Risiken im Wandel
Sicherheit entwickelt sich für Unternehmen zur Daueraufgabe

| Larissa Bilovits 
| 26.03.2026

Neue Täterstrukturen, wirtschaftliche Unsicherheiten und technologische Entwicklungen erhöhen laut Securitas Österreich den Anpassungsdruck auf Betriebe. Gefragt seien daher laufend überprüfte Konzepte statt einmaliger Sicherheitsmaßnahmen.

Für Unternehmen ist Sicherheit längst mehr als der Schutz von Gebäuden, Waren oder Anlagen. Ob organisierter Ladendiebstahl, gezielte Diebstähle auf Baustellen, Vandalismus an Industrieanlagen oder eskalierende Situationen im direkten Kundenkontakt – sicherheitsrelevante Vorfälle greifen heute oft unmittelbar in Abläufe ein und können die wirtschaftliche Stabilität eines Betriebs spürbar belasten. Damit hat sich das Thema vor allem im vergangenen Jahr in vielen Unternehmen von einer operativen Aufgabe zu einem strategischen Faktor entwickelt. "Wir sichern nicht nur Objekte, sondern Geschäftsprozesse", erklärt Philipp Stanonik, Chief Commercial Officer von Securitas Österreich. "Wenn Sicherheit nicht funktioniert, stehen Abläufe still, Lieferketten geraten ins Wanken und Mitarbeiter:innen verlieren Vertrauen."

Sicherheitsvorfälle wirken oft weit über den Einzelfall hinaus

Wie weitreichend die Folgen sein können, zeigt sich etwa auf Baustellen, wo der Diebstahl eines Maschinenteils nicht nur materiellen Schaden verursacht, sondern auch Verzögerungen, Vertragsstrafen und Reputationsprobleme nach sich ziehen kann. Im Handel wiederum gehen organisierte Diebstahlstrukturen längst über bloße Warenverluste hinaus und können sich ebenso auf Preise, Personalplanung und das Sicherheitsgefühl im Team auswirken.

Zugleich verschärft sich in vielen Branchen die Lage im direkten Kundenkontakt. Ein rauerer Umgangston, häufigere Konflikte und wachsende Unsicherheit aufseiten der Mitarbeiter:innen prägen vielerorts den Arbeitsalltag. Sicherheit betrifft damit längst nicht mehr nur Gebäude oder Gelände, sondern auch Menschen, Prozesse und wirtschaftliche Planbarkeit.

Technik allein schafft noch keine Sicherheit

Auch die Bedrohungslage selbst ist breiter geworden. Neben klassischen Risiken wie Einbruch oder Vandalismus rücken zunehmend Protestbewegungen, interne Sicherheitsrisiken und Unsicherheiten entlang internationaler Lieferketten in den Fokus. Das Jahr 2025 habe deutlich gezeigt, dass Bedrohungen selten isoliert auftreten, sondern oft mehrere Auswirkungen gleichzeitig entfalten, heißt es von Securitas Österreich.

Parallel dazu gewinnen digitale Videoanalyse, Zutrittskontrollen und vernetzte Sensorik weiter an Bedeutung. Ihr Nutzen hängt jedoch nicht allein von der eingesetzten Technik ab, sondern davon, wie sinnvoll sie in betriebliche Abläufe und klare Entscheidungsstrukturen eingebunden ist. Erst wenn Informationen richtig eingeordnet, bewertet und in konkrete Maßnahmen übersetzt werden, entsteht daraus ein tatsächlicher Mehrwert für die Unternehmenssicherheit.

Sicherheitsmanagement wird zur laufenden Aufgabe

Mit Blick auf 2026 zeichne sich ab, dass Unternehmen Sicherheit immer weniger als einmalige Maßnahme behandeln könnten. Wirtschaftliche Unsicherheiten, neue Täterstrukturen und technologische Entwicklungen würden die Anforderungen laut den Expert:innen laufend verändern und den Anpassungsdruck erhöhen. Entsprechend brauche es einen systematischen Zugang mit klaren Verantwortlichkeiten, definierten Prozessen sowie einem Zusammenspiel aus personellen Sicherheitsdienstleistungen, technischer Sicherheitslösung und strategischer Risikoanalyse. "Sicherheit muss sich dem Kunden anpassen – nicht umgekehrt", so Stanonik abschließend.

Mehr zu diesem Thema lesen Sie hier im LEADERSNET-Interview mit Rupert Schmid, Geschäftsführer von Securitas Österreich.

www.securitas.at

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