Fotos 16.vie-mobility Forum & Club Cuvée Sommerfest
Wie Österreich die Mobilitätswende vorantreiben will

Bei der 16. Ausgabe der vie-mobility diskutierten Vertreter:innen aus Politik, Infrastruktur und Wirtschaft über die Herausforderungen und Chancen. Im Anschluss lud das Club Cuvée Sommerfest zum Networking. 

Wie die Mobilitätswende gelingen kann, stand im Mittelpunkt der 16. Ausgabe der vie-mobility. Die Plattform für Elektromobilität, Nachhaltigkeit und den Wirtschaftsstandort machte diesmal beim Rollerprofi Faber Halt. Vertreter:innen aus Politik, Infrastruktur und Wirtschaft tauschten sich dabei über aktuelle Entwicklungen, notwendige Investitionen und neue Mobilitätskonzepte aus.

"Mobilität ohne ideologische Scheuklappen"

Den Auftakt bildete ein Gespräch zwischen Moderatorin Sonja Kato und Mobilitätsminister Peter Hanke. Dabei wurde die Bedeutung eines gemeinsamen Ansatzes bei der Gestaltung zukünftiger Mobilität hervorgehoben. Hanke sprach von einer "Mobilität ohne ideologische Scheuklappen" und unterstrich die Notwendigkeit, Schiene und Straße nicht gegeneinander auszuspielen, sondern als sich ergänzende Systeme weiterzuentwickeln.

Der Minister verwies auf zentrale Infrastrukturprojekte wie die Koralmbahn, den Brenner Basistunnel und den Ausbau des Semmering-Basistunnels. Trotz budgetärer Herausforderungen werde weiterhin in die Verkehrsinfrastruktur investiert. "Dass trotz budgetärer Restriktionen weitere vier Milliarden Euro in Schiene und Straße investiert werden. Das ist bedeutend für die Zukunft einer CO₂-reduzierten Mobilität und für die Wirtschaft, wo wir in Zeiten wirtschaftlicher Herausforderungen gerade jetzt investieren müssen", sagte Hanke. Gleichzeitig werde die Elektromobilität unter anderem durch das ÖBB-Klimaticket sowie zusätzliche E-Ladestationen entlang des Asfinag-Netzes weiter forciert.

Vespa-Tradition trifft Elektromobilität

Im Rahmen der anschließenden Podiumsdiskussion blickte Josef Faber, CEO der Faber Group, auf die Entwicklung seines Unternehmens. Faber ist Generalimporteur der Piaggio-Produkte für Österreich, Tschechien und die Slowakei und erinnerte an 80 Jahre Vespa-Erfolgsgeschichte.

Gleichzeitig verwies er auf die zunehmende Bedeutung elektrischer Antriebe. "Das Zeitalter der E-Mobility hat bei uns Einzug genommen", betonte Faber. Mit den elektrischen Modellen von Vespa und Piaggio verfüge das Unternehmen über Angebote für den urbanen Verkehr. Die Fahrzeuge würden über ausreichende Reichweiten für den Stadtverkehr verfügen und könnten ihre Vorteile als wendige und platzsparende Mobilitätslösung energieeffizient ausspielen. Ergänzt werde das Angebot durch den elektrischen Microlino, der als Alternative für innerstädtische Wege positioniert werde.

Milliardenprogramm für Straßen und Ladepunkte

Hartwig Hufnagl, CEO der Asfinag, stellte die geplanten Investitionen in die Straßeninfrastruktur vor. Für den Zeitraum von 2026 bis 2031 seien Investitionen von insgesamt 12,5 Milliarden Euro vorgesehen. Genannt wurden unter anderem Projekte rund um die Luegbrücke in Tirol, die Tauernautobahn sowie die S1-Nordumfahrung im Raum Wien.

Parallel dazu werde auch die Ladeinfrastruktur erweitert. Zusätzlich zu den bereits bestehenden 300 Ladepunkten auf Raststätten sollen weitere Standorte auf Rastplätzen entstehen. Die Fertigstellung dieses Ausbaus sei bis Mitte 2027 vorgesehen.

Hufnagl betonte zudem die eigenständige Finanzierung der Asfinag: "Kein einziger Cent an Steuergeld für Bauvorhaben in die Asfinag fließt, weil die Finanzierung durch die Mauteinnahmen sichergestellt ist", so Hufnagl. Die zahlreichen Baustellen auf Österreichs Autobahnen seien eine notwendige Begleiterscheinung dieser Investitionen. Seine Einschätzung dazu fiel knapp aus: "Baustellen vergehen, Fortschritt bleibt", sagte Hufnagl. 

Flexible Nutzung statt klassischem Fahrzeugbesitz

Über veränderte Mobilitätsbedürfnisse berichtete Martin Rada, CEO von vibe. Die Nachfrage nach Miet- und Abo-Modellen entwickle sich positiv. Kund:innen würden insbesondere die Kombination aus flexiblen Laufzeiten, Versicherungsleistungen, Fahrzeugservices und integrierten Ladelösungen schätzen.

