Fotos & Video "Peter & Paul"
"Gerade in unsicheren Zeiten ist das Investment in Sachwerte gefragt"

In der neuen "Peter & Paul"-Sendung sprechen Michael Ehlmaier (Geschäftsführender Gesellschafter EHL Immobilien Gruppe) und Wolfgang Scheibenpflug (Bereichsleiter Immobilien Flughafen Wien) u. a. darüber, warum Immobilien auch in unsicheren Zeiten gefragt bleiben und weshalb starke Standorte heute mehr brauchen als eine gute Lage. Außerdem erläutern sie, wie langfristige Kundenbeziehungen zum Stabilitätsfaktor werden und wo Digitalisierung und KI in der Immobilienbranche an ihre Grenzen stoßen.

Die neue Folge "Peter & Paul" dreht sich dieses Mal rund um das Thema "Immobilien mit Zukunft – was Standorte heutzutage stark macht". Dazu spricht Paul Leitenmüller (CEO Opinion Leaders Network) mit seinen beiden Gästen Michael Ehlmaier (Geschäftsführender Gesellschafter EHL Immobilien Gruppe) und Wolfgang Scheibenpflug (Bereichsleiter Immobilien Flughafen Wien). Gedreht wurde die aktuelle Folge in den Räumlichkeiten der Hofburg Vienna.

Stabilität in einem schwierigen Marktumfeld

Michael Ehlmaier ist geschäftsführender Gesellschafter der EHL Immobilien Gruppe, einem österreichischen Immobiliendienstleister mit Schwerpunkten auf Gewerbe-, Investment- und Wohnimmobilien. Das Unternehmen ist seit 35 Jahren am Markt tätig und beschäftigt heute mehr als 70 Mitarbeiter:innen. EHL bietet Dienstleistungen entlang des Lebenszyklus einer Immobilie an, versteht sich jedoch nicht als Bauträger oder Immobilieninvestor, sondern als Immobilienberater mit Fokus auf Vermittlung, Bewertung und Marktanalysen. Dazu zählen klassische Maklertätigkeiten, Immobilienbewertungen sowie Marktberichte über verschiedene Assetklassen hinweg.

Wie sich ein Immobiliendienstleister in einem für viele Marktteilnehmer:innen schwierigen Umfeld behauptet, macht Ehlmaier vor allem an langfristigen Kundenbeziehungen, einem eingespielten Team und einem bewusst konservativen Geschäftsmodell fest. Dabei betont er, dass viele Unternehmen der Branche unverschuldet in Turbulenzen geraten seien: "Wir kochen auch nur mit Wasser, aber wir haben sehr fleißige Leute." Entscheidend sei, dass Kund:innen gerade in unsicheren Zeiten auf Kontinuität setzen würden. Viele Ansprechpartner:innen seien seit Jahren oder sogar Jahrzehnten im Unternehmen, was laut Ehlmaier auch die Zahl der Weiterempfehlungen erhöhe. "Davon leben wir. Weiterempfehlungen sind die günstigste und authentischste Werbung."

Zur Stabilität trage auch bei, dass EHL nicht mit Fremdkapital arbeite und weder Bauträger noch Immobilieninvestor sei. Dadurch sei das Unternehmen nicht in derselben Form von steigenden Zinsen, Baukosten oder Grundstückspreisen betroffen wie andere Marktteilnehmer:innen. Man greife "nicht nach den Sternen", sondern wolle Kund:innen vom Grundstücksankauf bis zur Endverwertung verlässlich begleiten. "Wir sind keine Goldgräber und keine Desperados, sondern wollen unsere Kund:innen von der Grundstücksakquisition bis zur Endverwertung bestmöglich begleiten."

Vom Flughafen zum Wirtschaftsstandort

Über Wolfgang Scheibenpflug führt auch eine direkte Verbindung von EHL zum Flughafen Wien. Er war lange im Unternehmen tätig und laut eigenen Angaben der allererste Mitarbeiter, den Michael Ehlmaier damals eingestellt hat. Heute ist Scheibenpflug Bereichsleiter Immobilien am Flughafen Wien und verantwortet die Entwicklung des Standorts, der unter dem Namen "Airport City" positioniert wird. Diese versteht er nicht nur als klassischen Flughafenstandort, sondern als eigenen Wirtschafts- und Betriebsstandort, an dem mehr als 250 Unternehmen angesiedelt sind und über 23.000 Menschen arbeiten. Neben Immobilien umfasst das Angebot auch Services wie ein Conference Center, ein Health Center, einen Kindergarten, ein Postamt sowie weitere Dienstleistungen, die teils selbst und teils gemeinsam mit Partnerunternehmen betrieben werden.

