Fast 11.000 neue Unternehmen
Rekordjahr für Start-ups & Betriebe: Wien verzeichnet deutliches Gründungsplus

Laut Wirtschaftskammer baut die Bundeshauptstadt ihre Position als Gründungshochburg Österreichs aus. 2025 wurden fast 11.000 neue Unternehmen registriert, die für hohe Wertschöpfung und viele Arbeitsplätze sorgen. Die Zahl an Firmeninsolvenzen bleibt aber ebenfalls hoch.

Wien bleibt Österreichs Gründungshauptstadt. Wie die Wirtschaftskammer Wien am Donnerstag mitteilte, wurden 2025 in der Bundeshauptstadt 10.995 neue Unternehmen gegründet – ein Plus von 9,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2024: 10.072). Damit entfällt österreichweit rund ein Viertel aller Neugründungen auf Wien.

Walter Ruck, Präsident der WK Wien, spricht von einer seit Jahren anhaltend hohen Dynamik. "Nirgendwo werden jedes Jahr so viele neue Unternehmen gegründet wie in Wien. Auch die Steigerung ist mehr als beeindruckend", betont Ruck. Dies zeige, wie attraktiv der Standort für Menschen mit Ideen, Mut und Unternehmergeist sei. Wien sei "der beste Platz für Wirtschaftstreibende und die es werden wollen".

Langfristig betrachtet unterstreiche die Entwicklung die Bedeutung der Stadt als Unternehmensstandort: Zwischen 1993 und 2025 entstanden in Wien insgesamt 251.177 neue Betriebe, so die Kammer.

Dynamik in Information und Consulting

Die stärkste Wachstumsdynamik verzeichnete 2025 den Angaben zufolge die Sparte Information und Consulting mit einem Plus von 17,1 Prozent. Die meisten Neugründungen entfielen jedoch auf Gewerbe und Handwerk, auf das rund ein Drittel aller neuen Betriebe entfällt.

Auch die Altersstruktur der Gründer:innen weise auf eine junge Szene hin. Das Durchschnittsalter liegt bei 36,1 Jahren. Die größte Gruppe stellen Personen zwischen 30 und 40 Jahren, gefolgt von den 20- bis 30-Jährigen, die rund 31 Prozent der Gründungen ausmachen.

Effekte für Wertschöpfung und Beschäftigung

Neugründungen sind laut aktuellen Daten nicht nur ein Stimmungsindikator, sondern ein relevanter Wirtschaftsfaktor. Neu gegründete Unternehmen erzeugen in Wien der Wirtschaftskammer zufolge eine direkte Wertschöpfung von 895,8 Millionen Euro, was 0,84 Prozent der gesamten Wiener Wertschöpfung entspricht. Unter Einbeziehung vor- und nachgelagerter Bereiche ergibt sich ein gesamter Wertschöpfungseffekt von rund 1,5 Milliarden Euro.

Auch am Arbeitsmarkt zeigen sich deutliche Effekte: 2025 schufen neue Unternehmen in Wien direkt rund 13.000 Arbeitsplätze. Zudem leisten sie mit etwa 632 Millionen Euro an Steuern und Abgaben einen wesentlichen Beitrag zur Finanzierung des Gemeinwesens.

Wunsch nach Selbstbestimmung als zentrales Motiv

Die Motive der Gründer:innen sind vielfältig, häufig stehe jedoch der Wunsch nach Selbstbestimmung im Vordergrund. 73 Prozent möchten ihre Zeit- und Lebensgestaltung flexibler organisieren, 72,3 Prozent geben an, lieber ihr:e eigene:r Chef:in sein zu wollen. Rund 60 Prozent sehen im eigenen Unternehmen bessere Möglichkeiten, die Verantwortung aus dem früheren Angestelltenverhältnis einzubringen.

Rund 16,2 Prozent nennen als Hauptmotiv, immer schon selbständig sein zu wollen. Ruck erklärt dazu, Selbständigkeit und der Schritt in die unternehmerische Eigenständigkeit seien vor allem für junge Menschen sehr attraktiv und wirkten sich zusätzlich positiv auf den Wirtschaftsstandort aus.

Unterstützung durch die Wirtschaftskammer

Wien ziehe nicht nur Menschen mit Geschäftsideen an, sondern biete auch ein Umfeld, in dem Unternehmen nachhaltig wachsen könnten. Die Wirtschaftskammer Wien unterstütze diesen Prozess intensiv, so Ruck. 2025 hätten die Expert:innen der Kammer rund 48.000 Gründungsberatungen durchgeführt.

Insolvenzen

Trotz dieser durchaus erfreulichen Entwicklung darf man nicht außer Acht lassen, dass es in Wien 2025 laut AKV 1.469 eröffnete Firmeninsolvenzen gab (LEADERSNET berichtete). Doch auch hier hat sich die Lage etwas entspannt. Im Vergleich zu 2024 bedeutet das nämlich einen Rückgang von –3,29 Prozent. Insgesamt bleibt die Zahl an Unternehmenspleiten aber hoch.

www.wko.at

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