Wie Rada erklärte, seien die Kosten für Privat- und Firmenkund:innen dadurch gut kalkulierbar und würden Planungssicherheit bieten. Neben Neufahrzeugen werde mit "Revibe" auch ein Angebot an gebrauchten Elektrofahrzeugen bereitgestellt, die sich in gutem Zustand befänden und preislich günstiger angeboten würden. Darüber hinaus expandiert das Unternehmen derzeit nach Deutschland und baut einen Vertrieb in Süddeutschland auf.

Taxi 40100 setzt auf Elektrifizierung

Mit Julia Schellnast, Innovationsmanagerin von Taxi 40100, war auch die Taxibranche vertreten. Das Unternehmen gilt bereits heute als Green-Taxi-Anbieter und verfügt über eine Flotte mit bis zu 70 Hybrid- und Elektrofahrzeugen.

Schellnast erklärte, dass der Umstieg auf elektrische Antriebe kontinuierlich fortgesetzt werde. Das Ziel sei, in den kommenden Jahren rund die Hälfte der Fahrzeuge elektrisch zu betreiben.

Auch die Entwicklung des autonomen Fahrens wurde diskutiert. Schellnast zeigte sich überzeugt, dass entsprechende Lösungen künftig auch in Österreich Realität werden könnten. Technisch funktionierten autonome Systeme bereits sehr gut, wie Beispiele aus den USA und China zeigen würden. Für eine breite Einführung seien allerdings noch die notwendigen rechtlichen Rahmenbedingungen erforderlich.

Future Mobility live und sommerlicher Ausklang

Die bei der Veranstaltung diskutierten Zukunftsthemen waren nicht nur Gegenstand der Gespräche, sondern wurden bei der 16. vie-mobility auch unmittelbar erlebbar gemacht. Unter dem Motto "Future Mobility live" standen aktuelle Entwicklungen und innovative Mobilitätslösungen im Mittelpunkt.

Im Anschluss an das Fachprogramm luden Ralph Vallon und Raphaela Vallon-Sattler, GF Vallon Relations, zum Club Cuvée Sommerfest und zum Networking. WineAid präsentierte dabei noch einmal seine Weine. Gleichzeitig wurde bekannt, dass das Unternehmen seine Tätigkeit beendet. Über viele Jahre hatte WineAid den Club Cuvée begleitet und mit seinem Konzept dazu beigetragen, dass mit jedem Glas auch Menschen in schwierigen Lebenssituationen unterstützt wurden. Entsprechend groß war der Dank an Thomas Schenk und sein Team für ihr langjähriges Engagement.

Zahlreiche Gäste

Beim 16. vie-mobility Forum und Club Cuvée Sommerfest waren u.a. Kurt Mann, Der Mann, Ulrike Haslauer, Geschäftsführerin Compact Electric, Isabella Keusch, Geschäftsführerin Auto Stahl, Margarete Kriz-Zwittkovits, Vizepräsidentin WKW, Jürgen Bauer, Vorstand Gebrüder Weiss, Sebastian Kummer, Vorstand Institut für Transportwirtschaft und Logistik WU, Unternehmer Hans Peter Spak, Hink Pasteten und Spak, Wolfgang Layr, Kommunikationsstrategie Volksbank Wien, Medienberater Mauro Maloberti, Designerin Brigitte Just, Robert Moser, ArtPro, Unternehmensberater Dieter Scharitzer, WU, Thomas Strachota, liverelations, die Agenturleiter Andreas Spielvogel, Sebastian Bayer, Jürgen Colombini, Peter Schilling, cafe+co Manager Herbert Rieser, Gerhard Schuster, wien3420, Agnes Schaumann, Schaumann & Partner, Stefan Ratzenberger, danberg-danberg, Florian Zellmann, Vorstand Wiener Kreditbürgschafts- und Beteiligungsbank, Christian Onderka, Markenleiter Nutzfahrzeuge Porsche Inter Auto, Petra Mödlhammer, Leiterin Kommunikation und Marketing Asfinag, Ernst Kloboucnik, Direktor ÖAMTC Österreich, Marc Zimmermann, Geschäftsführer Popup Media, Barbara Zimmermann, Generalsekretärin Forum Alpbach, Christian Holzhauser, Spartenobmann WKW, Karl Martin Studener, GF ÖAMTC Fahrzeugtechnik, Martin Butollo, Country CEO Austria Commerzbank, Hans Mathes, Landesdirektor Generali Wien, Katharina Wirth-Gorbach, Head of Brand & PR Vibe, Personalberater, Alexander Granat, Bernhard Gily, medianet, Ärztin Anna Convalexius, Markus Pohanka, KL Austro Control, Dominik Schrott, Strategisches Verkehrsmanagement Asfinag, die Berater Marion Pelzl und Ralf-Wolfgang Lothert und Raphaela Vallon-Sattler, GF Vallon Relations.

Einen Eindruck von der Veranstaltung können Sie sich hier machen. 

www.vie-club-cuvee.at

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