Damit ein solcher Standort funktioniere, brauche es laut Scheibenpflug mehr als einzelne Gebäude und Infrastruktur. Bei der Weiterentwicklung der Airport City setzt er auf partnerschaftliches Arbeiten und ein Verständnis von Standortentwicklung, das das gesamte Umfeld einbezieht: "Einen Standort wie die Airport City kann man nur gemeinsam mit Partnern entwickeln – miteinander und nicht gegeneinander." Gerade daraus würden neue Ideen entstehen, etwa beim Ausbau des Kongresszentrums oder bei zusätzlichen Services für Unternehmen am Standort.

Ein wesentlicher Unterschied zu klassischen Bürostandorten sei die Community vor Ort. Mit Formaten wie dem "Airport City Breakfast" oder Afterwork-Veranstaltungen wolle man die rund 250 Unternehmen gezielt vernetzen und ihnen zugleich eine Bühne bieten. "Was das Ganze ausmacht, ist das Interesse, eine Stadt wirklich als solche wahrzunehmen – mit der Verantwortung, nicht nur einzelne Immobilien, sondern auch das Rundherum zu entwickeln." Diese Vernetzung sieht Scheibenpflug als Vorteil gegenüber innerstädtischen Lagen. "Beim Reden kommen die Leute zusammen. Das ist vielleicht eine sehr österreichische, aber jedenfalls sehr positive Eigenschaft."

Warum Lage allein nicht mehr reicht

Mit Blick auf den Immobilienmarkt plädiert Ehlmaier für eine differenzierte Betrachtung, weil sich Assetklassen wie Wohnen, Büro, Gewerbe oder Hospitality nicht immer gleich entwickeln würden. Besonders angespannt sei derzeit der Wiener Wohnungsmarkt, weil zu wenig gebaut werde und zugleich Lohn- und Baukosten hoch blieben: "Der Wiener Wohnraum ist momentan leider sehr knapp. Nicht jede:r bekommt die Wohnung, die er:sie sich leisten kann oder die er:sie gerne hätte." Für 2026 rechnet Ehlmaier zunächst mit einer Seitwärtsbewegung, im weiteren Jahresverlauf aber wieder mit mehr Dynamik, denn: "Gerade in unsicheren Zeiten ist das Investment in Sachwerte gefragt."

Auch Standortqualitäten würden sich laut Ehlmaier weiter verändern. Neben der klassischen Formel "Lage, Lage, Lage" spiele inzwischen auch der Umgang mit Homeoffice eine Rolle. Dieses flache sich seiner Einschätzung nach wieder ab, weil mehr Unternehmen ihre Mitarbeiter:innen zurück ins Büro holen würden, um die Kommunikation zu stärken. Ähnlich abwägend blickt er auf Digitalisierung und Künstliche Intelligenz: Technologische Entwicklungen seien nicht aufzuhalten, entscheidend sei aber, wo sie tatsächlich Mehrwert schaffen und wo der persönliche Austausch zentral bleibe. "Wir müssen genau überlegen, wo uns Digitalisierung und KI helfen können – und wo wir den Menschen nicht ersetzen wollen." Für die kommenden Jahre wünscht sich Ehlmaier, dass Österreich ein stabiler Standort für internationales Kapital bleibt. "Den Optimismus dürfen wir nicht verlieren, ohne die Realität zu verleugnen."

Wie stark Standortqualität künftig über einzelne Immobilien hinausgedacht wird, zeigt der weitere Ausbau der Airport City. Scheibenpflug verweist auf den nächsten Office Park, der sich bereits in Bau befindet und im ersten Quartal 2028 weitere 17.000 Quadratmeter moderne Bürofläche auf den Markt bringen soll. Auch im Hotelbereich werde der Standort erweitert: Mit der Eröffnung eines dritten Hotels sollen weitere 510 Zimmer dazukommen, sodass sich schon bald insgesamt 1.400 Hotelzimmer direkt am Standort befinden. Geopolitische Unsicherheiten und internationale Konflikte würden zwar den Flugbetrieb beeinflussen, umso wichtiger sei aber ein starkes zweites Standbein abseits des klassischen Airport-Betriebs. Eine zentrale Rolle spielt dabei auch der Kongressstandort, der laut Scheibenpflug durch die internationale Anbindung, mehr als 200 Destinationen und die Nähe zur Wiener Innenstadt punkten könne. Insgesamt sieht Scheibenpflug den Standort gut positioniert: "Der Flughafen Wien hat mit der Airport City durchaus eine Vorreiterrolle in Europa eingenommen."

Was Michael Ehlmaier und Wolfgang Scheibenpflug zum Thema "Immobilien mit Zukunft – was Standorte heutzutage stark macht" noch sagen, sehen Sie in unserem Video und hören Sie in unserem Podcast. Zwischen den Themenblöcken gibt es im Video wie gewohnt ein Business-Event, dieses Mal vom Real Estate Circle.

Alle "Peter & Paul"-Folgen zum Nachschauen finden Sie hier.

Fotos vom Dreh sehen Sie in der Galerie.

www.ehl.at

www.viennaairport.com

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