Wie werden wir uns im Jahr 2030 fortbewegen? Diese Frage stellte willhaben gemeinsam mit den Marktforschungs-Profis der mindtake in einer repräsentativen Umfrage mehr als 1.000 Österreicherinnen und Österreichern. Nun wurden die Ergebnisse im Rahmen eines Kundenfrühstücks offiziell präsentiert: Die Österreicher stehen demnach dem autonomen Fahren und reinen Gemeinschaftslösungen überwiegend skeptisch gegenüber.
"Wir sind Match-Maker zwischen Angebot und Nachfrage, und speziell für Händler oder Werbetreibende lohnt sich eine Standortbestimmung der österreichischen Konsumenten", ist Michael Gawanda, Leiter des willhaben Motornetzwerks überzeugt. "Gerade zum Stichwort Zukunft der Mobilität kursieren viele Schlagwörter und Ideen und immer wieder ist von neuen technischen Innovationen die Rede. Wir wollten es genau wissen, und haben die aktuelle Einschätzung der Österreicherinnen und Österreicher zu diesen Themen eingeholt."
Mobilität ist Fortbewegung und Flexibilität
Ganz generell wird Mobilität in Österreich zu rund 23,6 Prozent mit Fortbewegung und Flexibilität in Verbindung gebracht. Damit bleibt der Besitz des eigenen Fahrzeuges der wichtigste Faktor. In ländlicheren Regionen (73,5 Prozent) zeigt sich das naturgemäß stärker als in der Stadt (60,7 Prozent). So setzen zum Beispiel 86 Prozent der befragten Kärntner Mobilität gleich mit dem Besitz eines eigenen Autos.
Genutzt wird der PKW für alltägliche Erledigungen, am häufigsten für Einkäufe (79,9 Prozent) und kürzere Ausflüge (74,5 Prozent). An dritter Stelle steht der Urlaub, wobei vorrangig Männer gern mit dem Auto reisen (74,2 Prozent) und Frauen das tendenziell mit weniger Begeisterung tun (55,2 Prozent). In Städten, in denen das Verkehrsnetz und die Nahversorgung gut ausgebaut ist, ändert sich dieses Bild – speziell in Bezug auf diverse Besorgungen oder dem Bewältigen von kurzen Strecken. Während pro Jahr im Schnitt in Österreich 13.370 Kilometer mit dem Auto zurückgelegt werden, sind es in Wien nur rund 10.000 Kilometer im Vergleich zu rund 20.000 Kilometer in Kärnten.
Kritische Einstellung gegenüber autonomem Fahren
Bemerkenswert ist, dass drei Viertel der Befragten angeben, dass sie in zehn Jahren etwa gleich viel oder sogar mehr mit dem Auto fahren werden. Doch werden sie selbst noch am Steuer sitzen? Speziell Frauen stehen den – bereits im Alltag ankommenden Optionen – eines Auto-Piloten oder einem fahrerlosen Vorankommen im Stop-and-Go-Verkehr weiterhin sehr kritisch gegenüber.
Wenngleich Männer technischen Innovationen in diesem Bereich gemäß Befragung etwas offener gegenübertreten, haben jedoch in Summe 81 Prozent aller Österreicher aktuell noch kein Vertrauen in voll autonomes Fahren und ebenso viele empfinden, dass autonomes Fahren in Zukunft nach wie vor einen Führerschein und Fahrsicherheitstraining erfordern muss. Am Weg in die Zukunft wird das größte Vertrauen bislang automatischen Spurhalteassistenten geschenkt – etwa 20 Prozent kennen und vertrauen bzw. nutzen diese Möglichkeit.
Individualverkehr bleibt bestehen
Damit bleibt auch die Idee von Robo-Taxis außen vor. Immerhin 77 Prozent der Befragten sind überzeugt, dass diese in zehn Jahren noch nicht das Stadtbild prägen werden. Die größte Hemmschwelle dabei ist es, dass selbsfahrende Taxi mit Fremden zu teilen (59 Prozent). Darüber hinaus kann sich kaum jemand vorstellen, sein Kind per Robo-Taxi von der Schule abzuholen (nur sechs Prozent). Lediglich ein Viertel der befragten Männer und ein Fünftel der befragten Frauen glauben, dass sie 2030 kein eigenes Auto mehr besitzen werden. In ländlicheren Regionen vertreten überhaupt nur 17,3 Prozent der Befragten diese Meinung.
"Die Leute glauben nicht daran, dass Lufttaxis, Hyperloops und Robo-Taxis in absehbarer Zeit den Individual-Verkehr ablösen oder sich bekannte Stadtbilder in den nächsten zehn Jahren völlig neu darstellen", fasst Gawanda zusammen. "Diese Haltung vertreten nicht nur ältere Menschen. Rund 60 Prozent der befragten Siebzehn- bis Neunundzwanzigjährigen sind überzeugt, dass sie auch 2030 noch ein eigenes Auto haben werden", ergänzt er den Ausblick. (red)
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