Nachdem das Projekt "Zero Emission Transport (ZET)" der Wirtschaftskammer Wien gemeinsam mit der Stadt Wien zuletzt eine positive Bilanz zum ersten Projektjahr gezogen hatte (LEADERSNET berichtete), konnte nun der nächste Meilenstein vermeldet werden. Wie die Verantwortlichen am Dienstag im Rahmen einer Pressekonferenz bekannt gaben, beteiligen sich inzwischen bereits 50 Unternehmen an der Initiative. Die Betriebe absolvieren ihre Fahrten im 1. und 2. Wiener Gemeindebezirk freiwillig emissionsfrei.
Seit dem Start des Projekts im Juni 2024 wurden laut Wirtschaftskammer Wien rund 5,1 Millionen Kilometer emissionsfrei zurückgelegt. Dadurch seien knapp 2.000 Tonnen CO2-Äquivalente sowie mehr als eine Tonne Stickoxide eingespart worden. Die eingesparte CO2-Menge entspreche jener Menge, die etwa 150 Hektar Wald innerhalb eines Jahres aufnehmen könnten.
Nachfrage nach emissionsfreien Spezialfahrzeugen
Walter Ruck, Präsident der Wirtschaftskammer Wien, sieht darin ein Zeichen für die zunehmende Verankerung emissionsfreier Mobilität im betrieblichen Alltag. "Damit zeigt sich klar, dass das Projekt in der betrieblichen Praxis angekommen und ein wichtiger Impulsgeber für die mobile Transformation in Wien ist", sagt Ruck und ergänzt: "Unsere Unternehmen beweisen, dass klimafreundliche Mobilität im Wirtschaftsverkehr nicht mehr nur ein Zukunftsthema ist, sondern schon heute im Alltag funktioniert."
Nach Angaben der Wirtschaftskammer kommen im Rahmen des Projekts nicht nur Pkw und Lieferfahrzeuge zum Einsatz, sondern auch vollelektrische Busse, Müllfahrzeuge oder Lkw mit Ladekran. "Eine spannende Erkenntnis des Projekts ist, dass sich Unternehmen eine viel größere Verfügbarkeit von emissionsfreien Spezialfahrzeugen am Markt wünschen - die Nachfrage ist erwiesenermaßen da", so Ruck.
Stadt und Wirtschaft setzen auf Zusammenarbeit
Auch Wiens Bürgermeister Michael Ludwig verweist auf die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Wirtschaftskammer. "Dass sich mittlerweile 50 Unternehmen an 'Zero Emission Transport' beteiligen, zeigt eindrucksvoll, wie erfolgreich die enge Zusammenarbeit zwischen Stadt Wien und Wiener Wirtschaftskammer funktioniert. Gemeinsam mit den Betrieben treiben wir die klimafreundliche Transformation des Wirtschaftsverkehrs konsequent voran", sagt Ludwig.
Weiter erklärt der Bürgermeister: "Seit Projektbeginn wurden bereits fast 5,1 Millionen Kilometer emissionsfrei zurückgelegt und damit knapp 2.000 Tonnen CO2-Äquivalente eingespart – ein starkes Signal für den Klimaschutz, für die Lebensqualität in unserer Stadt und für einen zukunftsfitten Wirtschaftsstandort. Wien beweist damit einmal mehr: Gute Klimapolitik ist auch gute Wirtschaftspolitik."
Neue Unternehmen beteiligen sich
Zu den neuen Teilnehmern zählt unter anderem Ankerbrot. Das Unternehmen will den eigenen Fuhrpark schrittweise auf Elektromobilität umstellen. "Als modernes Unternehmen übernehmen wir Verantwortung – für unsere Mitarbeitenden, Kund:innen und die Umwelt,“ erklärt Tina Schrettner, Geschäftsführerin Marketing, Filialvertrieb und Nachhaltigkeit bei Ankerbrot und fügt hinzu: "Deshalb machen wir unseren Betrieb sukzessive fit im Sinne einer nachhaltigen Zukunft. CO2-armer Transport in der Stadt ist für uns daher ein zentrales Thema."
Schrettner ergänzt: "Die Teilnahme an 'Zero Emission Transport' ist somit nur konsequent: Unser gesamter Fuhrpark wird schrittweise auf E-Mobilität umgestellt und die ersten Anker-E-Fahrzeuge sind bereits in Wien im Einsatz. Bis 2035 wollen wir beim eigenen Transport komplett emissionsfrei sein."
Auch das Bauunternehmen Porr beteiligt sich nun am Projekt. Porr-CEO Karl-Heinz Strauss betont die Bedeutung gemeinsamer Lösungen bei der Dekarbonisierung des Wirtschaftsverkehrs. "Der Wirtschaftsverkehr ist ein wesentlicher Hebel für die Dekarbonisierung von Städten und eine gemeinsame Aufgabe", sagt Strauss. "Kein Unternehmen kann diese Transformation allein bewältigen. Genau deshalb sind Initiativen wie 'Zero Emission Transport' entscheidend, um Erfahrungen zu bündeln und im Schulterschluss Lösungen schneller in die Umsetzung zu bringen."
Erfahrungen aus der Praxis
Das Entsorgungsunternehmen Saubermacher ist bereits seit 2024 Teil des Projekts und setzt nach eigenen Angaben derzeit neun elektrische Lkw in Wien ein. "Das Projekt Zero Emission Transport ist ein wichtiger Impuls für die Dekarbonisierung des Wirtschaftsverkehrs in Wien", erklärt Aufsichtsratsvorsitzender und Gründer Hans Roth und ergänzt: "Es zeigt, dass Unternehmen, Stadt und Interessenvertretungen gemeinsam konkrete Lösungen für eine klimafreundliche Logistik entwickeln können."
Roth verweist dabei auch auf Vorteile im städtischen Raum: "Gerade im städtischen Raum profitieren unsere Kunden von emissionsärmerer und leiserer Sammlung – Lärm wird durch elektrische Aufbauten und Antriebe stark vermindert."
LEADERSNET war bei der Pressekonferenz. Einen Eindruck können Sie sich hier machen.
www.wko.at/wien
www.wien.gv.at
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