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Warum Energie-Importabhängigkeit teurer ist als die Transformation

Beim aktuellen Trendforum von Oesterreichs Energie diskutierten hochrangige Branchenexpert:innen über den Umbau des Energiesystems. Sie fordern rasche Investitionen in heimische Erzeugung, um die Importrisiken zu minimieren.

Österreichs Energiezukunft entscheidet sich laut Branchenexpert:innen an Investitionen, dem Verfahrenstempo und klaren Rahmenbedingungen. Beim jüngsten Trendforum von Oesterreichs Energie stand die Transformation hin zu einem unabhängigeren und leistbaren Energiesystem im Fokus der Debatte. Moderiert wurde der Branchentreff einmal mehr von Manuela Raidl.

Laut Barbara Schmidt, Generalsekretärin von Oesterreichs Energie, sei Energie das zentrale Thema der Gegenwart, wobei die Transformation einen unumkehrbaren Prozess darstelle. "Energie entscheidet über Sicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und Wohlstand", betonte Schmidt. Angesichts der Volatilität internationaler Märkte bezeichnete sie die weitere Elektrifizierung als eine "No-regret-Maßnahme", für deren Akzeptanz aktiv geworben werden müsse.

Sicherheit als strategische Notwendigkeit

Michael Strugl, Präsident von Oesterreichs Energie, verwies auf die strategische Komponente der Versorgung. Ein System, das stark auf fossile Importe setze, importiere zwangsläufig auch Risiken. Der Umbau sei daher keine rein abstrakte Klimafrage, sondern entscheidend für die Handlungsfähigkeit Österreichs. "Und letztlich auch eine Frage der Freiheit unseres Landes", so Strugl. Er gab zu bedenken, dass jährlich Milliarden für Ölimporte ins Ausland fließen würden, anstatt im Inland Wertschöpfung und Arbeitsplätze zu generieren. Die Branche habe das Know-how und sei bereit zu investieren; nun brauche es verlässliche Gesetze und Rechtssicherheit.

Die Kosten des Zuwartens unterschätzt

Diese Sichtweise unterstützte Ökonom Christian Helmenstein (Economica Institut). Er stellte fest, dass die Kosten der Abhängigkeit oft unterschätzt würden, während die Transformationskosten sehr präsent seien. Ein Zuwarten komme das Land durch Krisenanfälligkeit und Einkommensabflüsse teurer zu stehen als das aktive Handeln. Die Transformation biete zudem eine "volkswirtschaftliche Groß-Chance" durch expansive Impulse und eine dauerhaft höhere Versorgungssicherheit.

Handlungsbedarf sieht auch Benedikt Ennser (BMWET). Zwar verfüge Österreich über einen hohen Anteil erneuerbarer Erzeugung, doch blieben die Wärmeversorgung und die Mobilität Herausforderungen. Er führte aus, dass das Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz (EABG) die Grundlage dafür schaffe, dass Bund und Länder gemeinsam an klaren Ausbauzielen arbeiten können.

Forderung nach mehr Ambition und Tempo

Martina Prechtl-Grundnig, Geschäftsführerin von EEÖ, mahnte hingegen mehr Ambition an. Sie kritisierte, dass Maßnahmen oft nicht ausreichten und Ziele nicht verbindlich genug abgebildet seien. Besonders beim Windkraftausbau brauche es ein besseres Ineinandergreifen von Zuständigkeiten und Flächen. Die Windkraft sei für sie "gelebte Krisenvorsorge", die gerade dort akzeptiert werde, wo sie bereits sichtbar sei.

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www.oesterreichsenergie.at

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