Fotos & Video vom Austrian Sustainability Summit 2026
Nachhaltigkeitsgipfel versammelte führende Köpfe unterschiedlicher Branchen in Wien

Spitzenvertreter:innen aus unterschiedlichen Branchen diskutierten beim von Business Circle initiierten Austrian Sustainability Summit zentrale Zukunftsfragen. LEADERSNET.tv sprach mit Verantwortlichen und Teilnehmer:innen über die entscheidenden Hebel für den Industriestandort, die Integration erneuerbarer Energien sowie die prägenden Nachhaltigkeitsthemen des Jahres 2026.

Am 26. März brachte der 6. Austrian Sustainability Summit ein hochkarätiges Publikum zusammen. Erstmals wurde die Veranstaltung in einem "3-in-1"-Format abgehalten, das die Themen Nachhaltigkeit (Sustainability), Kreislaufwirtschaft (Circular Economy) und erneuerbare Energien (Renewables) miteinander verknüpfte. Ziel war es, ökologische und ökonomische Aspekte gemeinsam zu betrachten und praxisnah zu diskutieren. Eröffnet wurde die Veranstaltung von Moritz Mirascija (Mitglied der Geschäftsleitung, Business Circle) und Franziska Graf (Co-Founder der
Triat Agency, Moderatorin und Systeminnovatorin). 

"Der Austrian Sustainability Summit ist eine Konferenz mit Alleinstellungsmerkmal. Vor fünf Jahren ins Leben gerufen, präsentiert er sich heuer in einem völlig neuen Setting mit einer 360-Grad-Perspektive. Dabei geht es nicht nur darum, administrative Reportingpflichten zu erfüllen, sondern auch darum, als Unternehmen die Herausforderungen im Energiebereich – zwischen fossilen und erneuerbaren Quellen – zu managen und gleichzeitig an innovativen Geschäftsmodellen in einer zirkulären Wirtschaft zu arbeiten. Wir versuchen hier, für eineinhalb Tage die Stakeholder der Branche bestmöglich zu informieren", sagte Moritz Mirascija gegenüber LEADERSNET.tv

Im Zentrum der Panels stand die Frage, wie Klimatransformation unter schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen gelingen kann. Der Grundtenor: Trotz geopolitischer Unsicherheiten und schwacher Konjunktur bleibt nachhaltiges Handeln alternativlos, so die Expert:innen. 

Klimatransformation unter wirtschaftlichem Druck

Im Panel mit Elisabeth Andrieux von hofmann & neffe, Herbert Kasser von Asfinag, Sigrid Stagl von der WU Wien und Gabriela Maria Straka von respACT, moderiert von Willibald Kaltenbrunner von EY, wurde deutlich, dass geopolitische Krisen und schwaches Wachstum die Transformation erschweren. Gleichzeitig steige der Handlungsdruck durch die Klimarealität.

Einigkeit bestand darin, dass nachhaltige Veränderungen nur dann gelingen, wenn sie wirtschaftlich tragfähig sind und gesellschaftliche Akzeptanz finden. Kreislaufwirtschaft wurde als wichtiger Resilienzfaktor hervorgehoben, allerdings mit Nachholbedarf in der Kommunikation. Statt alarmistischer Botschaften brauche es positive und glaubwürdige Narrative. Der zentrale Tenor lautete, pragmatisch zu handeln und nicht auf perfekte Strategien zu warten.

Praxisblick auf globale Nachhaltigkeitsstrategien

Maria de Fátima Gerolin und Eva-Maria Ségur-Cabanac gaben in ihren Impulsvorträgen Einblicke in die Perspektive eines international agierenden Unternehmens. Im Fokus stand die hohe regulatorische Dichte in Europa, die weltweit führend, aber auch herausfordernd ist.

Beim Umgang mit Greenwashing wurde ein pragmatischer Zugang betont. Entscheidend seien laut den Expertinnen klare Prioritäten und belastbare Daten. Am Beispiel von Suzano zeigte sich, dass nachhaltige Finanzierung langfristig wirkt. Frühzeitige Green Bonds zahlen sich heute aus. Auch im M&A-Umfeld gewinnen ESG-Kriterien weiter an Bedeutung, so Maria de Fátima Gerolin und Maria de Fátima Gerolin. 

Nachhaltigkeit als wirtschaftlicher Treiber

In den CEO Espresso Talks wurde Nachhaltigkeit klar als Business Case positioniert. Sie muss strategisch verankert, in konkrete Ziele übersetzt und messbar gesteuert werden, so der Tenor.

Der vermeintliche Gegensatz zwischen Profitabilität und Nachhaltigkeit wurde relativiert. Effizienter Ressourceneinsatz, optimierte Prozesse und Kreislaufansätze können Kosten senken und Wert schaffen. Voraussetzung bleibe jedoch wirtschaftliche Stabilität und Wettbewerbsfähigkeit.

Kritisch gesehen wurden komplexe regulatorische Anforderungen und überbordende Kennzahlen. Gefordert wurden fokussierte KPIs sowie verlässliche ESG-Daten als Grundlage für Steuerung und Finanzierung.

