückzuzahlen. Im Rahmen ihrer laufenden Flottenmodernisierung soll die Fluglinie besonderen Fokus auf Umwelt und Nachhaltigkeit legen. In diesem Zusammenhang wurde unter anderem festgelegt, dass Austrian Kurzstreckenflüge auf die Bahn verlagern wird, sofern eine "adäquate Infrastruktur bereitsteht und eine direkte Erreichbarkeit deutlich unter drei Stunden zum Wiener Flughafen" sichergestellt sei. Der innerösterreichische CO2-Ausstoß soll bis 2030 halbiert werden.
Zur Aufsicht der Einhaltung aller Auflagen erhält die ÖBAG die Möglichkeit, zwei Personen in den Vorstand der Österreichischen Luftverkehrs-Privatstiftung (ÖLP), dem Mehrheitseigentümer der Austrian Airlines (über die Österreichischen Luftverkehrs-Holding), zu entsenden. Eine dieser beiden Personen wird außerdem einen Sitz im Aufsichtsrat der Austrian Airlines AG erhalten.
"Ich bin sehr erleichtert und dankbar, dass es uns gemeinsam gelungen ist, Austrian Airlines wieder startklar zu machen. Austrian Airlines wird ab 15. Juni 2020 nach fast drei Monaten am Boden wieder starten und den Flugbetrieb im Einklang mit den internationalen Reiserichtlinien langsam wieder hochfahren. Wir freuen uns, dass wir schon bald wieder Passagiere an Bord begrüßen dürfen", sagt Austrian Airlines-CEO Alexis von Hoensbroech. (red)
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