KI-Kolumne von Jürgen Bogner
1.500 Euro monatlich für KI? Teuer wird es erst ohne sie

Im Rahmen unserer KI-Serie, bei der KI-Profi Jürgen Bogner (CEO & Gründer von biteme.digital) regelmäßig einen Beitrag rund um das Thema Künstliche Intelligenz verfasst, erfahren LEADERSNET-Leser:innen dieses Mal, warum sich die Diskussion über KI-Kosten oft am falschen Maßstab orientiert und worauf es bei der Bewertung des tatsächlichen Nutzens wirklich ankommt.

Ich sage es gleich, wie es ist: Ich gebe rund 1.500 Euro im Monat für KI aus. Und jedes Mal, wenn ich diese Zahl laut ausspreche, sehe ich denselben Reflex. Kurz hochgezogene Augenbrauen. Dieses höfliche Nicken, hinter dem eigentlich nur ein Gedanke steckt: Klingt ganz schön teuer.

Ganz ehrlich? Genau da beginnt das Missverständnis. Denn wir reden bei KI noch immer viel zu oft über Kosten, als würden wir Streaming-Abos vergleichen. 20 Euro hier, 50 Euro dort, noch ein Tool, noch ein Modell, noch eine API. Und plötzlich wirkt alles wie ein luxuriöses Tech-Hobby.

Was dabei fast immer fehlt, ist die einzige Frage, die wirklich zählt: Was kommt dabei raus? Und genau dort wird es spannend.

Nicht der Preis ist die Geschichte – der Output ist es

Ich nutze KI nicht als nettes Browser-Spielzeug. Ich nutze sie als Arbeitsumgebung. Als System. Als Team aus spezialisierten digitalen Mitdenkern, die mich bei Strategie, Research, Qualitätssicherung, Dokumentation, Automatisierung und operativer Umsetzung unterstützen. Nicht hypothetisch. Nicht auf einer Konferenzfolie. Sondern im echten Alltag. Mit echten Kund:innen. Mit echten Deliverables.

Und wenn man dann nur auf die Monatskosten schaut, sieht man bestenfalls die halbe Wahrheit. Die andere Hälfte ist die Leistung. Und die lässt sich in meinem Fall ziemlich klar beziffern.

Ich habe mir dafür mehrere Monate angesehen, Kosten und Output gegenübergestellt und sauber durchgerechnet. Der März war dabei ein besonders gutes Beispiel, weil in diesem Monat besonders viel zusammengekommen ist. Und genau dort wurde sichtbar, was ein eingespieltes KI-Setup wirklich leisten kann.

Im März habe ich mir durch dieses System grob gerechnet rund drei Vollzeitäquivalente und etwa 5.000 Euro an Freelancer-Kosten gespart. Nicht, weil plötzlich Magie passiert ist. Sondern weil ich ein Setup gebaut habe, das nicht nur antwortet, sondern mitarbeitet.

KI spart nicht nur Zeit – sie verhindert, dass die wichtigen Dinge liegen bleiben

Das ist für mich der eigentliche Punkt. Viele reden bei KI noch immer so, als ginge es nur darum, ein paar Minuten beim Schreiben oder Recherchieren zu sparen. Ein bisschen schneller texten. Ein bisschen flotter zusammenfassen. Ein bisschen effizienter brainstormen. Ja, das auch. Aber der wahre Mehrwert liegt woanders.

KI sorgt dafür, dass Dinge nicht liegen bleiben, die im normalen Alltag sonst fast automatisch unter den Tisch fallen würden. Follow-ups, saubere Dokumentation, zweite Qualitätsschleifen, strukturierte Nachbereitung, vertiefte Recherche, operative Vorarbeit, technische Umsetzung, sauber gebaute Einladungsstrecken, bessere Vorbereitung von Workshops, konsistente Projektpflege.

Genau diese Dinge machen am Ende oft den Unterschied zwischen gut gemeint und professionell umgesetzt. Und genau diese Dinge bleiben ohne Unterstützung in stressigen Monaten gerne liegen. Nicht aus Faulheit. Sondern, weil der Tag irgendwann voll ist.

Für mich ist KI deshalb nicht nur ein Effizienzwerkzeug. Sie ist ein Hebel gegen das ständige operative Wegbröseln von Qualität.

März war deshalb so spannend, weil alles gleichzeitig passiert ist

Ich hatte in diesem Monat einige Keynotes und Workshops, laufende Kundenarbeit und gleichzeitig ein großes Eigenprojekt: "Under The Hood", unser eigenes C-Level Event.

Wer schon einmal selbst ein Event organisiert hat, weiß: Die Bühne ist am Ende nicht das Problem. Der wahre Kraftakt liegt davor. Einladungen, Landingpage, E-Mail-Strecken, Follow-ups, Abstimmungen, Struktur, Nachbereitung. Genau dort verschwindet normalerweise enorm viel Zeit.

