Fotos & Video von der RS 5 Enthüllung
Audis bislang stärkstes Mittelklassemodell feierte Österreich-Premiere

Mit dem neuen RS 5 schlagen die Ingolstädter ein neues Kapitel auf. Er ist das erste Fahrzeug von Audi Sport, das mit Plug-in-Hybridantrieb kommt. Für österreichische Kund:innen wirkt sich das positiv auf den Einstiegspreis aus.

Am 31. März ging die Österreich-Premiere des neuen RS 5 im Audi House of Progress in der Wiener Kärntner Straße über die Bühne. Neben der Vorstellung des neuen Performance-Modells nutzte Audi Österreich die Gelegenheit für einen Rückblick auf das erste Quartal 2026 sowie einen Ausblick auf kommende Entwicklungen – von neuen Modellen bis hin zum Engagement in der Formel 1.

Gutes erstes Quartal und neue Modelle

Thomas Beran, Markenleiter von Audi Österreich, zog eine positive Zwischenbilanz. Kein Wunder, schließlich entsprechen rund 5.200 verkaufte Fahrzeuge einem Plus von zwölf Prozent. Der Marktanteil stieg auf 7,7 Prozent, womit Audi aktuell Rang drei im Markenranking hinter Volkswagen und Škoda einnimmt.

Zu den wichtigsten Wachstumstreibern zählen dem Markenleiter zufolge neben dem neuen Q3 (Sportback) auch die im heurigen Sommer auslaufenden Modelle Q2 und A1, die weiterhin stark nachgefragt werden. Gleichzeitig gewinnt die Elektrifizierung an Bedeutung. Sowohl Plug-in-Hybride als auch vollelektrische Modelle verzeichnen steigendes Interesse.

Mit Blick auf die Formel 1 zeigte sich Beran nach den ersten drei Rennen zufrieden – nicht zuletzt, weil bereits Punkte erzielt werden konnten. In rund zwei Wochen soll auch ein Formel-1-Bolide im Wiener Standort ausgestellt werden, was zusätzliche Besucherfrequenz generieren soll. Ergänzend wurde im Erdgeschoß ein eigener Merchandise-Bereich für F1-Fans eingerichtet.

Für das laufende Jahr kündigte Audi weitere Neuheiten an. Neben der neuen Generation des Q7 und dem künftigen Flaggschiff Q9 ist mit dem A2 e-tron auch ein neues elektrisches Einstiegsmodell geplant, das gegen Jahresende bei den Händler:innen stehen dürfte.

Performance trifft Elektrifizierung

Nach der Präsentation ging es ins Erdgeschoss, wo der neue RS5 Avant (es gibt ihn auch als Limousine) enthüllt wurde.

Mit dem potenten Mittelklassler führt die hauseigene High-Performance-Abteilung Audi Sport erstmals einen Plug-in-Hybrid in die RS-Baureihe ein. Das Antriebssystem kombiniert einen 2,9-Liter-V6-Biturbo (510 PS) mit einer E-Maschine (130 kW) und erreicht eine Systemleistung von 470 kW (639 PS). Von 0 auf 100 km/h geht es in 3,6 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt optional bei 285 km/h (Serie: 250 km/h), die elektrische Reichweite im Stadtverkehr laut WLTP-Zyklus bei über 80 Kilometern. Damit deckt das Modell ein breites Spektrum ab – vom lokal emissionsfreien Fahren bis hin zu klassischer Hochleistungs-Performance.

Zentrales technisches Element ist das neu entwickelte Allradsystem "quattro mit Dynamic Torque Control". Dabei kommt erstmals ein elektromechanisches Torque Vectoring im Hinterachsgetriebe in Großserie zum Einsatz. Das System verteilt die Antriebsmomente (bis zu 2.000 Nm) variabel zwischen den Hinterrädern und reagiert innerhalb weniger Millisekunden auf Fahrzustände, was insbesondere im Grenzbereich zu mehr Agilität, Stabilität und Traktion beitragen soll.

Das Fahrwerk umfasst eine RS-spezifische Vorder- und Hinterachse sowie ein adaptives RS-Sportfahrwerk mit 2-Ventil-Dämpfertechnologie. Ergänzt wird das Setup durch groß dimensionierte Bremsanlagen – optional in Keramikausführung – sowie 20- und 21-Zoll-Räder. Insgesamt zielt die Abstimmung darauf ab, sowohl hohen Fahrkomfort im Alltag als auch präzises Handling bei dynamischer Fahrweise zu ermöglichen. Wer sich nicht um Reifenpreise scheren muss, kann den "RS-Torque-Rear"-Mode wählen. Dann wird aus dem Allradler eine heckgetriebene Driftmaschine.

