5 VOR 12: "Wo Asche ist, wächst Neues nach"

Marcus Wild, Gerhard Huber und Christoph Stieg über die Krise in der Veranstaltungsbranche, aber auch die Chancen und Möglichkeiten, denen man mit Mut und Zuversicht begegnen muss.

Dietmar Dahmen, Zukunftsforscher und Transformationsexperte, führte in seinem einleitenden Statement aus, dass sich die Branche anpassen bzw. verändern und die Regeln für zukünftige Events neu definieren muss. Anschließend und zustimmend brach Marcus Wild, CEO der mehrfach ausgezeichneten Erlebnis-Marketing-Agentur Ideal, eine Lanze für die Agilität der Eventbranche, die schon mehrere Krisen überstehen musste. Er merkte aber auch kritisch an, dass sich die "Eventer" und alle ihre Zulieferer im Moment ein wenig im Stich gelassen sowie zu wenig beachtet und unterstützt fühlen.

Harte Zukunft für die Branche

In keiner Pressekonferenz der Bundesregierung sei diese Branche bisher vorgekommen, die immerhin aus 140.000 Beschäftigten bestehe und fast drei Prozent zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) beitrage. "Das sind rund neun Milliarden jährlich an Wertschöpfung", so Wild. Er begrüßte daher die Initiative der emba (Event Marketing Board Austria), die der Bundesregierung einen Maßnahmenkatalog vorgelegt hat, wie Events zukünftig regel-, gesetzes- und coronakonform ablaufen können.

Das nächste Jahr werde für die Branche extrem hart, trotz Digitalisierung und Hybrid-Events, die da kommen mögen. Aber da der Mensch "ein soziales Wesen" sei, werde die Branche auch diese Krise überstehen und die analogen Events werden zurückkommen, natürlich weiterentwickelt, innovativ und der Situation angepasst, zeigte sich Wild überzeugt.

"Extrem arbeitswillige junge Menschen"

easystaff-CEO Gerhard Huber schlug in dieselbe Kerbe und bestätigte die Befürchtung, dass das Jahr 2020 eines der schlimmsten für die Event- sowie die Personaldienstleistungsbranche sei. Huber beschäftigt mit seinem Unternehmen in Spitzenzeiten bis zu 10.000 Menschen in allen Branchen und Bereichen von Eventhostess bis Sales-Mitarbeiter in Möbelhäusern: "Oft haben wir ein wenig gehadert mit der teilweisen Unwilligkeit der jungen Menschen zu arbeiten. Hier bin ich eines besseren belehrt worden. Was mir die Krise gezeigt hat ist, dass diese Zielgruppe extrem arbeitswilig ist und in diesen Zeiten wirklich toll zusammengeholfen haben! Das spornt mich an und natürlich gilt auch für uns, dass wir uns diesen neuen Herausforderungen stellen werden."

Perfect Training-Geschäftsführer Christoph Stieg ergänzte, dass es im Bereich "Learning und Coaching" zwar bereits seit Jahren die Möglichkeit gebe, dies auch digital zu konsumieren, nichtsdestotrotz sei auch im Bereich "Wissensvermittlung" das Thema "Präsenz" ein sehr wichtiges und habe seine Berechtigung und so sei auch seine Branche von Kürzungen und Verschiebungen betroffen. Mit guter Energie und Blick auf die Zukunft werde man sich aber natürlich auf die neue Situation einstellen – eventuell noch digitalisierter und dadurch auch flexibler. Diese Prozessoptimierung und -veränderung werde aber vor allem für die Kunden ein Lernprozess sein. Hier können Sie die Folge 30 von "5 VOR 12" noch einmal ansehen

Nächste Folge: "Nachhaltigkeit als Wirtschaftsmotor"

Folge 31 von "5 VOR 12" wird sich mit der Frage beschäftigen, ob das Motto "Nachhaltigkeit als Wirtschaftsmotor" nach wie vor gilt. Zu Gast werden dazu die stellvertretende Präsidentin der Wirtschaftskammer und Unternehmerin Ulrike Rabmer-Koller und Jürgen Schneider, Leiter der Sektion "Klima- und Umweltschutz" im Bundesministerium für Klimaschutz und Technologie sein. Der Livestream kann ab 11.55 Uhr hier gesehen werden. Darüber hinaus überträgt SchauTV die Sendung täglich um 21.30 Uhr. Auch auf W24 und R9 – dem Verbund der österreichischen Regionalsender – ist "5 VOR 12" zu sehen. (red)

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