Nach dem Triumph von JJ im Vorjahr wird Wien in knapp fünf Wochen zur Bühne des 70. Eurovision Song Contests (LEADERSNET berichtete unter anderem hier, hier und hier). Neben knapp 170 Millionen TV-Zuseher:innen rund um den Globus und rund 1,8 Milliarden Views auf Social Media werden mehr als 500.000 Besucher:innen vor Ort erwartet – damit ist der ESC nicht nur eines der weltweit reichweitenstärksten Musik- und TV-Events, sondern zugleich ein bedeutender wirtschaftlicher und medialer Impuls für Österreich.
Wie die Stadt Wien und der ORF dieses Großereignis heuer konkret inszenieren und den ESC weit über die eigentlichen Liveshows hinaus als Erlebnis für Fans, Gäste und die Stadt insgesamt positionieren wollen, wurde am Dienstag im Rahmen einer hochkarätig besetzten Pressekonferenz enthüllt. Vor Ort mit dabei waren unter anderem Wiens Bürgermeister Michael Ludwig, WienTourismus-CEO Norbert Kettner, die interimistische ORF-Generaldirektorin Ingrid Thurnher, ORF-Programmdirektorin Stefanie Groiss-Horowitz, ESC-Executive-Producer Michael Krön, ESC-Event-Manager Oliver Lingens sowie Moderatorin Alexandra Maritza Wachter. Und auch das kürzlich vorgestellte ESC-Maskottchen "Auri" (LEADERSNET berichtete) war mit von der Partie.
Eurovision Village als Herzstück der ESC-Woche
Im Zentrum des öffentlichen Rahmenprogramms steht das Eurovision Village am Wiener Rathausplatz, das von 10. bis 17. Mai bei freiem Eintritt geöffnet ist. Dort sind täglich Konzerte, internationale ESC-DJs, interaktive Formate und Public Viewings der beiden Halbfinale sowie des Finales geplant. Für die drei Liveshows werden insgesamt 15 Screens bespielt, zudem sollen Teile des Rings gesperrt werden, damit bis zu 30.000 Fans das Geschehen gemeinsam verfolgen können.
"Wien wird über eine Woche lang zum weltweiten Zentrum für Musikunterhaltung. Bereits zum dritten Mal hat die Bundeshauptstadt die Ehre, den Eurovision Song Contest ausrichten zu dürfen. Wir haben bereits 2015 internationale Maßstäbe gesetzt und auch heuer ist unser Anspruch genau dieser: Erneut international Maßstäbe zu setzen", so Wiener Bürgermeister Michael Ludwig. "Als Bürgermeister ist es mir ein besonderes Anliegen, dass wir nicht nur für jene, die ein Ticket für die Stadthalle erwerben konnten, eine tolle Show abliefern. Ganz besonders wichtig ist mir, dass diese Veranstaltung für alle Wiener:innen und für alle Besucher:innen ein unvergessliches Ereignis wird – unabhängig ihrer finanziellen und wirtschaftlichen Möglichkeiten. Darum haben wir unseren Fokus stark darauf gelegt, ein breites Programm in allen gesellschaftlichen Bereichen unserer Stadt zu schaffen. Mit unserem Rahmenprogramm ist für alle etwas dabei: für Groß und Klein, Ältere und Jüngere, auch viele kostenlose Veranstaltungen. Wien ist nicht nur Host City, sondern vor allem eine Stadt des Friedens, des Zusammenhalts und des Miteinanders. Das spiegelt sich in jedem Programmpunkt eindeutig wider."
Ergänzt wird das Angebot am Rathausplatz durch Gastronomie, Fan-Aktivierungen und Mitmachstationen wie Fotopoints, Karaoke-Formate und Quiz-Angebote. Bereits am 10. Mai startet die ESC-Woche mit der Opening Ceremony samt Turquoise Carpet, bei der alle 35 Delegationen gemeinsam vom Burgtheater in Richtung Rathaus ziehen.
111 Programmpunkte sollen ganz Wien zur ESC-Bühne machen
Doch der ESC soll sich heuer nicht auf die Wiener Stadthalle und den Rathausplatz beschränken. Vielmehr setzt Wien mit "Vienna OffStage" auf ein breit angelegtes Rahmenprogramm, das sich über die gesamte Stadt erstreckt und den Song Contest an unterschiedlichsten Orten erlebbar machen soll. Geplant sind unter anderem der EuroClub im PraterDome, das Eurofan House im Wien Museum, der Eurovision Markt Contest am Naschmarkt, Disco Cruises auf der Donau, Kinderprogramme, Sing-Alongs in Häusern zum Leben sowie zahlreiche Touren und Mitmachformate im öffentlichen Raum. Insgesamt umfasst das Side-Event-Programm laut WienTourismus 78 kuratierte Erlebnisse und 33 beteiligte Institutionen.
