Neue Analyse rechnet mit Belastungen
Paketsteuer gilt nicht für Click & Collect – das wird Käufern aber kaum was nützen

| Redaktion 
| 18.05.2026

Die geplante Abgabe auf Online-Pakete sorgt weiter für Diskussionen und wird Bestellungen in Österreich verteuern. Laut einer aktuellen Analyse dürfte die "Click & Collect"-Ausnahme im Alltag nur eine geringe Rolle spielen.

Die geplante Paketsteuer von zwei Euro pro Online-Paket sorgt weiter für Diskussionen im Handel. Eine aktuelle Analyse des Instituts für Handel, Absatz und Marketing (IHaM) der JKU Linz zeigt nun: Die vorgesehene Ausnahme für Click & Collect dürfte kaum Entlastung bringen. Denn obwohl mittlerweile 36 Prozent der heimischen Online-Shopper:innen zumindest gelegentlich Click & Collect nutzen, entfällt nur ein kleiner Teil der tatsächlichen Online-Ausgaben auf diesen Vertriebsweg. 2025 wurden lediglich 5,6 Prozent der gesamten Online-Ausgaben über Click & Collect abgewickelt.

Paketlieferung bleibt klar bevorzugt

Die Gründe dafür liegen laut Studie auf der Hand. Viele Konsument:innen bevorzugen weiterhin die klassische Zustellung nach Hause. Für 59 Prozent ist die Paketlieferung bequemer, die Hälfte der Befragten sieht in Click & Collect schlicht keinen praktischen Nutzen. Zusätzlich bestellen viele Kund:innen bei internationalen Plattformen wie Amazon, Temu oder Shein, die entsprechende Abholmöglichkeiten oft gar nicht anbieten.

Besonders bemerkenswert: Während Click & Collect in den Jahren nach der Pandemie zunächst deutlich zulegen konnte, stagniert die Nutzung inzwischen. Gleichzeitig sinkt der Anteil der darüber abgewickelten Ausgaben kontinuierlich. "Die Paketsteuer von zwei Euro wird wohl nahezu alle Online-Shopper:innen treffen", resümiert IHaM-Handelsforscher Ernst Gittenberger. Die Ausnahme für Click & Collect werde in der Realität nur einen kleinen Teil der Bestellungen betreffen.

Kritik an zusätzlicher Belastung

Auch aus Konsumentenperspektive sehen die Studienautor:innen die geplante Abgabe kritisch. Online-Shopping sei längst Teil des Alltags geworden, insbesondere in Regionen mit schwächerer Nahversorgung. "Zwei Euro sind zu viel, um ignoriert zu werden", warnt IHaM-Institutsvorstand Christoph Teller. Gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten könne die Paketsteuer von vielen Konsument:innen als zusätzliche Belastung wahrgenommen werden.

www.jku.at

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