Körpereigene Signale statt Login-Daten
Künftig ersetzt das Schädelbrummen die Passworteingabe

| Redaktion 
| 02.04.2026

Nach Augenscan und Fingerabdrücken soll künftig ein weiteres biometrisches Verfahren eine kontinuierliche und sichere Authentifizierung ermöglichen.

Ein Forschungsteam aus den USA hat eine neue Methode zur biometrischen Authentifizierung entwickelt. Im Mittelpunkt stehen minimale Vibrationen im Schädel, die durch Atmung und Herzschlag entstehen. Laut Yingying Chen von der Rutgers University sind diese Signale so individuell wie Fingerabdrücke und könnten klassische Verfahren wie Passwörter, PIN-Codes oder Augenscans ersetzen.

Die Software mit dem Namen VitalID soll diese kaum wahrnehmbaren Schwingungen nutzen, die durch die individuelle Knochenstruktur und das Gesichtsgewebe geprägt sind. Die zugrunde liegende Studie wurde kürzlich in den "Proceedings of the 2025 ACM SIGSAC Conference on Computer and Communications Security" veröffentlicht.

Wachsende Bedeutung für Extended Reality

"Extended Reality wird in unserer Zukunft eine wichtige Rolle spielen", sagt Chen und fügt hinzu: "Wenn immersive Systeme in den Alltag integriert werden sollen, muss die Authentifizierung sicher, kontinuierlich und mühelos sein."

Extended Reality (XR) umfasst Virtual-, Augmented- und Mixed-Reality-Anwendungen, die digitale Inhalte mit der realen Umgebung verbinden. Mit der zunehmenden Nutzung solcher Technologien in Bereichen wie Finanzen, Medizin, Bildung oder Remote-Arbeit steigen auch die Anforderungen an sichere Zugangssysteme. "XR entwickelt sich zu einem Zugangstor zu alltäglichen Internetdiensten, von denen viele sensible personenbezogene Daten beinhalten", sagt Chen.

Headsets sollen dabei immer mehr Funktionen übernehmen und unter anderem Kontodaten, Dokumente und Zugänge zu Online-Diensten speichern. Herkömmliche Authentifizierungsmethoden gelten in diesen Umgebungen jedoch als unpraktisch: Die Eingabe von Passwörtern ist in gestenbasierten Systemen umständlich, Zwei-Faktor-Authentifizierung kann den Nutzungskomfort beeinträchtigen, und zusätzliche Hardware wie Iris-Scanner verursacht weitere Kosten.

Kontinuierliche Prüfung durch körpereigene Signale

Für die neue Technologie entwickelten die Forschenden ein Filtersystem, das externe Störungen, etwa durch Bewegungen, ausblendet. Dadurch könne das Headset gezielt die feinen, im Schädel entstehenden Schwingungen erfassen.

Da diese Signale innerhalb von Knochen und Gewebe entstehen, gelten sie als schwer manipulierbar. Zwar könnte der Atemrhythmus einer anderen Person nachgeahmt werden, nicht jedoch deren individuelle biomechanische Eigenschaften. Selbst bei einem gestohlenen Gerät würde der Zugriff erschwert, da die Authentifizierung fortlaufend überprüft, ob das Headset tatsächlich von der berechtigten Person getragen wird.

www.rutgers.edu

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