Übernahme-Coup am Bankenmarkt
RBI plant Komplettkauf der Addiko Bank

| Tobias Seifried 
| 09.04.2026

Die Raiffeisen Bank International will die Nachfolgerin der "Hypo Alpe Adria" vollständig übernehmen. Parallel zur Übernahme plant das Institut eine umfassende Restrukturierung.

Die Raiffeisen Bank International (RBI) hat am Donnerstag die Absicht bekannt gegeben, ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für sämtliche ausstehenden Stammaktien der an der Wiener Börse notierten Addiko Bank abzugeben. Diese gilt als Nachfolgerin der mittlerweile abgewickelten Hypo Alpe Adria. Nach entsprechenden Beschlüssen von Vorstand und Aufsichtsrat sieht das Angebot einen Barpreis in Höhe von 23,05 Euro je Aktie vor. Dieser Preis entspricht dem volumengewichteten Durchschnittskurs der vergangenen sechs Monate. 

Bedingungen und regulatorische Hürden

Das Vorhaben steht unter mehreren aufschiebenden Bedingungen. Neben den erforderlichen Genehmigungen durch die zuständigen Kartell- und Aufsichtsbehörden ist eine Mindestannahmeschwelle von mehr als 75 Prozent der Anteile vorgesehen. Zudem darf es zu keinen wesentlichen nachteiligen Veränderungen bei der Addiko Bank AG kommen, und das Institut darf vor Abschluss keine Tochtergesellschaften eigenständig veräußern. Die RBI stellte klar, dass es sich hierbei nicht um ein Delisting-Angebot handelt.

Geplanter Carve-Out in Südosteuropa

Parallel zur Übernahme plant die RBI eine umfassende Restrukturierung. Es besteht die Absicht, mit der serbischen Alta Group d.o.o., einer aktuellen Aktionärin von Addiko, eine Vereinbarung über einen sogenannten "Carve-Out" zu treffen. Dieser sieht vor, dass nach einem erfolgreichen Abschluss des Angebots spezifische Tochtergesellschaften der Addiko Bank AG in Serbien, Bosnien und Herzegowina sowie Montenegro veräußert werden.

Der Verkaufspreis für diese Einheiten soll laut RBI mindestens dem jeweiligen Verkehrswert entsprechen. Auch dieser Teilprozess unterliegt strengen kartellrechtlichen und regulatorischen Prüfungen. Die offizielle Anzeige der Angebotsunterlage bei der Übernahmekommission soll in den kommenden Wochen erfolgen. Durch diesen Schritt würde die RBI ihre Marktposition festigen und gleichzeitig das Portfolio der Addiko gezielt neu ordnen.

Höllerer übernimmt von Strobl

Einige der Zukunftspläne werden ins Tätigkeitsfeld von Michael Höllerer fallen, der mit Anfang Juli Johann Strobl als Vorstandsvorsitzenden der RBI ablösen wird (LEADERSNET berichtete).

www.rbinternational.com

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