"Lost Faces"
Wiener Rösthaus enthüllte neue Kaffeesorten

Das von Röstmeisterin Silvia Maino geführte Lokal erweitert das Angebot um eine neue Kaffeelinie namens "Lost Faces", die die Verbindung zu den Herkunftsländern stärker spürbar machen soll. 

Wien und seine Kaffeehäuser sind untrennbar miteinander verbunden. Das Café fungiert als erweitertes Wohnzimmer, in dem man ohne Zeitdruck verweilen kann. Zwischen Tradition und dem typischen Wiener Schmäh ist über die Jahrhunderte ein Raum für Austausch entstanden, der nach wie vor zahlreiche Wiener:innen in die Kaffeehäuser zieht. Heute prägen über 2.000 Betriebe das Stadtbild und machen das Kaffeehaus zu einer festen Säule des Wiener Alltags (LEADERSNET berichtete).

Eines dieser Cafés ist das Wiener Rösthaus im Wiener Prater. Ebendieses hat am 26. März 2026 bei einem Medien-Café-Talk ihre neue Kaffeelinie "Lost Faces" präsentiert, eine Linie, die als Hommage an das kulturelle Erbe der Produktionsländer gilt und deren Sorten Namen tragen wie "Die Stille von Taunggyi" oder "Die Kinder des Nebels". 

Leiser werdende Traditionen

Gegründet wurde das Wiener Rösthaus im Jahr 2013. Ziel war es, eine handwerkliche Rösterei aufzubauen, weil die Stadt zwar mit der "Wiener Röstung" eine Tradition besitzt, die in Europa einzigartig ist, jedoch droht diese leiser zu werden. Das Rösthaus verarbeitet im Jahr rund 15 bis 20 Tonnen Kaffee - eine bewusst gewählte Menge, so die Betreiberin. "Für uns ist Kaffee kein Produkt, sondern ein kulturelles Erbe – eines, das im Duft und in der Tiefe des Aromas ebenso spürbar ist wie in der Geschichte, die es umgibt. Wir sind davon überzeugt, dass wirklich guter Kaffee nur dort entsteht, wo Menschen mit Hingabe arbeiten", so die Geschäftsführerin des Wiener Rösthauses Silvia Maino

Über die neuen Sorten

Verarbeitet werden ausschließlich Arabica-Bohnen von höchster Qualität, heißt es. Jede Sorte werde sortengerecht geröstet, um ihr charakteristisches Aromaprofil zu bewahren. Das Portfolio umfasst Rohkaffee-Sorten aus Äthiopien, Kolumbien und Brasilien aber auch aus anderen Ursprüngen wie Bali, Thailand oder der Dominikanischen Republik. 

Neu im Sortiment ist ein entkoffeinierter Kaffee Namens "Galeras Nariño Decaf" aus der Region Nariño in Kolumbien. Dieser werde nicht mit Dichlormethan oder anderen chemischen Lösungsmitteln entkoffeiniert, sondern durch ein CO2-Verfahren. Ebenfalls neu ist die bereits erwähnte Linie "Lost Faces". "Uns ist bei diesem Projekt wichtig, die Menschen hinter dem Produkt zu zeigen. In unserer heutigen Zeit geraten ihre Geschichten oft in Vergessenheit – Wirtschaft und Gewinnspanne verdrängen dabei allzu leicht die persönlichen Lebensrealitäten der Menschen vor Ort", betont Marketingleiter Helmut Brem. "Wir zeigen Gesichter und Menschen, die den Kaffee vor Ort anbauen und welche Arbeit dahinter steckt. Kaffee ist nach Erdöl das zweitgrößte Handelsprodukt der Welt und selbstverständlich für uns. Nur wenige wissen um die harte Arbeit, die hinter jeder Tasse steckt. Dieses Projekt soll genau diese Arbeit sichtbar machen und den Menschen ein Gesicht geben."

Die Sorte "Die Stille von Taunggyi" stammt aus Myanmar. Hier leben Pa-O und Shan-Völkern, Bäuer:innen, die den Kaffee wie ein Geheimnis bewahren. Vor Jahrzehnten pflanzten Familien Arabica-Sträucher. Heute wachsen sie auf über 1.300 Metern im Nebel, zwischen Mangobäumen und wilden Orchideen. Jede Ernte ist Handarbeit. Die Sorte "Hügel von Ndurutu" stammt wiederum aus Kenia. Am Fuß des Mount Kenya, im roten Lehm der Hochländer, arbeiten die Bäuer:innen von Ndurutu. Ihr Kaffee ist eine Komposition aus Sonne, Regen und Geduld. Die Menschen hier gehören meist zum Volk der Kikuyu, eines der traditionsreichsten Ostafrikas. Jede Bohne durchläuft ein heiliges Ritual: zuerst werden nur die reifsten Kirschen gepflückt. Dann das Waschen im klaren Bergwasser, schließlich die langsame Trocknung. Der Duft: schwarze Johannisbeere, Zitrus, ein Hauch Wein. Die Sorte "Die Kinder des Nebels" runden die Neuheiten ab. Sie stammt aus Papua-Neuguinea, dort wo die Huli und Chimbu leben. In dieser Höhenlage wächst einer der reinsten Arabicas der Welt. Der Kaffee wird dabei nicht von Maschinen, sondern Menschen gesammelt und getrocknet. Diese nennen ihn "ihren stillen Bruder", da in vielen Regionen Kaffee oft die einzige Verbindung zur Außenwelt ist. 

www.wienerroesthaus.at 

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