Die diesjährige Jahrestagung von Raiffeisen Niederösterreich-Wien in der Messe Wien markierte einen bedeutenden Meilenstein in der Geschichte der Landesbank-Gruppe. Vor rund 850 Gästen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft feierte die Institution nicht nur ihr 140-jähriges Bestehen, sondern vollzog auch einen entscheidenden Wechsel an der operativen Spitze.
Kontinuität und Resilienz als Erfolgsfaktoren
Erwin Hameseder, Obmann der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien, betonte in seiner Eröffnungsrede die Bedeutung der genossenschaftlichen Struktur in volatilen Zeiten. Angesichts politischer und wirtschaftlicher Instabilitäten sei die Fähigkeit zur Anpassung essenziell. "Langfristigen Erfolg haben nur jene Unternehmen, die auch unter Druck handlungsfähig sind. Nachhaltiges Wirtschaften und vorausschauendes Handeln sind der Schlüssel. Und genau darin liegt seit jeher die Stärke von Raiffeisen, denn unser genossenschaftliches Modell ist im Kern nichts anderes als organisierte Resilienz", so Hameseder. Er verwies dabei auf die positiven Abschlüsse des Jahres 2025 der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien sowie der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien.
Bilanz einer Wachstumsphase
Michael Höllerer, Generaldirektor Raiffeisen NÖ-Wien, der mit Juli als Vorstandsvorsitzender in die Raiffeisen Bank International wechselt und dort Johann Strobl ablöst (LEADERSNET berichtete), blickt auf eine vierjährige Amtszeit zurück, in der wesentliche strategische Weichenstellungen vorgenommen wurden. Unter seiner Führung sei der Unternehmenswert um mehr als 50 Prozent gestiegen. Zudem konnte die Stadtbank einen Zuwachs von 15.000 Neukund:innen im Privat- und Firmenbereich verzeichnen.
"Wir haben unsere Häuser in den letzten Jahren konsequent auf Zukunftskurs gebracht", konstatierte Höllerer. Ein wesentlicher Faktor sei die Weiterentwicklung der Unternehmenskultur gewesen, die Innovationen wie die Kooperation mit Bitpanda (LEADERSNET berichtete) oder dem jö Bonus Club (LEADERSNET berichtete) ermöglicht habe. Aufgrund der gestiegenen Relevanz stehe das Institut nun zudem wieder unter der direkten Aufsicht der EZB.
Martin Hauer übernimmt das Zepter
Ab Juli übernimmt Martin Hauer die Funktion des Generaldirektors von Raiffeisen NÖ-Wien (LEADERSNET berichtete). Erwin Hameseder bezeichnete den künftigen Chef als Kenner des Hauses, der für Kundennähe und Kontinuität stehe. Der designierte Generaldirektor skizzierte bereits seine Ambitionen: Er sehe das Unternehmen auf Augenhöhe mit den Marktbesten und wolle die Gruppe in einen Zustand bringen, in dem Höchstleistungen zum Standard werden. "Mein Ziel ist es, dass wir in den nächsten Jahren in einen Flow kommen, also in einen Zustand, in dem wir zu Höchstleistungen auflaufen", erklärte Hauer. Inhaltlich werde er den Fokus verstärkt auf Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und kundenorientierte Innovationen legen.
Politische Anerkennung und Forderungen nach Deregulierung
Bundeskanzler Christian Stocker würdigte Raiffeisen in einer Videobotschaft als stabilisierende Kraft der Ostregion. Die Institution habe über Jahrzehnte bewiesen, dass sie Veränderungen aktiv mitgestalte. Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner hob die regionale Verwurzelung hervor und bezeichnete das genossenschaftliche Prinzip als Erfolgsmodell für Europa. Gleichzeitig plädierte sie für eine Reduktion bürokratischer Hürden: "Es braucht weniger Bürokratie und mehr Innovation – für eine verstärkte Wettbewerbsfähigkeit. Wenn Verfahren über Jahre dauern, investiert keiner mehr", so Mikl-Leitner.
Mit dem Führungswechsel und der Fokussierung auf technologische Innovationen sieht sich Raiffeisen NÖ-Wien für die kommenden Herausforderungen des Marktes gerüstet. Und auch die Gäste, darunter u.a. Sebastian Kurz, Wolfgang Sobotka, Maria Rauch-Kallat, Herbert Rieser, Karin Strobl, Friedrich Csörgits, Alexander Wrabetz, Eva Schindlauer, Othmar Karas, Josef Pröll, Gerald Gerstbauer, etc., waren sich einig, dass das Unternehmen bestens aufgestellt ist.
Unsere Interview-Partner:innen
Neben Höllerer, Hameseder, Hauer und Mikl-Leitner holte LEADERSNET.tv noch Christiane Flehberger (des. Vorstandsdirektorin Raiffeisen-Holding NÖ/Wien), Julian Hadschieff (Präsident Club Tirol), Nikolaus Berlakovich (Vizepräsident EU-Bauernverband), Johannes Schedlbauer (Direktor WKNÖ), Harald Hauke (CEO ARA), Hans Arsenovic (Abgeordneter zum Wiener Landtag), Othmar Karas (Präsident des European Forum Alpbach), Michael Mack (Geschäftsführer Raiffeisen Immobilien Treuhand), Rudolf Könighofer (Vorstand der Raiffeisenlandesbank Burgenland), Toni Faber (Dompfarrer zu St. Stephan), Michaela Roither (Geschäftsführerin Industriellenvereinigung Niederösterreich), Wolfgang Eckert (Präsident WKNÖ), Harald Servus (Abgeordneter zum Nationalrat) und Johann Strobl (Vorstandsvorsitzender Raiffeisen Bank International) vor die Kamera.
Fotos von der Jahrestagung sehen Sie in unserer Galerie.
www.raiffeisenholding.com
www.raiffeisenbank.at
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