Fotos & Video vom Fest im Naturhistorischen Museum
Christian W. Mucha verabschiedet sich mit großem Branchentreffen

| Larissa Bilovits 
| 28.04.2026

Am Montagabend feierte der Verleger im Naturhistorischen Museum mit mehr als 200 Gästen aus Medien, Marketing, Wirtschaft und Society zugleich 50 Jahre Verlagsgeschichte und seinen angekündigten Abschied. LEADERSNET.tv war dabei und holte den Jubilar und seine langjährigen Wegbegleiter:innen vor die Kamera.

Nach fünf Jahrzehnten an vorderster Front der heimischen Medienbranche – und mehreren angekündigten Abschieden – will Christian W. Mucha heuer nun tatsächlich einen Schlussstrich unter seine aktive Verlegerlaufbahn ziehen und sich in die Pension verabschieden. Nachdem bereits im Vorjahr die letzte gedruckte Ausgabe seines Medien-Fachmagazins ExtraDienst erschienen war (LEADERSNET berichtete), konzentrierte sich der Verleger zuletzt noch auf seine Online-Medien und den zugehörigen Newsletter, womit nun ebenfalls Schluss sein soll.

Dem zum Anlass wurde im Naturhistorischen Museum noch einmal gebührend auf ein halbes Jahrhundert Mediengeschichte angestoßen: Mehr als 200 Gäste aus Medien, Marketing, Wirtschaft und Society feierten am Montagabend das 50-jährige Bestehen der MG Mediengruppe (ehemals Mucha Verlag) und den angekündigten Abschied ihres Gründers. Gekrönt wurde der Abend von einer Laserinszenierung, die die Fassade des Museums zur visuellen Bühne für den Satz "Christian W. Mucha sagt Danke." machte.

Zwischen Rückblick und Abschied

Mucha selbst blickte dabei offen auf die Anfänge seiner Karriere zurück – und auf die Herausforderungen, die ihn geprägt haben: "Damit überhaupt anzufangen, war eine schwierige Zeit. Ich hatte überhaupt kein Geld und nach ein paar Jahren bereits acht Millionen Schilling Schulden. Damals gab es noch keinen Privatkonkurs, wenn es schiefging, war man einfach erledigt und pleite. Ich habe es dann aber geschafft, die faulen Stellen aus dem Apfel herauszuschälen, das Unternehmen selbst zu übernehmen, und ab da ging es eigentlich relativ schnell. Es war eine unglaublich faszinierende, abwechslungsreiche und spannende Zeit, die mir sehr viel Spaß gemacht hat."

Mit Blick auf das Jubiläum wurde auch die Vergänglichkeit eines solchen Lebenswerks spürbar: "Wenn ich mir heute die Bilder und Zeitschriften anschaue, ist es wie mit einem Baby: Du hältst es im Arm, gehst schlafen – und am nächsten Tag ist es plötzlich 50. Du blinzelst zweimal, und alles ist vorbei. Es geht einfach sehr schnell", so Mucha gegenüber LEADERSNET.tv.

Auch Ekaterina Mucha, Chefredakteurin des Magazins Elite, zeichnete ihren persönlichen Weg nach – und betonte die Bedeutung praktischer Erfahrung im Journalismus: "Ich bin eigentlich gelernte Juristin und durch das Einheiraten in den Journalismus gekommen. Daher musste ich mir alles von Grund auf aneignen. Das funktioniert nicht allein mit einem klassischen Publizistikstudium – vieles ist schlicht Learning by Doing." Rückblickend sei vor allem das Arbeiten im Team prägend gewesen: "Wir hatten in den letzten Jahren hervorragende Redakteur:innen, von denen ich sehr viel gelernt habe. Für mich war das eine entscheidende persönliche Erfahrung: einen Beruf von Grund auf zu erlernen und mir ein völlig neues berufliches Feld zu erschließen."

