Künstliche Intelligenz (KI) ist für viele Unternehmen längst mehr als ein Zukunftsthema. Sie gilt als zentraler Hebel, um Prozesse effizienter zu gestalten, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln und sich im Wettbewerb besser zu positionieren. Entsprechend hoch sind die Erwartungen, die an die Technologie geknüpft werden – und ebenso groß ist mittlerweile auch die Bereitschaft, dafür Geld in die Hand zu nehmen. So sind die KI-Ausgaben 2025 im Vergleich zum Vorjahr um durchschnittlich 33 Prozent gestiegen. Doch zwischen strategischem Anspruch und operativer Realität klafft in vielen Betrieben weiterhin eine erhebliche Lücke. Genau diese Diskrepanz beleuchtet der aktuelle Kyndryl Readiness Report 2025, der auf einer Befragung von 3.700 Führungskräften aus 21 Ländern basiert (siehe Infobox).
Gravierende Kluft zwischen Selbsteinschätzung und Realität
Schon der erste Kyndryl Readiness Report im Jahr 2024 machte deutlich, dass die Selbsteinschätzung und tatsächliche Zukunftsfähigkeit in vielen Unternehmen weit auseinandergehen. Zwar bewerteten damals 90 Prozent der befragten Unternehmenslenker ihre IT-Infrastruktur als führend, gleichzeitig stuften aber nur 39 Prozent diese auch als ausreichend gerüstet für kommende Anforderungen ein. Und auch 2025 zeigt sich laut der aktuellen Studie, dass diese Diskrepanz trotz gewisser Fortschritte nicht überwunden ist. So berichten zwar mittlerweile 54 Prozent der Unternehmen von positiven Renditen aus ihren KI-Investitionen, was einem Plus von zwölf Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dennoch stehen drei von fünf Führungskräften laut eigenen Angaben unter stärkerem Druck als im Vorjahr, konkrete Resultate vorzuweisen, während 62 Prozent der KI-Initiativen weiterhin nicht über die Pilotphase hinauskommen.
Auch bei der technologischen und personellen Umsetzung offenbaren die Ergebnisse deutliche Widersprüche. Zwar geben 90 Prozent der Befragten an, dass ihre Tools und Prozesse geeignet seien, neue Ideen rasch zu testen und zu skalieren, gleichzeitig sieht mehr als die Hälfte den eigenen Technologie-Stack als Bremsfaktor für Innovation. Hinzu kommt, dass KI die Arbeitswelt aus Sicht vieler Unternehmen in naher Zukunft grundlegend verändern wird: 87 Prozent rechnen damit, dass KI innerhalb der nächsten zwölf Monate Arbeitsplätze im eigenen Unternehmen "vollständig" transformieren wird. Gleichzeitig zeigt sich jedoch, dass es vielerorts noch an der praktischen Nutzung und am nötigen Know-how mangelt, weil Mitarbeitende KI bislang nur eingeschränkt einsetzen und oft nicht über die erforderlichen technischen Kompetenzen verfügen.
"Die Diskrepanz zwischen Selbsteinschätzung und Realität ist gravierend: Während 90 Prozent der Organisationen überzeugt sind, die richtigen Tools zu haben, werden über die Hälfte durch ihre eigene technologische Infrastruktur ausgebremst. Gleichzeitig fehlt es an qualifizierten Mitarbeitenden mit den notwendigen KI-Kompetenzen", fasst Jacqueline Wild, Vice President und General Manager von Kyndryl in der Alps-Region, die Ergebnisse zusammen, und ergänzt: "Die gute Nachricht: Diese Lücke zu schließen ist machbar – wenn Unternehmen Infrastruktur-Modernisierung und Workforce-Transformation als gemeinsame Priorität verstehen."
Vorreiter setzen auf Weiterbildung, Kultur und Abstimmung
Darüber hinaus zeigt die Studie, dass Unternehmen ihre KI-Investitionen zuletzt deutlich ausgeweitet haben. Branchen- und länderübergreifend stiegen die KI-Ausgaben im Vergleich zum Vorjahr im Schnitt um 33 Prozent, mehr als zwei Drittel der befragten Führungskräfte (68 %) sprechen sogar von "starken" Investitionen in zumindest einen KI-Bereich. Mit den höheren Budgets wächst allerdings auch der Druck, den konkreten Nutzen dieser Ausgaben nachvollziehbar zu machen und abzusichern. Besonders sichtbar wird das im Bereich Cybersicherheit, der aktuell als häufigster Einsatzbereich von KI gilt und damit exemplarisch dafür steht, dass Unternehmen von der Technologie nicht nur Innovationsschübe, sondern auch messbare Stabilität und Schutz erwarten.
Gleichzeitig verdeutlichen die Ergebnisse, dass der Erfolg von KI längst nicht mehr allein an der Technologie hängt, sondern immer stärker von den Menschen und den Strukturen im Unternehmen. Nur 29 Prozent der Befragten halten ihre Belegschaft derzeit für ausreichend vorbereitet, um KI erfolgreich im Arbeitsalltag einzusetzen, wobei kulturelle Bremsen und langsame Entscheidungsprozesse die Umsetzung zusätzlich erschweren. Fast die Hälfte der CEOs (48 %) sieht das eigene Unternehmen bei Innovationen als zu zögerlich, ähnlich viele (45 %) erleben Entscheidungen als zu langsam. Vorreiter-Unternehmen, hier als "Pacesetters" bezeichnet, setzen deshalb nicht nur auf Investitionen, sondern gezielt auch auf Weiterbildung, Unternehmenskultur und abgestimmte Führung. Im Vergleich zu weniger weit entwickelten Unternehmen betrachten sie ihre technologische Basis um 32 Prozentpunkte seltener als Hindernis, schätzen ihre Cloud um 30 Prozentpunkte häufiger als regulatorisch anpassungsfähig ein und waren zuletzt auch um 20 Prozentpunkte seltener von Cyber-Ausfällen betroffen.
www.kyndryl.com
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