"Größter Insolvenzfall Niederösterreichs" bekommt zweite Chance

Alufix aus der Pleite gerettet – 160 Jobs sollen erhalten bleiben.

Das niederösterreichische Familienunternehmen Alufix, das man wohl in so gut wie jedem heimischen Haushalt in Form der Rollen mit Alu- oder Plastikfolien findet, wird nach der Insolvenz im März dieses Jahres nun doch weitergeführt – somit sollen die Arbeitsplätze der mehr als 160 Beschäftigten des Unternehmens erhalten bleiben.

Oberösterreichische Übernahme

Ein großteils oberösterreichisches Konsortium übernimmt Alufix – die insolvente Folienverarbeitungsgesellschaft, die ihren Sitz in Wiener Neudorf im Bezirk Mödling hat, wandert somit von niederösterreichischen in oberösterreichische Hände. Besagtes Konsortium besteht aus der Linzer Simentum Management- und Beteiligungs GmbH, der Drott Holding mit Sitz in Brunn am Gebirge und der Double X Corporate Finance GmbH.

Die neuen Eigentümer wollen auch in das Management von Alufix einsteigen, erklärte Florian Huemer, Sprecher des Konsortiums. Geschäftsführer werde Johannes Mahringer, ein Finanz- und ein Vertriebschef sollen noch folgen. Es sei ihnen aber auch wichtig, dass die bisherige Führungsebene des Unternehmens, das zuletzt unter Leitung von Masseverwalter Michael Lentsch fortgeführt worden ist, an Bord bleibt, wie Huemer betonte. Nun muss man noch die 14-tägige Einspruchsfrist der Gläubiger abwarten, Anfang Juli wollen die neuen Eigentümer dann loslegen.

Traditionsmarke mit "Potenzial": Plastik-Alternativen im Sortiment

Die neuen Eigentümer orten Potenzial in der "österreichischen Traditionsmarke" Alufix. Das Unternehmen, das 2018 rund 87 Millionen Euro umsetzte und rund 40 Prozent Exportanteil hat, sei gut aufgestellt, die Mitarbeiter würden den nötigen "Spirit" mitbringen.

Handlungsbedarf sieht Huemer bei der Logistikkette, die optimiert werden müsse, nachdem das Unternehmen zuletzt stark gewachsen sei. Alufix hat auch noch 13 Auslandstöchter, die von der Insolvenz nicht betroffen waren. Zählt man diese dazu, beschäftigt die Firma insgesamt rund 450 Mitarbeiter.

Bislang größte Insolvenz 2019 in Niederösterreich

Im Sanierungsverfahren der niederösterreichischen Alufix-Folienverarbeitungsgesellschaft sind am vergangenen Donnerstag bei der Berichts- und Prüfungstagsatzung rund 30 Millionen Euro an Forderungen durch Masseverwalter Michael Lentsch anerkannt worden. Das Landesgericht Wiener Neustadt bewilligte den Fortbetrieb des Unternehmens mit Sitz in Wiener Neudorf, berichtete der KSV1870.

Angemeldet wurden Forderungen von 53,6 Millionen Euro durch etwa 250 Gläubiger sowie 170 Dienstnehmer. Aufgrund der anerkannten 30 Millionen handelt es sich nach Angaben des KSV um den bisher "größten niederösterreichischen Insolvenzfall des Jahres 2019".

Bei der Sanierungsplantagsatzung am Donnerstag im Landesgericht Wiener Neustadt nahmen die Gläubiger den Sanierungsplan an, berichteten der KSV und AKV. Er sieht eine Quote von 20 Prozent in vier Raten binnen zwei Jahren vor. (red)

www.ksv.at

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