Wegbegleiter:innen würdigen eine polarisierende Persönlichkeit

Neben persönlichen Rückblicken rückten im Rahmen der Feierlichkeiten auch die Einschätzungen langjähriger Wegbegleiter:innen in den Mittelpunkt - und diese zeichnen ein ebenso vielschichtiges wie prägnantes Bild des Verlegers.

"Christian Mucha ist eine hoch kontroverse Persönlichkeit. Es gibt kaum jemanden, dem er gleichgültig ist – er polarisiert. Man könnte fast sagen, er ist die personifizierte Polarisierung in Österreich. Nichtsdestotrotz ist es beeindruckend, was er geschaffen hat und wie lange er sich behauptet hat – ein Stehaufmännchen par excellence. In der Medienbranche ist er, so würde ich sagen, ein echtes Enfant terrible, ein cooler Typ, der allerdings nicht für jede:n immer nur angenehm und einfach ist", so Paul Leitenmüller, CEO von Opinion Leaders Network.

Auch Ö3-Moderatorin Claudia Stöckl erinnerte sich an persönliche Begegnungen mit Mucha und würdigte dessen Offenheit sowie seine langjährige Präsenz in der Branche: "Er war vor etwa drei Jahren bei Frühstück bei mir zu Gast, und das war ein ganz besonderes Gespräch. Er geht sehr offen mit seiner speziellen Art um, spricht auch über seine Feindschaften, die er – so scheint es – fast genießt, und natürlich sind daraus auch Freundschaften entstanden. Schon damals hat er gesagt, dass er bald aufhören möchte. Jetzt habe ich am Telefon wieder gehört, dass es doch noch dieses große Fest geben wird – und danach wird er wohl in Nizza in seinem Apartment sitzen und aufs Meer blicken. Es ist jedenfalls beeindruckend, in der Verlagsbranche so viele Jahre durchzuhalten, gerade in einer Zeit, in der sich so vieles verändert hat. Für diesen neuen Lebensabschnitt wünsche ich ihm vor allem inneren Frieden – die Fähigkeit, loszulassen, sich zu fragen, was im Leben wirklich wichtig ist, und seine persönliche Geschichte auf eine neue Weise weiterzuschreiben", so Stöckl zu LEADERSNET.tv.

Unsere Interviewpartner:innen

Neben Christian Mucha (Verleger MG Mediengruppe), Ekaterina Mucha (Chefredakteurin Magazin Elite), Paul Leitenmüller (CEO, Opinion Leaders Network) und Claudia Stöckl (Ö3-Moderatorin) holte LEADERSNET.tv auch noch Christina "Mausi" Lugner (Reality-TV-Teilnehmerin & ehem. Moderatorin), Peter Aigner (CEO Aigner PR), Heribert Kasper ("Mr. Ferrari"), Frank & Ingrid Bläuel (Besitzer Berghotel Tulbinger Kogel), Martina Fasslabend (Präsidentin Myki österreichischer Kinderschutzpreis), Werner Fasslabend (Jurist & Politiker), Gerhard Steinbrecher (CEO cento design), David Kaburek (CEO Entertainment Agency), Ruperta Mucha (Co-Founder Mucha Communications), Walter Fink (Director Brand & Marcoms Sky Österreich), Claudia Fink (Mitarbeiterentwicklung Erste Bank), Kathi Stumpf und Alex Beza (Unternehmerpaar), Michael Reimer (Chef Schokomichi Fabrik), Rainer Novak (Geschäftsführer Die Presse), Gerald Grünberger (Geschäftsführer VÖZ Verband Österreichischer Zeitungen), Elvyra Geyer (Mitgründerin Vienna Fashion Week), Eva Pölzl (ORF-Moderatorin), Eugen Prosquill (CEO Warda Network) und Jörg Pizzera (Marketing Chef Spar) vor die Kamera.

Eindrücke finden Sie zudem in unserer Galerie

www.mgmediengruppe.com

Sollten Sie das Video nicht abspielen können, klicken Sie bitte hier!

Kommentar veröffentlichen

* Pflichtfelder.

leadersnet.TV