"Bei Österreichs Unternehmen ist Feuer am Dach"

Der aktuelle Austrian Business Check des Kreditschutzverbands 1870 zeigt Stärken und Schwächen heimischer Firmen auf.

Am Dienstag präsentierte der Kreditschutzverband 1870 (KSV1870) im Rahmen eines Pressegesprächs die aktuellen Ergebnisse seines halbjährlichen Austrian Business Checks, an welchem rund 700 Unternehmen zu unterschiedlichsten Wirtschaftsthemen teilnahmen.

"Wirtschaftsstandort steht auf wackeligen Beinen"

Eines der  Kernergebnisse des jüngsten AB-Checks des KSV1870 sieht die Digitalisierung als "größte Schwäche der österreichischen Wirtschaft": 68 Prozent der Unternehmen haben aktuell keine digitale Agenda verankert und planen das auch nicht – obwohl 84 Prozent bereits erkennen, dass die digitale Transformation den eigenen Markt verändert. Am deutlichsten sind die Auswirkungen anhand eines beschleunigten Wettbewerbes (69 Prozent), veränderten Kundenerwartungen (66 Prozent) und neuen Verkaufs- und Distributionskanälen im Markt (53 Prozent) spürbar.

Befragt nach der größten Schwäche nennen die Unternehmen die Digitalisierung von Produkten, Prozessen bzw. Services (27 Prozent), gefolgt von mangelhaften Prozessen und Strukturen (24 Prozent) und fehlenden neuen Geschäftsfeldern (23 Prozent. Wenig überraschend schafft es die Digitalisierung laut den Befragten nicht in das Ranking der Top 5-Stärken des Wirtschaftsstandortes.

"Unternehmen vergessen, digitale Akzente zu setzen"

Der Megatrend der Digitalisierung scheint in Österreich demnach noch nicht angekommen zu sein, dennoch bewerten 72 Prozent der Unternehmen den Wirtschaftsstandort Österreich mit sehr gut oder gut. "Das mag aktuell noch zutreffen, aber wenn weiterhin die Digitalisierung als Erfolgsfaktor für unsere Wirtschaft vernachlässigt wird, dann wird Österreich massiv an Attraktivität einbüßen und international den Anschluss verlieren. Aus meiner Sicht ist bei den Unternehmen Feuer am Dach", erklärt Ricardo-José Vybiral, CEO des KSV1870.

"Die Betriebe sind zu zögerlich und vergessen, digitale Akzente zu setzen." Und das, obwohl mit 77 Prozent drei von vier Firmen, die bereits heute über eine 'digitale Roadmap' verfügen, angeben, positive Auswirkungen auf ihre Finanzen zu erkennen – rund ein Viertel davon sogar sehr deutliche.

Österreichs Unternehmen in Investmentlaune

70 Prozent der befragten Unternehmen bewerten die aktuelle Geschäftslage als sehr gut oder gut – und das schlägt sich auch auf die Investitionsfreude nieder. 78 Prozent beschreiben die Stimmung als positiv, 43 Prozent wollen 2019 im Vergleich zum Vorjahr sogar mehr Geld in die Hand nehmen, um ihren Betrieb weiterzuentwickeln. Dazu greifen 58 Prozent der Firmen in erster Linie auf ihr Eigenkapital zurück.

Beteiligungen rücken mit 23 Prozent (plus neun Prozent gegenüber 2018) jedoch immer mehr in den Fokus – insbesondere in Wien und Niederösterreich. Die Top-3-Motive für Investments sind der Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit, Gewinnsteigerung und die Erhöhung von Marktanteilen. Der Wermutstropfen dabei: Investments in strategische Zukunftsthemen, wie neue Geschäftsfelder und Forschung & Entwicklung, sind die Ausnahme.

"Der positive Trend findet 2019 eine Fortsetzung. Die Unternehmen sind bereit, Geld in die Hand zu nehmen, um ihren Betrieb bereit für die Zukunft zu machen. Und das ist auch notwendig, um den Anschluss nicht zu verlieren und sich für veränderte Marktverhältnisse rechtzeitig zu wappnen", erklärte Gerhard Wagner, Geschäftsführer der KSV1870 Information GmbH.

Details zum aktuellen Austrian Business Check finden Sie hier, Eindrücke vom Pressegespräch gibt es in unserer Fotogalerie. (rb)

www.ksv.at

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