Auch optisch hebt sich der RS 5 deutlich vom Standardmodell ab. Mit dem normalen A5 (hier können Sie unseren Testbericht vom A5 Avant PHEV nachlesen) teilt er sich lediglich Motorhaube, Dach, Heckklappe und die vorderen Türen. Eine verbreiterte Karosserie mit ausgeprägten Radhäusern, ein markanter Singleframe-Grill mit Wabengitterstruktur sowie funktionale Lufteinlässe prägen die Front. Am Heck sorgen ein ausgeformter Diffusor und die charakteristischen ovalen Endrohre der RS-Sportabgasanlage für einen eigenständigen Auftritt. Abgedunkelte Matrix-LED-Scheinwerfer mit spezifischer Lichtsignatur setzen zusätzliche Akzente.

Im Innenraum setzt Audi auf eine Kombination aus sportlicher Gestaltung und digitaler Funktionalität. Zur Serienausstattung zählen unter anderem ein 14,5-Zoll-Touchdisplay inklusive umfangreiche Anzeige- und Analysefunktionen, etwa zur Auswertung von Fahrdaten. RS-spezifische Designelemente und Materialien unterstreichen den Performance-Anspruch. Zu den Highlights zählen das Lenkrad mit Mittenmarkierung und roten RS-Knöpfen sowie die serienmäßig mit Massage- und Belüftungsfunktion ausgestatteten Sportsitze.

Bei der ersten Sitzprobe zeigte sich ein insgesamt hochwertiger Eindruck: Materialanmutung und Verarbeitung bewegen sich auf sehr hohem Niveau, das Cockpit wirkt klar auf die fahrerorientierte Nutzung ausgelegt. Einschränkungen ergeben sich nur im Detail – etwa durch Hartplastik in unteren Bereichen oder nicht ausgekleidete Türfächer im Fond. Die Sensortasten in der Türverkleidung und am Lenkrad, die wir bereits bei unserem Test des A5 kritisiert haben, sind auch beim RS5 verbaut. Ansonsten ist der Innenraum aber über jeden Zweifel erhaben. Hier hat Audi eindeutig auf Kritik für billig wirkende Cockpits aus der jüngeren Vergangenheit (z.B. A6 e-tron) reagiert.

Preisvorteil und kritische Fragen

Im Rahmen der Österreich-Premiere standen Audi-Produktexperte Rafael Leitner und Johannes Posch, Pressesprecher von Audi Österreich, für Detailfragen zur Verfügung. Kritisch diskutiert wurden unter anderem das hohe Fahrzeuggewicht von fast 2,4 Tonnen sowie das Basiskofferraumvolumen von nur 361 Litern, das für einen 4,90 Meter langen Kombi alles andere als adäquat wirkt. Zum Vergleich: Ein 4,28 Meter langer VW Golf "schluckt" 381 Liter. Seitens Audi wurde betont, dass das Modell bei Fahrleistungen, Bremsverhalten und Fahrdynamik gegenüber dem Vorgänger in allen relevanten Bereichen zugelegt habe. Trotz höherer Masse soll das Fahrverhalten dank der oben erwähnten technischen Lösungen weiterhin äußerst agil ausfallen. Beim Kofferraum verwies man auf die gute Praxistauglichkeit, die deutlich mehr Platz für Gepäck biete, als die bescheidene Werkseingabe vermuten lässt.

Für beide Kritikpunkte (Gewicht & Kofferraum) ist die Batterie für den Plug-in-Hybridantrieb maßgeblich verantwortlich. Gleichzeitig reduziert die hohe elektrische Reichweite die Betriebskosten und zahlt aufs Umweltgewissen ein. Für den österreichischen Markt ergibt sich zudem ein preislicher Vorteil: Durch den Entfall der Normverbrauchsabgabe (NoVA) liegt der Einstiegspreis nicht nur unter dem Vorgänger, sondern unterbietet auch Konkurrenten wie etwa BMW M3/M4 teils deutlich. Ein Schnäppchen ist der neue RS5 freilich trotzdem nicht. Für die Limousine werden mindestens 108.300 Euro fällig, den Avant verkauft Audi ab 110.400 Euro.

Fazit und Fotos

Unterm Strich positioniert sich der neue RS 5 als technologisch aufwendig konzipiertes Performance-Modell, das die Elektrifizierung erstmals konsequent in die RS-Welt überträgt und gleichzeitig zentrale Markenwerte wie Fahrdynamik und Alltagstauglichkeit adressiert. Laut Audi Österreich ist das Interesse an dem Modell enorm, womit sich auch die Frage erübrigt, ob die eingefleischten RS-Fans mit der Elektrifizierung und dem hohen Gewicht ein Problem haben könnten.

Fotos von der Österreich-Premiere sehen Sie in der Galerie.

www.audi.at

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