LEADERSNET: Sehr geehrter Herr Obererlacher, mit der Mehrheitsbeteiligung an der WSS Vermögensmanagement GmbH setzen Sie einen klaren strategischen Schritt im österreichischen Wealth Management Markt. Welche übergeordneten Ziele verfolgen Sie mit dieser Transaktion und welche Rolle soll WSS künftig innerhalb der Gesamtstrategie von Swiss Life Select Österreich einnehmen?
Christoph Obererlacher: Wir stärken mit der Mehrheitsbeteiligung an der WSS Vermögensmanagement GmbH ganz gezielt unsere Position im Segment des aktiven Wealth Managements und erweitern gleichzeitig unsere Kompetenz entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Finanzberatung. Die Beteiligung ist auch ein klares Bekenntnis zu Wachstum im Wealth Management und insbesondere im gehobenen Kundensegment. Mit der WSS investieren wir in ein Unternehmen, das nicht nur durch Qualität, Wachstum und unternehmerische Substanz überzeugt, sondern auch über einen hervorragenden Track Record und eine ausgeprägte Expertise im Bereich des Vermögensmanagements verfügt.
LEADERSNET: Wie planen Sie die Zusammenarbeit zwischen Swiss Life Select und WSS konkret zu gestalten, um die jeweiligen Stärken in Beratung und Vermögensverwaltung optimal zu kombinieren und Synergien im Tagesgeschäft wirksam zu machen?
Obererlacher: Die WSS nimmt eine eigenständige und gleichzeitig klar positionierte Rolle innerhalb unserer Gesamtstrategie ein. Die etablierte Marke, das erfahrene Team rund um Markus Weissörtel und der spezialisierte Beratungsansatz der WSS bleiben erhalten und werden gezielt weiterentwickelt. Gleichzeitig schaffen wir durch die Partnerschaft die Grundlage für gemeinsames Wachstum, Know-how-Transfer und die gezielte Hebung von Synergien vor allem im technologischen und regulatorischen Bereich.
LEADERSNET: Durch die Mehrheitsbeteiligung erreichen Sie eine neue Größenordnung beim betreuten Kundenvermögen. Welche konkreten Wachstumsschritte und strategischen Meilensteine haben Sie sich gesetzt, um diese Position in den kommenden Jahren weiter auszubauen?
Obererlacher: Völlig richtig! Durch diese Beteiligung steigt das durch uns in Österreich betreute Kundenvermögen – resultierend aus Vorsorge- und Investmentgeschäften – auf mehr als drei Milliarden Euro. Damit etablieren wir uns unter den Top 20 Vermögensverwaltern in Österreich. Es ist für uns aber auch ein Startschuss für weiteres Wachstum, denn unser Anspruch ist klar: Wir wollen im Wealth Management weiter wachsen, ausgezeichnete Banker und Private Banker anziehen und uns durch selektive Zukäufe weiter verstärken und unsere Position ausbauen.
LEADERSNET: Wie wollen Sie sich im Geschäft mit vermögenden Privatkund:innen in einem zunehmend intensiven Wettbewerbsumfeld positionieren, und mit welchen konkreten Leistungen oder Angeboten möchten Sie sich künftig vom Mitbewerb abheben?
Obererlacher: Der Markt für vermögende Privatkund:innen ist zweifellos anspruchsvoller geworden – gleichzeitig sehen wir darin eine Chance zur Differenzierung. Unser Anspruch ist es, uns über Qualität und Tiefe in der Beratung zu positionieren. Das bedeutet ganz konkret: Wir setzen konsequent auf einen ganzheitlichen Beratungsansatz, der Vermögensstrukturierung, Vorsorge, Absicherung und Nachfolgeplanung integriert betrachtet. Gerade in komplexen Vermögenssituationen erwarten Kund:innen keine Standardlösungen, sondern maßgeschneiderte Strategien – und genau hier liegt unsere Stärke.
LEADERSNET: Die Marke WSS bleibt bestehen und die bestehende Geschäftsführung bleibt an Bord. Welche Bedeutung hat diese Kontinuität für Sie, und wie stellen Sie gleichzeitig sicher, dass gemeinsame strategische Ziele konsequent umgesetzt werden?
Obererlacher: Die WSS wurde in den letzten Jahren mehrfach ausgezeichnet und ist am Markt besonders für deren hohe Beratungsqualität bekannt. Es kommt nicht von ungefähr, dass das Unternehmen mehr als 1.400 Kund:innen betreut und ein Vermögen von mehr als 700 Millionen Euro verwaltet. Umso mehr freut es uns, dass die Geschäftsführung weiterhin an Bord bleibt. Gemeinsam erschließen wir ein Wachstumspotenzial, das in dieser Form für keinen von uns allein realisierbar wäre. Auf Basis dieses Set-ups sind wir überzeugt, künftig weitere Unternehmen von diesem Mehrwert überzeugen und erfolgreich anbinden zu können.
LEADERSNET: Wie schauen die Pläne von Swiss Life Select Österreich für 2026 und die (noch) weitere Zukunft aus?
Obererlacher: Zum einen ist die Mehrheitsbeteiligung an der WSS für uns der Ausgangspunkt für weiteres Wachstum im Wealth Management. Unser Ziel ist ganz klar, unsere Position am Markt weiter auszubauen und eventuell auch weitere Zukäufe zu tätigen. Gleichzeitig sind wir als Swiss Life Select erfolgreich in das neue Jahr gestartet. Wir bauen unser Leistungsportfolio kontinuierlich aus und legen kräftig zu. Gerade im Bereich der Pensionsvorsorge sowie in Sachen Vermögensaufbau ist die Nachfrage sehr stark. Die Menschen in Österreich zeigen ein wachsendes Interesse, ihre finanzielle Zukunft aktiv zu gestalten und gemeinsam mit uns maßgeschneiderte Lösungen zu entwickeln.
LEADERSNET: Was kann der "CEO" Obererlacher von der Privatperson Obererlacher lernen?
Obererlacher: Von der Privatperson nehme ich vor allem zwei Dinge mit: Bodenständigkeit und ein gutes Gespür für das Wesentliche. Im privaten Umfeld zählen keine Titel oder Funktionen, sondern Haltung, Verlässlichkeit und die Fähigkeit zuzuhören – und genau das ist auch in meiner Führungsrolle als CEO entscheidend.
LEADERSNET: Vielen Dank!
www.swisslife-select.at
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