Fotos vom 51. Bundesimmobilientag
Immobilienbranche fordert weniger Regulierung

| Redaktion 
| 04.06.2026

Unter dem Leitthema "The Next Normal" diskutierten über 300 Branchenmitglieder beim 51. Bundesimmobilientag die Zukunft des Wohnbaus. Bürokratieabbau und neue Finanzierungsbedingungen standen dabei im Fokus.

Vom 2. bis 3. Juni 2026 brachte der 51. WKO Bundesimmobilientag die österreichische Immobilienbranche in Bad Ischl zusammen. Mehr als 300 Teilnehmer:innen aus Immobilienwirtschaft, Politik, Wirtschaft und Interessenvertretung nutzten die dreitägige Veranstaltung im Kongress- und Theaterhaus Bad Ischl, um über das Leitthema "The Next Normal – Die neue Realität der Immobilienwirtschaft" zu diskutieren. Für LEADERSNET Immobilien war Herausgeber Friedrich Csörgits vor Ort.

Spannungsfeld zwischen Politik, Regulierung und Markt

In hochkarätig besetzten Podiumsdiskussionen standen wirtschaftliche Rahmenbedingungen, die Zukunft des Wohnbaus sowie Herausforderungen für Makler:innen, Verwalter:innen und Bauträger im Mittelpunkt. Unter anderem diskutierten der Bauträger Hans Jörg Ulreich, Ellen Moll, Roman Oberndorfer (Fachverbandsobmann Immobilien und Vermögenstreuhänder der Wirtschaftskammer Österreich) und Mario Zoidl (Fachgruppenobmann Immobilien und Vermögenstreuhänder der WKO Oberösterreich sowie Fachverbandsobmann-Stellvertreter) über Standpunkte der WKO. In einer weiteren Runde sprachen Alexander Bosak, OÖ-Landeshauptmann-Stellvertreter Manfred Haimbuchner, Gerald Hommer, Florian Kammerstätter, Fachverbandsobmann Roman Oberndorfer und Norbert Sieber über das Spannungsfeld zwischen Politik und Wirtschaft.

Ein zentrales Thema war die zunehmende Regulierung. Die Branche leide nicht an mangelndem Willen, sondern an zu engen Rahmenbedingungen. Manfred Haimbuchner sprach sich klar für mehr Marktverständnis aus: "Wir befinden uns in einem Markt mit einigen Akteuren und wer das negiert im Immobiliensektor, hat es nicht ganz verstanden." Angebot und Nachfrage müssten wieder stärker berücksichtigt werden. Zudem warnte das Plenum davor, den gewerblichen und den gemeinnützigen Wohnbau gegeneinander auszuspielen. Haimbuchner übte deutliche Kritik: "Der größte Kostentreiber, der Wohnen unleistbar macht, ist die Politik."

Maklerstandort "an der Wand"

Mario Zoidl, Fachgruppenobmann der WKO Oberösterreich, Fachverbandsobmann-Stellvertreter und Berufsgruppensprecher der Makler, verwies auf die angespannte Lage der Immobilienvermittler:innen. Besonders das Bestellerprinzip und potenzielle weitere Eingriffe wurden kritisch bewertet. Zoidl warnte: "Es darf keine weiteren Beschränkungen in der Honorarsituation für Immobilienmakler durch Bundesgesetze geben. Wir stehen an der Wand."

Volkswirtschaftlicher Befund und Digitalisierung

Den volkswirtschaftlichen Rahmen setzte Fiskalratschef Christoph Badelt mit seinem Impulsvortrag zu Wirtschaft und Staatsfinanzen. Er verwies auf schwaches Wachstum, steigende Staatsausgaben sowie strukturelle Standort-Herausforderungen. Sein Befund: "Wir müssen auf jeden Fall sanieren." Es brauche Reformen bei Pensionen, Gesundheit, Förderungen und Verwaltung.

Weitere fachliche Impulse widmeten sich makroökonomischen Perspektiven durch Stefan Fink, klimaresilientem Bauen, ESG sowie gesellschaftlichen Trends mit Beiträgen von Michael Stur, Paul Eiselsberg, Markus Hengstschläger, Iris Einwaller-Probst, Christoph Kothbauer und Hans Starl. Anna Kofler beleuchtete das Thema Künstliche Intelligenz, während Bernd Hufnagl mit seinem Vortrag "Vom Müssen zum Wollen" den inhaltlichen Schlusspunkt setzte.

Branche sieht sich als Teil der Lösung

Der Tenor des Bundesimmobilientages war eindeutig: Die Wirtschaft forderte weniger Bürokratie, bessere Finanzierungsbedingungen, mehr Planungssicherheit und ein klares politisches Bekenntnis zu Eigentum. Neben dem fachlichen Programm boten ein Pre-Opening Event im Hotel Grand Elisabeth sowie der traditionelle Netzwerkabend (Kaiserabend) in den kaiserlichen Stallungen – bei dem unter anderem Moderatorin Sabine Kronberger und Valentin Habsburg-Lothringen (Urenkel von Kaiser Franz Josef und Kaiserin Sisi) anwesend waren – Raum für Austausch.

Der kommende 52. WKO Bundesimmobilientag wird am 10. und 11. Juni 2027 in Salzburg stattfinden, wie Fachverbandsobmann Roman Oberndorfer zum Abschluss ankündigte.

Fotos vom Netzwerkabend/Kaiserabend sehen Sie in unserer Galerie.

www.bundesimmobilientag.at

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