Kreislaufwirtschaft zwischen Forschung und Markt

Matthias Resch von Komptech, Renato Sarc von der Montanuniversität Leoben, Herbert Tanner von Siemens und John von Stamm vom RWTH Aachen Campus diskutierten unter der Moderation von Valerie-Sophie Schönberg von Schönberg Consulting die Rolle von Innovation und Forschung.

Innovation entsteht aus Forschung, braucht jedoch Zeit und klare Rahmenbedingungen, so die Expert:innen. Besonders in Hochlohnländern ist sie zentral für die Wettbewerbsfähigkeit. Die Zusammenarbeit zwischen Universitäten und Unternehmen erfordert abgestimmte Erwartungen. Während Forschung langfristig und ergebnisoffen arbeitet, stehen Unternehmen unter wirtschaftlichem und zeitlichem Druck. Erfolgsentscheidend seien gemeinsame Ziele und strategische Relevanz. Kreislaufwirtschaft wird zunehmend ganzheitlich gedacht, vom Produktdesign bis zum Lebenszyklus. Förderungen allein reichen nicht aus, entscheidend sei echtes Commitment.

Energiewende als systemische Herausforderung

Günther Pauritsch von der Energieagentur, Martina Prechtl-Grundnig vom Verband Erneuerbare Energie Österreich, Johannes Rath von Wienerberger und Thomas Schlager von EVN diskutierten unter der Moderation von Gabriela Maria Straka von respACT die Herausforderungen der Systemintegration erneuerbarer Energien.

Die Diskussion zeigte die starke Abhängigkeit von geopolitischen Entwicklungen. Fossile Abhängigkeiten bleiben laut den Fachleuten ein strukturelles Risiko. Gleichzeitig können Krisen Innovation beschleunigen.

Der Umbau des Energiesystems erfordere hohe Investitionen und tragfähige Geschäftsmodelle. Ein diversifizierter Energiemix wurde als zentraler Erfolgsfaktor gesehen. Neben Wind und Solar spielen auch Wasser, Biomasse und Wasserstoff eine wichtige Rolle, so die Diskutant:innen.

Die Energiewende wurde klar als umfassende Systemaufgabe verstanden, die auch die Wärmewende einschließt und koordinierte Rahmenbedingungen benötigt.

KMU als Treiber der Transformation

In der Abschlussdiskussion mit Hildegard Aichberger vom Umweltbundesamt, Reinhard Backhausen von der Österreichischen Gesellschaft für Verbraucherstudien, Thiemo Färber von Palfinger, Helga Kromp-Kolb von der BOKU und Robert Nagele von Rewe, moderiert von Gabriela Maria Straka, wurde die Rolle von KMU hervorgehoben.

Ihre Flexibilität ermögliche schnellere Anpassungen von Geschäftsmodellen. Nachhaltigkeit beginnt bereits im Produktdesign, waren sich die Anwesenden sicher. Langlebigkeit, Recyclingfähigkeit und Konzepte wie Wiederverwendung und Aufbereitung gewinnen entlang der gesamten Wertschöpfungskette an Bedeutung. Auch die Frage nach dem Lebensende von Produkten rückt demnach stärker in den Fokus.

Kommunikation wurde als entscheidender Erfolgsfaktor genannt. Chancen und wirtschaftliche Potenziale sollten stärker betont werden.

Termin steht 

Zum Abschluss betonten Moritz Mirascija und Franziska Graf die Bedeutung von Leadership. Entscheidend sei, Verantwortung zu übernehmen, Kooperationen zu stärken und positive Zukunftsbilder zu vermitteln.

Der nächste Austrian Sustainability Summit soll am 18. und 19. März 2027 stattfinden.

Interviewpartner:innen

LEADERSNET.tv holte neben Moritz Mirascija (Mitglied der Geschäftsleitung, Business Circle), auch noch Stephan A. Jansen (Professor für Management, Innovation & Finance, Karlshochschule Karlsruhe), Gabriela Maria Straka (Vorstandsmitglied, respAct), Eva-Maria Ségur-Cabanac (Partnerin Corporate and ESG, Baker McKenzie), Herbert Kasser (Finanzvorstand, Asfinag), Isabella Lehner (COO/CIO, Oberbank), Ulf Klostermann (Leiter Performance Center Rückbau, PreussenElektra), Felix Mayr-König (Bereichsleiter Corporate Products & Financial Institutions, Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien), Maria de Fátima Gerolin (Anwältin, Suzano International Trade GmbH), Dennis Stindt (CEO, SHS Stahl-Holding-Saar), Thiemo Färber (CSO, Palfinger), Friederike Nolting (CSO, Tanso), Andreas Streit (Bereichsleiter Nachhaltigkeit, Rewe), Thomas Schlager (CEO, EVN Biogas), Daniel Büchle (CEO, afb Social & Green), Felix Wöss (Solution Advisor, SAP Österreich), Julia Karte (Conference Managaer, Business Circle), Petra Koller-Lechleitner (Conference Manager, Business Circle), Peter Sattler (Partner, Horvath & Partner), Timo Gossler (Partner und Head of Sustainability, Grant Thorton Austria), Alfred Ripka (Partner, Deloitte), Alexander Kofink (CEO, Cybergrid) und Philipp Gaggl (Director und Leiter, ESG Beratung PwC) vor die Kamera. 

Einen Eindruck von der Veranstaltung können Sie sich hier machen. 

www.businesscircle.at

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