Konkurs angemeldet
Traditions-Schlosserei schlittert in Millionenpleite

| Tobias Seifried 
| 16.06.2026

Der in dritter Generation geführte Betrieb beschäftigt knapp 40 Dienstnehmer:innen. Nach einer kurzen Fortführung soll die Liquidation folgen.

Ein bekanntes burgenländisches Familienunternehmen steht vor der Schließung: Über das Vermögen der Caroline Biribauer GmbH (vormals Biribauer GmbH) mit Sitz in Marz wurde am Dienstag am Landesgericht Eisenstadt ein Konkursverfahren eröffnet. Wie die Gläubigerschutzverbände AKV und KSV1870 bekannt gaben, erfolgte die Einleitung des Verfahrens über einen Eigenantrag.

Von der Insolvenz des 1955 gegründeten Traditionsbetriebs sind 37 Dienstnehmer:innen sowie rund 84 Gläubiger:innen betroffen.

Kostenexplosion und Auftragsrückgang

Der Betrieb, der heute in dritter Generation geführt wird, ist im Bereich des Schlossereigewerbes, der Herstellung von Metallkonstruktionen sowie dem Vertrieb und der Montage von Kellertrennwänden tätig. Als Hauptgründe für das finanzielle Abgleiten nennt das Unternehmen einen spürbaren Rückgang der allgemeinen Auftragslage sowie massive Kostensteigerungen in den Bereichen Energie, Materialbeschaffung und Personal. Laut AKV wurden die Löhne und Gehälter der Belegschaft bis einschließlich April 2026 ausbezahlt.

Zwei Millionen Euro Passiva und komplexe Vermögenslage 

Die Verbindlichkeiten des Unternehmens belaufen sich nach ersten Angaben auf rund zwei Millionen Euro. Demgegenüber steht ein Anlage- und Umlaufvermögen, dessen genauer Wert erst durch eine Inventarisierung und ein noch einzuholendes Gutachten geschätzt werden muss. Die Gesellschaft ist zudem Eigentümerin der Betriebshalle, die in Form eines sogenannten Superädifikats (ein Gebäude auf fremdem Grund) auf einer Liegenschaft errichtet wurde, die sich im Privateigentum der Geschäftsführerin befindet. Auch offene Forderungen des Betriebs müssen erst auf ihre tatsächliche Werthaltigkeit geprüft werden, heißt es von den Gläubigerschützern.

Kurzfristige Fortführung zur Fertigstellung 

Eine Entschuldung oder Sanierung des Betriebs ist nicht geplant. Die Intention der Gesellschaft sieht lediglich eine kurzfristige Fortführung des insolventen Unternehmens vor, um bereits begonnene Kundenaufträge fertigzustellen. Im Anschluss daran soll der Betrieb final liquidiert werden.

Die Kanzlei Kosch & Partner Rechtsanwälte (Niederlassung Eisenstadt) wurde vom Gericht als Insolvenzverwalter bestellt und hat nun die Aufgabe, das vorhandene Vermögen bestmöglich zu verwerten, um am Ende des Verfahrens eine entsprechende Verteilungsquote an die Gläubigerschaft auszuschütten. 

www.ksv.at

www.akv.at

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