Millionen-Pleite für das Zahnbürsten-Start-up Amabrush

Die Zehn-Sekunden-Zahnbürste konnte ihr Versprechen nicht halten.

Es klang zu schön um wahr zu sein: Zähneputzen in zehn Sekunden. Mit dieser bahnbrechenden Innovation machte das Start-up Amabrush von sich reden. Das im Oktober 2017 gegründete Unternehmen konnte über die Crowdfunding Plattformen Kickstarter und Indiegogo rund 4,65 Millionen Euro lukrieren.

Enttäuschte Kunden und Ermittlungen durch Staatsanwaltschaft

Doch bald hagelte es Kritik von enttäuschten Kunden. Einerseits habe die elektrische Zahnbürste nicht wie versprochen funktioniert, andererseits habe es auch Verzögerungen bei der Lieferung gegeben. Darüber hinaus kritisierten zahlreiche Tester kritisierten die Qualität des Produkts. Im Mai wurde bekannt, dass die Staatsanwaltschaft gegen Amabrush ermittelt, nachdem Peter Kolba, Obmann des Verbraucherschutzvereins (VSV), rechtliche Schritte angekündigt hatte.

Jetzt musste Amabrush Insolvenz anmelden. Wie der Kurier schreibt, betrage das verwertbare Vermögen lediglich 524.000 Euro, während die Verbindlichkeiten mit 4,568 Millionen Euro beziffert werden. "Wir müssen euch leider informieren, dass unsere Reise zu einem ungeplanten Ende gekommen ist", schreiben die Gründer von Amabrush in einem Blogpost. 22 Mitarbeiter seien von der Pleite betroffen. Den Gläubigern soll ein Sanierungsplan mit 20 Prozent Quote angeboten werden.

Schuldzuweisungen

Bei Amabrush selbst weißt man die Kritik indes zurück und sieht die Schuldigen für die Insolvenz anderswo. "Auslöser für die Insolvenz ist eine Kampagne des ehemaligen Parlamentsabgeordneten und Politikers der Partei 'Jetzt – Liste Pilz' Peter Kolba und dessen privaten Verbraucherschutzvereines gegen Amabrush und dessen Mitarbeiter. Aufgrund einer Strafanzeige Kolbas gegen Amabrush und eine ganze Reihe von Mitarbeitern haben Investoren ihre Investitionszusagen vorläufig zurückgezogen", behauptet das Unternehmen. (as)

www.amabrush.at

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