Leben auf 2.500 Metern
Personen gesucht, die einen Monat lang gratis in den Bergen wohnen möchten 

| Redaktion 
| 26.03.2026

Forscher suchen zwölf Menschen, die einen Monat lang kostenlos in einer Berghütte leben wollen. 

Vier Wochen Homeoffice in den Alpen. Frische Luft, Nationalpark-Panorama, kein Stadtlärm – und das auch noch gratis. Die Teilnehmer sollen während der vier Wochen ihrem normalen Alltag nachgehen: also Homeoffice, Studium, Freizeitaktivitäten. Wer jetzt denkt, das klingt zu gut um wahr zu sein, liegt nur halb richtig. Der Haken ist klein: Man muss der Wissenschaft dabei helfen.
 
Denn was für viele nach dem ultimativen Workation-Traum klingt, ist in Wahrheit ein präzise getaktetes wissenschaftliches Experiment. Im Herzen des Nationalparks Stilfserjoch, genauer gesagt im Rifugio Nino Corsi (Zufallshütte), schlägt Eurac Research zwischen Sommer und Herbst 2026 seine Zelte auf. Das Ziel: Die systematische Erforschung der gesundheitlichen Folgen eines längeren Aufenthalts in Höhenlagen zwischen 2.000 und 2.500 Metern Die Hütte wird zwar zum Forschungslabor, das Leben soll aber so normal wie möglich weiterlaufen. 
 
400 Euro obendrauf 
 
Das Forschungsunternehmen Eurac Research mit Sitz in Bozen sucht zwölf Freiwillige, die zwischen Sommer und Herbst 2026 für genau vier Wochen auf die Nino-Corsi-Hütte, auch Zufallshütte genannt, im Martelltal ziehen. Die Hütte liegt im Herzen des Nationalparks Stilfserjoch, auf rund 2.000 bis 2.500 Höhenmetern. Unterkunft und Verpflegung: kostenlos. Obendrauf gibt es 400 Euro für den Zeitaufwand.
 
Was die Forscher wissen wollen
 
Millionen Menschen leben weltweit in größeren Höhen, doch was die Höhenluft auf Dauer mit einem gesunden Körper macht, ist wissenschaftlich kaum untersucht. Bisherige Forschung konzentrierte sich fast ausschließlich auf extreme Lagen über 4.000 Metern. Mittlere Höhenlagen zwischen 2.000 und 2.500 Metern blieben dabei weitgehend ausgeklammert. Genau diese Lücke will das MAHE-Projekt schließen.

"Wir werden den Blutdruck, die Aktivität des sympathischen Nervensystems, das Blutvolumen, die Anzahl der roten Blutkörperchen, die Ernährung, den Appetit und auch die Schlafqualität überwachen", sagt Hannes Gatterer, bei Eurac Research zuständig für alpine Notfallmedizin. Ärzte, Physiologen und Sportwissenschaftler sind während des gesamten Aufenthalts vor Ort.
 
Dass die Idee trifft, zeigt die Resonanz: Bereits wenige Stunden nach Veröffentlichung des Aufrufs gingen mehr als 160 Bewerbungen für die zwölf verfügbaren Plätze ein.

www.eurac.edu

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