Bei "Under The Hood" hatten wir über 70 Führungskräfte, Top-Management und Heads of. Allein die operative Begleitung eines solchen Formats ist nichts, was man mal schnell nebenbei mit zwei schönen Prompts erledigt. Da geht es um saubere Kommunikation, Abläufe, Timing und das Gefühl, dass alles zusammenpasst. Genau hier hat mein KI-System massiv mitgearbeitet. Nicht als Zauberei, sondern als sauber orchestrierte Unterstützung im Hintergrund.

Das Event selbst war für mich deshalb auch ein starkes Symbol für genau diesen Wandel: KI hilft nicht nur dabei, Content zu erzeugen. Sie hilft dabei, echte Formate, echte Erlebnisse und echte Wertschöpfung sauberer auf die Straße zu bringen. Das sieht man übrigens auch im Aftermovie von "Under The Hood":

Danke an dieser Stelle auch an das Studio67 für das ausgezeichnete Hosting dieses Business-Events!

Was im März konkret entstanden ist, macht die Rechnung erst ehrlich

Ich mag keine KI-Texte, die nur in Buzzwords sprechen. Also reden wir über das, was tatsächlich passiert ist. In diesem einen Monat wurden mit Unterstützung meines Systems unter anderem operative Bausteine gebaut, Inhalte vorbereitet, Kommunikationsstrecken umgesetzt, Follow-up-Prozesse organisiert, technische Setups weiterentwickelt, Research verdichtet, Dokumentation abgesichert und laufende Projektarbeit strukturiert begleitet.

Das ist genau der Punkt, an dem die Diskussion über "teure KI" plötzlich schief wirkt. Denn wenn mich ein Setup rund 1.500 Euro kostet, mir aber gleichzeitig Leistungen ermöglicht, die ich sonst entweder mit mehreren Personen, mit externen Freelancern oder gar nicht umgesetzt hätte, dann ist die Monatsrechnung nicht mehr die eigentliche Story.

Die eigentliche Story ist die Arbeitsfähigkeit, die dadurch entsteht.

Der wahre ROI steckt oft nicht im Offensichtlichen

Was mich an der gesamten KI-Debatte manchmal stört: Wir versuchen den Nutzen zu oft nur in eingesparten Minuten zu messen. Dabei liegt der größere Wert oft woanders:

  • In Dingen, die sonst nie begonnen worden wären.
  • In Aufgaben, die sonst verschoben worden wären.
  • In Qualität, die sonst aus Zeitmangel verloren gegangen wäre.
  • In Chancen, die sonst nicht verfolgt worden wären.
  • In einem Eigenprojekt wie "Under The Hood", das plötzlich nicht nur eine gute Idee bleibt, sondern sauber umgesetzt werden kann.

Und genau deshalb halte ich die Frage "Was kostet KI?" für zu klein. Die bessere Frage lautet: Was bleibt ohne sie liegen?

KI ist für mich kein Sparmodell – sie ist ein Hebelmodell

Das ist mir wichtig: Ich schreibe das nicht, um Menschen gegen Maschinen auszuspielen. Im Gegenteil. Diese Rechnung ist kein Argument gegen Mitarbeiter:innen. Sie ist ein Argument für Klarheit.

Wenn mich ein Setup rund 1.500 Euro kostet, mir aber in einem starken Monat Leistungen im Gegenwert von etwa 6.000 Euro und die Kapazität von rund drei Vollzeitäquivalenten ermöglicht, dann reden wir nicht mehr über ein Tool-Abo.

Dann reden wir über Hebel. Über Durchsatz. Über Qualität. Über Entlastung. Über ein System, das dafür sorgt, dass Ideen nicht nur gedacht, sondern auch umgesetzt werden.

Mein Punkt ist simpel

1.500 Euro wirken nur dann groß, wenn du den Gegenwert ausblendest. Sobald du ihnen echte Leistung gegenüberstellst, kippt die Perspektive.

Dann stehen auf der einen Seite nicht nur Tool-Kosten. Dann stehen auf der anderen Seite Kundenarbeit, Keynotes, operative Umsetzung, Follow-ups, Struktur, Qualitätssicherung und ein Eigenprojekt wie "Under The Hood", das genau in so einem Monat zeigt, was mit dem richtigen Setup möglich wird.

Und genau deshalb ist mein Fazit klar: KI ist nicht teuer, wenn sie arbeitet. Teuer wird es erst, wenn ohne sie die wichtigen Dinge liegen bleiben.

Wenn du dich darüber gerne mal austauschen willst, lass uns gerne hier einen digitalen Kaffee vereinbaren und plaudern.

LEADERSNET war bei "Under The Hood" dabei. Eindrücke finden Sie in unserer Galerie.

www.ahoi.biteme.digital


Kommentare auf LEADERSNET geben stets ausschließlich die Meinung des jeweiligen Autors bzw. der jeweiligen Autorin wieder, nicht die der gesamten Redaktion. Im Sinne der Pluralität versuchen wir, unterschiedlichen Standpunkten Raum zu geben – nur so kann eine konstruktive Diskussion entstehen. Kommentare können einseitig, polemisch und bissig sein, sie erheben jedoch nicht den Anspruch auf Objektivität.

Kommentar veröffentlichen

* Pflichtfelder.

leadersnet.TV