"Global gesehen ist die Schuldenkrise aktueller denn je und absolut ungelöst"

Beim ersten DHK Lunch in der neuen Dekade gab die Deutsche Handelskammer in Österreich einen Ausblick auf Wirtschaft und Finanzmärkte 2020.

Den Auftakt der Veranstaltungsreihe "DHK Lunch" im neuen Jahr machte Fritz Mostböck, Head of Group Research der Erste Group Bank AG. In seinem Vortrag ging er auf aktuelle und künftige globale Wirtschafts- und Finanzmarktentwicklungen ein. Einen besonderen Fokus legte er dabei auf Zentral- und Osteuropa.

Dass externe Faktoren zunehmend die Wirtschafts- und Finanzmärkte beeinflussen, zeigen Beispielhaft die häufigen Schlagzeilen zu Donald Trump oder dem Brexit. Derzeit gebe es jedoch keine Eskalation geopolitischer Risiken, "auch wenn sich die Situation natürlich schnell wieder ändern kann", sagt Mostböck im Hinblick auf die Tötung des iranischen Generals Soleimani durch das US-Militär und weiter "das hätte auch ganz anders ausgehen können".

Global gesehen sei die Schuldenkrise aktueller denn je und "absolut ungelöst" so Mostböck. Die Krise könne nicht einzig und allein auf die Eurozone bezogen werden. Auch in den USA sehe es nicht besser aus. Die Gesamtverschuldung könne sich mit Donald Trump sogar noch verschärfen.

Verhaltenes Wachstum

Auch in der Eurozone bleibt der Wachstumsausblick verhalten. Es wird mit realen Wachstumsraten von 1,2 Prozent im nächsten Jahr gerechnet. Positivere Entwicklungen verzeichnen Zentral- und Osteuropa (CEE). Die Region wird weiterhin Investitionen anziehen und die Wettbewerbsfähigkeit verbessern. Die Kern-Länder Zentral- und Osteuropas (CEE8) weisen mit Wachstumsprognosen um die 3 Prozent ein überdurchschnittliches Wachstum auf. Das Potential Österreichs liegt demnach in Unternehmen, die in Zentral- und Osteuropa unterwegs sind sowie bei jenen, die globale Marktnischen besetzen.

In Bezug auf die EZB-Politik rechnet Mostböck ab dem ersten Quartal 2022 mit einer Anhebung der Zinsen in der Eurozone. Diese Niedrigzinsen begünstigen als „New Normal" einen Aufwärtstrend bei Aktien. Investoren bleibe laut Mostböck demnach nichts anderes übrig, als weiter in Aktien zu investieren.

Eindrücke vom DHK Lunch unter dem Motto "Ausblick Wirtschaft und Finanzmärkte 2020" finden Sie in unserer Fotogalerie. (red)

www.oesterreich.ahk.de

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