Neu für Immobilien
Schattenquote soll Hitze in Wohnungen sichtbar machen

Eine neue Kennzahl soll künftig aufzeigen, wie stark sich Immobilien im Sommer aufheizen und damit mehr Orientierung für den Wohnkomfort in heißen Monaten bieten.

Wer eine Wohnung sucht, orientiert sich meist an Lage, Preis und Energiekennzahlen. Wie stark sich Räume in den Sommermonaten aufheizen, bleibt hingegen oft unklar. Genau hier soll die Schattenquote (Siehe Infobox) ansetzen. Sie soll künftig sichtbar machen, wie stark Wohnungen in den heißen Nachmittagsstunden durch Gebäude, Vegetation oder Geländestrukturen vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt sind und damit Hinweise auf den sommerlichen Wohnkomfort geben.

Überhitzung rück in den Fokus

Mit zunehmenden Hitzeperioden rückt das Thema Überhitzung stärker in den Fokus - auch bei der Wohnungssuche. Während der Energieausweis bereits eine etablierte Grundlage für den Heizbedarf bietet, fehlen bislang vergleichbare Angaben zur sommerlichen Belastung. "Interessent:innen fragen längst nach Hitzebelastung, Verschattung und Querlüftung. Bisher war das in Inseraten aber schwer vergleichbar", heißt es aus dem Umfeld einer fiktiven Fachstelle für urbane Klimaanpassung, die gemeinsam mit Marktpartner:innen an einem Pilotmodell arbeitet.

Einfacher Indikator als Orientierung

Die neue Schattenquote beschreibt den Anteil der Wohnfläche, der in den relevanten Nachmittagsstunden nicht direkt der Sonne ausgesetzt ist. Sie dient als einfach verständlicher Indikator dafür, wie stark sich eine Wohnung im Sommer aufheizen kann, und soll mehr Transparenz beim Kühlkomfort schaffen.

"Die Schattenquote ist ein einfacher Indikator dafür, wie stark eine Wohnung im Sommer überhitzt. Wir schaffen damit Transparenz – ähnlich wie beim Energieausweis, nur eben für den Kühlkomfort", erklärt ein anonymer Sprecher der Pilotgruppe.

Das Modell ist als Stufensystem konzipiert, das eine rasche Einordnung ermöglichen und sich einfach in Exposés integrieren lassen soll.

© Schattenquote

Digitale Berechnung als Grundlage

Um eine möglichst objektive Bewertung zu gewährleisten, basiert die Berechnung auf digitalen Daten. Herangezogen werden unter anderem 3D-Stadtmodelle, Sonnenstandsdaten und – sofern verfügbar – Informationen zur Vegetation. "Mit den heutigen Datenbeständen kann man Verschattung erstaunlich zuverlässig modellieren. Wichtig ist, dass die Kennzahl verständlich bleibt und nicht in akademischer Perfektion endet", sagt ein fiktiver Experte aus dem Bereich Stadtklima.

In der Pilotphase sind ergänzend vereinfachte Plausibilitätsprüfungen vorgesehen, um offensichtliche Unstimmigkeiten zu vermeiden.

Auswirkungen auf Markt und Eigentümer:innen

Für die Immobilienvermittlung könnte die Schattenquote zusätzliche Argumente liefern. Eine hohe Einstufung signalisiert mehr sommerlichen Komfort und potenziell geringeren Kühlbedarf. Auch die Nutzbarkeit von Außenflächen kann davon profitieren. "Wir erwarten, dass sich die Besichtigungen effizienter steuern lassen. Wer empfindlich auf Hitze reagiert, kann bereits im Inserat filtern – das reduziert unnötige Termine", heißt es aus dem Umfeld eines präsumtiven Marktteilnehmers.

Gleichzeitig kann die Kennzahl auch Anreize für Eigentümer:innen schaffen, Maßnahmen zur Verschattung stärker zu berücksichtigen, etwa durch bauliche Anpassungen oder Begrünung.

Orientierung statt vollständige Bewertung

Die Schattenquote bildet jedoch nur einen Teil der tatsächlichen Bedingungen ab. Weitere Faktoren wie Belüftung, Bauweise, Fensterflächen oder Ausrichtung der Wohnung beeinflussen das Raumklima ebenfalls maßgeblich. Entsprechend ist die Kennzahl als ergänzende Orientierung gedacht.

"SQ5 ist super – aber wenn man dann nachts nicht lüften kann, hilft der beste Schatten nur halb", so ein Branchenkenner.

Bei den Sommern der letzten Jahre wäre ein einfacher, transparenter Hinweis auf Überhitzungsrisiko im Exposé wahrscheinlich für viele Wohnungssuchende gar nicht so unerquicklich, auch über den 1. April hinausgehend.

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Schattenquote (SQ) auf einen Blick

Definition (Kurzform): SQ = Anteil der Wohnfläche, der zwischen 12:00 und 17:00 Uhr an einem definierten Sommertag überwiegend verschattet ist.

Bewertungsskala:

SQ1: 0–15 Prozent Schatten
SQ2: 15–30 Prozent
SQ3: 30–50 Prozent
SQ4: 50–70 Prozent
SQ5: 70 Prozent+

Verschattung zählt durch: Bauvolumen (Nachbargebäude), Balkon/Loggia, Bäume/Vegetation, Geländekanten.

Darstellung im Inserat: Neben Energiekennzahl, BK und Lage künftig z. B.: "Schattenquote: SQ3".

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Schattenquote (SQ) auf einen Blick

Definition (Kurzform): SQ = Anteil der Wohnfläche, der zwischen 12:00 und 17:00 Uhr an einem definierten Sommertag überwiegend verschattet ist.

Bewertungsskala:

SQ1: 0–15 Prozent Schatten
SQ2: 15–30 Prozent
SQ3: 30–50 Prozent
SQ4: 50–70 Prozent
SQ5: 70 Prozent+

Verschattung zählt durch: Bauvolumen (Nachbargebäude), Balkon/Loggia, Bäume/Vegetation, Geländekanten.

Darstellung im Inserat: Neben Energiekennzahl, BK und Lage künftig z. B.: "Schattenquote: SQ3".

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