"Ein Eurovision Song Contest besteht aus drei Säulen: Der EBU, dem National Broadcaster – und einer Host City, die liefert. Wien liefert", meinte WienTourismus-CEO Norbert Kettner bei der Pressekonferenz. "2015 haben wir gezeigt, was möglich ist: der gastfreundlichste ESC der Geschichte – ausgezeichnet für Atmosphäre, Erreichbarkeit und internationale Strahlkraft. Daran knüpfen wir 2026 an und entwickeln das Stadterlebnis konsequent weiter. Mit Vienna OffStage machen wir die gesamte Stadt zur Bühne und realisieren das größte Social Programme der ESC-Geschichte."
Hinzu kommen eine limitierte "Vienna Experience Bag" für Fans und Volunteers, mehrere Welcome Desks für internationale Gäste sowie die Host-City-App "ivie" als digitaler Begleiter durch alle Eurovision-relevanten Orte der Stadt. Darüber hinaus sind derzeit 29 Public Viewings in Wien angemeldet, außerdem stellt der ORF dem Fonds Soziales Wien 500 Tickets für eine Preview-Show zur Verfügung, die an Sozialvereine weitergegeben werden.
ORF setzt auf multimediales Angebot
Flankiert wird dieses umfassende Programm von einem breit angelegten medialen Auftritt des ORF, der den Eurovision Song Contest heuer über Fernsehen, Radio, Streaming, Online und Social Media begleiten will. Zentrum der Berichterstattung ist das ORF-Glasstudio am Rathausplatz, von dem aus mehr als 100 Stunden Liveprogramm gesendet werden sollen. Den Auftakt macht am 10. Mai die live in ORF 1 übertragene Opening Ceremony, danach folgen unter anderem das tägliche Magazin "Vienna 2026 – Das Song Contest Magazin", "Vienna 2026 – Die Songs", ein "ZIB Magazin Song Contest" direkt aus der Stadthalle sowie Spezialausgaben von "Wien heute" und Berichte in ORF III.
Dazu gesellen sich mehrere Primetime-Formate in ORF 1, darunter "Wir sind Song Contest" an drei Freitagen ab 24. April, "Mr. Song Contest proudly presents" mit Andi Knoll, eine Song-Contest-Spezialausgabe von "Smart 10 Big" sowie am Finaltag eine Pre-Show mit Barbara Schöneberger und Cesár Sampson aus dem Museumsquartier samt anschließender Aftershow. Zusätzlich feiert ORF III am 11. Mai mit "Ein Fest für den Song Contest" eine Musical-Show vor dem Wiener Rathaus.
"Wir freuen uns sehr über ein vielfältiges Angebot in Wien und ganz Österreich für den Eurovision Song Contest. Uns ist es als ORF sehr wichtig, den ESC für alle Menschen zugänglich zu machen – nicht nur vor den Bildschirmen, sondern auch hautnah an Locations im ganzen Land", betonte die interimistische ORF-Generaldirektorin Ingrid Thurnher. ORF-Programmdirektorin Stefanie Groiss-Horowitz ergänzte: "Unser ORF-Glasstudio am Rathausplatz ist das Zentrum unserer Berichterstattung und soll in der finalen ESC-Woche zum Wohnzimmer für ganz Österreich werden. Es ist ein architektonisches Statement der Offenheit und auch für den ORF ein Novum, weil wir uns erstmals mit all unseren nationalen TV- und Radiosendern von dort melden. Wir sind der 'ORF für alle' und deshalb haben wir auch alle Sender unter einem Dach. Hier liegt der lebendige Mittelpunkt der multimedialen Erlebniswelt."
Neben den nationalen Sendern sollen auch Radio Wien und Radio Niederösterreich live vom Rathausplatz senden. Parallel dazu bauen ORF On, ORF Sound, www.songcontest.ORF.at, Social Media und der ORF Teletext das digitale Angebot massiv aus – von Streams, Live-Tickern und Backstage-Formaten über Videokollektionen bis hin zu Social-Content mit Künstler:innen und interaktiven Fan-Angeboten.
www.songcontest.orf.at
www.orf.at
www.wien.gv.at
Kommentar veröffentlichen