Pfand-Handys und Chef-Kündigungswelle bei Media Markt Saturn

Elektrohändler gibt mehreren Geschäftsführern den Laufpass  – Insider sprechen von möglichem "strategischem Kahlschlag".

Die MediaMarkt Saturn Gruppe betreibt bei unseren deutschen Nachbarn gerade eine recht brutale Sparpolitik. Das vermeldet unter anderen die deutsche Lebensmittelzeitung, nach deren Recherchen in den vergangenen Wochen zahlreiche Marktleiter aussortiert wurden.  Die Sparmaßnahmen dürften allerdings nicht der einzige Grund dafür sein. Ohne Vorwarnung sei eine zweistellige Anzahl der für das Handelsgeschäft in den Märkten verantwortlichen Geschäftsführer vor die Tür gesetzt worden sein, schreibt die LZ.

Marktleiter "bremsen die Digitalisierung"

Während Konzern-Chef Ferran Reverter viele Führungskräfte aussortiert, sei intern bei Media-Saturn sogar schon von einem "strategisch angelegten Kahlschlag" die Rede. Die Sparmaßnahmen dürften dabei zwar ein "positiver Nebeneffekt" sein, den Hauptgrund orten Insider allerdings ganz woanders. Und zwar in den zunehmenden Zentralisierungsbestrebungen der Großfläche. Nachdem geplant ist, Verkaufspreise künftig zentral per künstlicher Intelligenz zu steuern, würden die Marktleiter den Kulturwandel Richtung Digitalisierung enorm bremsen – weil sie eben um ihre lokalen Umsätze fürchten.

"Macht der Marktleiter" werde beschnitten

Auch die traditionelle Beteiligung der Marktleiter dürfte durch diese Maßnahmen sinngemäß auf der Kippe stehen. Die Hausleiter, die für das lokale Geschäft zuständig sind, halten bis zu zehn Prozent des jeweiligen Marktes. Nicht zuletzt deswegen dürften die Marktchefs sich nicht so gerne von der Zentrale ins Geschäft reinreden lassen. Das Elektrojournal, welches ebenfalls berichtete, zitiert eninen Media-Saturn-Insider mit den Worten: "Hier müsste entscheidender durchgegriffen und die Macht der Filialleiter beschnitten werden." Man nehme an, dass genau dies der "Plan dahinter" sein dürfte.

Der Konzern hat sich bereits öffentlich dazu geäußert und bestätigte, dass das kaufmännische Management aktuell neu aufgestellt wird. Die personellen Veränderungen würden aber insgesamt nicht "über das gewohnte Maß" hinausgehen, außerdem würden die Positionen "gleichwertig nachbesetzt". In Österreich indes scheint – zumindest vorerst – führungstechnisch alles beim Alten zu bleiben.

Testlauf für Handy-Rückgabe-Automaten

Neuigkeiten gibt es auch an der Marketing-Front: ebenfalls in Deutschland testet Media Markt seit kurzem Rückgabe-Automaten für gebrauchte Handys. 

Das Prinzip funktioniert wie die Rückgabe der Pfandflasche im Supermarkt: Das alte Mobiltelefon im Automaten anstecken, bewerten lassen und den Gegenwert sofort als Einkaufsgutschein mitnehmen. "Eine praktische und vor allem nachhaltige Alternative, um alte Mobiltelefone bequem zu entsorgen", sagte MediaMarkt-Saturn-Managerin Sonja Moosburger bei der Vorstellung in München.

Saturn testet ähnliche Handy-Ankauf-Automaten bereits seit einiger Zeit in sechs Berliner Filialen. Das komme bei den Kunden gut an, sagte eine Sprecherin. In den USA und in Großbritannien sind solche Automaten bereits seit Jahren im Einsatz. (red)

www.mediamarktsaturn.at

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